Samstag, April 18, 2015

Neues Salböl





+ Aus dem hl. Evangelium nach Markus 16: 1 – 8



1  Als der Sabbat vorüber war, kauften Maria aus Magdala, Maria, die Mutter des Jakobus, und Salome wohlriechende Öle, um damit zum Grab zu gehen und Jesus zu salben.

2  Am ersten Tag der Woche kamen sie in aller Frühe zum Grab, als eben die Sonne aufging.

3  Sie sagten zueinander: Wer könnte uns den Stein vom Eingang des Grabes wegwälzen?

4  Doch als sie hinblickten, sahen sie, dass der Stein schon weggewälzt war; er war sehr groß.

5  Sie gingen in das Grab hinein und sahen auf der rechten Seite einen jungen Mann sitzen, der mit einem weißen Gewand bekleidet war; da erschraken sie sehr.

6  Er aber sagte zu ihnen: Erschreckt nicht! Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden; er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.

7  Nun aber geht und sagt seinen Jüngern, vor allem Petrus: Er geht euch voraus nach Galiläa; dort werdet ihr ihn sehen, wie er es euch gesagt hat.

8  Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.[1]







Erschreckend unösterlich lässt Markus sein Evangelium enden: „Da verließen sie das Grab und flohen; denn Schrecken und Entsetzen hatte sie gepackt. Und sie sagten niemand etwas davon; denn sie fürchteten sich.“

Da ist Jesus eben den schrecklichen Tod am Kreuz gestorben – und nun droht ihm ein weiterer Tod nicht weniger schrecklich – nämlich der des Schweigens; weil sich die Frauen gefürchtet haben. Vor wem, wird nicht gesagt.



Tatsächlich bilden die Frauen den seidenen Faden, an dem der Fortgang der Heilsgeschichte hängt, denn der Auftrag, den sie vom Engel erhalten, soll die Jünger nach Galiläa zurückführen,

wo sie dann dem auferstandenen Herrn begegnen werden, so dass sie als Zeugen der Auferstehung die frohe Botschaft verkündigen können. Am Ende des Markusevangeliums ruht also

die ganze Hoffnung auf den Frauen.



Denn die Jünger sind schon untergetaucht, nachdem sie Jesus bei seiner Gefangennahem verlassen haben und geflohen sind. Die Frauen haben Jesus auf seinem Kreuzweg begleitet, waren dabei, wie er am Kreuze starb und dann ins Grab gelegt wurde.



Die Frauen wollen Jesus ehren, indem sie frühmorgens seinen Leichnam salben. Aber sie kommen zu spät. Der Engel im Grab sagt, warum: „ Ihr sucht Jesus von Nazaret, den Gekreuzigten. Er ist auferstanden, er ist nicht hier. Seht, da ist die Stelle, wo man ihn hingelegt hatte.“



Ihr Salböl – mag es auch wohlriechend sein – ist nicht mehr aktuell. Mit seinen Worten gibt der Engel ihnen einen anderes Salböl in die Hände – die Botschaft, dass Jesus auferstanden ist! Damit sollen sie andere Tote salben – die Jünger nämlich, damit die sich auf den Weg machen, um Jesus in Galiläa zu begegnen.



Aber sie behalten dieses Lebensöl für sich, weil sie sich fürchten.



An diesem Punkt nun bindet Markus die Zuhörerschaft ein. Das Verhalten der Frauen soll unruhig machen und fragen lassen: Ja, wenn nun nach den Jüngern auch die Frauen versagen, dann kommt es ja auf mich an, dann bin ja ich aufgefordert, weiterzusagen, dass Jesus auferstanden ist und lebt. Dann hängt es ja von mir ab, dass die österliche Botschaft ihren Lauf nimmt, verkündet und gehört wird.



Bin ich bereit dafür, aufzubrechen, mich auf den Weg zu machen, um Zeugnis von Jesu Auferstehung zu geben? Oder fürchte auch ich mich?



Diese Frage stellt sich mir angesichts meines schwachen Glaubens, einer Kirche von Sündern, der Versuchung zu einer egoistischen Lebensweise, einer zunehmenden Ignoranz der Kirche in der Öffentlichkeit.



Mit dieser Frage stehe ich aber auch vor Jesus, der all dem auch begegnet ist: Er hatte am Ölberg Angst vor Leiden und Sterben, er musste die treulosen Jünger erleben und die furchtsamen Frauen, er ist der römischen Staatsmacht begegnet. Dennoch ging er durch Leid und Tod ins österliche Leben, weil es sein Weg war – für uns.



Damit ist uns der Weg gewiesen: es ist der Weg zu Jesus, der Weg in seiner Nachfolge; er geht als der Auferstandene voraus und will auch uns zu österlichen Menschen wandeln, die für seine Lebensgabe offen sind – offen, sie dankbar zu empfangen und offen, sie freudig weiterzugeben. Diese Lebensgabe ist ER SELBER!

Und die Lebensbotschaft: DER HERR IST AUFERSTANDEN! HALLELUJA!

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