Samstag, Januar 10, 2015

Die Macht der Kinder Gottes


       Aus dem hl. Evangelium nach Markus 1:7-11

In jener Zeit

7 trat Johannes in der Wüste auf und verkündete: Nach mir kommt einer, der ist stärker als ich; ich bin es nicht wert, mich zu bücken, um ihm die Schuhe aufzuschnüren.

8 Ich habe euch nur mit Wasser getauft, er aber wird euch mit dem Heiligen Geist taufen.

9 In jenen Tagen kam Jesus aus Nazaret in Galiläa und ließ sich von Johannes im Jordan taufen.

10 Und als er aus dem Wasser stieg, sah er, dass der Himmel sich öffnete und der Geist wie eine Taube auf ihn herabkam.

11 und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.




Die Weihnachtszeit geht mit dem heutigen Fest der Tauf des Herrn zu Ende. Und da ist es im Evangelium die Stimme vom Himmel, die den Endpunkt setzt: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ Zwischen dieser Stimme und der Geburt des Kindes in Bethlehem spannt sich Weihnachten aus.

Diese Tage standen unter der Frage: Wer ist dieses Kind von Bethlehem? Die Engel auf den Feldern Bethlehems gaben die Antwort: Er ist der Heiland, der Messias, der Herr! Die Sterndeuter aus dem Osten nannten ihn den neugeborenen König der Juden. Sie alle haben im Auftrag und im Namen dessen gesprochen, der sich heute im Evangelium zu Wort meldet: Gott selber!

Und wie meldet sich Gott zu Wort? Er spricht nicht über ihn wie zu einer dritten Person sondern er spricht zu ihm; Gott redet Jesus direkt an: „Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.“ (Mk 1:11b)

Damit will Gott zum einen dies sagen: Heiland, Messias, Herr, König der Juden - Jesus ist das alles und kann das alles sein, weil er mein geliebter Sohn ist. Sein Gottes -Sohn-Sein ist die Quelle von allem, was er ist, was er hat und was er tut.

Zum anderen sagt Gott mit seiner Rede im heutigen Evangelium, dass zwischen ihm und Jesus eine persönliche  Vater-Sohn Beziehung besteht; und diese Beziehung ist geprägt von Liebe, deshalb: du bist mein geliebter Sohn!

Diese Mitteilung an uns macht Gott nicht im Tempel oder an einem abgelegenen Ort - er macht sie mitten unter Menschen, die sich gerade in einer besonderen Situation befinden: sie bekennen sich alle als Sünder und wollen sich von Johannes taufen lassen. Gerade mitten unter diesen Leuten offenbart Gott diesen Jesus von Nazareth als seinen geliebten Sohn.

Das hat Konsequenzen für Jesu weiteres Leben. Es gibt ihm zu verstehen, wo sein Platz ist unter den Menschen und wie er diesen Platz ausfüllen soll. Mit den Worten der Lesung wird das so ausgedrückt: „Das geknickte Rohr zerbricht er nicht und den glimmenden Docht löscht er nicht aus.“ (Jes 42:3ab)

Jesus soll so als geliebter Sohn Gottes unter den Menschen sein, dass sie durch seine barmherzige Liebe  aufgerichtet, geheilt und gestärkt werden. Jesus soll sie teilnehmen lassen an seiner überreichen Lebensfülle.

Jesus bringt uns Sündern, uns Armen und Kranken nicht Tod und Verderben so wie ein religiös verblendeter Terrorist sondern er bringt uns eben das Leben, das Glück und die Freude, die auch in Gott sind.

Jesus soll uns die Macht der Kinder Gottes vorleben. Diese  ist eine Macht der Liebe und ist auch uns bestimmt, wenn wir Jesus in uns und bei uns aufnehmen. Amen!

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