Sonntag, Januar 04, 2015

Aussprechen



+ Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 1:1-5.9-14

1Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
2Im Anfang war es bei Gott.
3Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
4In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
5Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.
9Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
10Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
11Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
13die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
14Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.




Sich aussprechen tut gut. Es ist notwendig, dass wir das, was uns bewegt und was unser Herz erfüllt, mitteilen können.
Wenn unser Herz voll Leid ist brauchen wir eine Klagemauer und wir sind dankbar für einen Menschen, dem wir unser Leid klagen können.
Wenn wir zerspringen möchten vor Freude, werden wir doppelt froh, wenn wir mit jemandem unsere Freude und unser Glück teilen können.

Im Evangelium haben wir auch von jemandem gehört, der sich ausspricht: Gott spricht sich aus in seinem Wort.

1. Eine erste Aussprache erfolgt, indem alles durch das Wort geworden ist. Damit ist gemeint, dass Gott alles geschaffen hat allein durch sein Wort. Wir erinnern uns, wie wir Gott im Schöpfungsbericht sagen hören: Es werde Leben! Und es wurde Leben in jener Vielfalt, die wir auf Erden erleben.
Dabei dürfen wir uns bewusst machen, dass auch jeder von uns ein Wort dieser Aussprache Gottes ist. Von einem jedem von uns sagte Gott einmal: Es werde die Maria, der Josef, ..... Und wir wurden Menschen auf dieser Erde. Jeder von uns wurde geschaffen durch sein Wort. Das heutige Evangelium erzählt also von unserer Schöpfung durch das Wort Gottes. Wir waren alle im Herzen Gottes und indem er sein Herz ausgeschüttet hat sind wir durch sein Wort Menschen geworden.
Gerade zu Beginn eines Jahres ist es wichtig, dass wir uns dies bewusst machen: Wir gehen in ein neues Jahr als ein Herzenswunsch, den Gott in uns verwirklicht hat. Das ruft die besondere Verbundenheit ins Bewusstsein, die wir mit Gott haben, die uns zu seinem Eigentum macht und noch persönlicher zu seinen Kindern.
Es ist ihm eine Freude, uns Menschen nahe zu sein durch die Schöpfung. Wenn wir uns das bewusst machen gehen wir mit gestärktem Rücken ins neue Jahr.

2. Doch wollte er uns Menschen noch näher kommen und also hat er sich ein weiteres Mal ausgesprochen in den 10 Weisungen, die er Mose auf dem Berg Sinai gegeben hat und dann in dem, was uns die Propheten in der Bibel sagen.
Durch diese 2. Aussprache ist er uns noch näher gekommen. Er hat so einen Weg in unser Herz gefunden, um es zu berühren, damit wir uns ihm zuwenden.
Daran können wir denken, wenn wir eben gehört haben: „In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.“ (Joh 1:4f) Die Worte der Bibel sind für uns wirklich Leben und Licht in jeder Dunkelheit. Wir müssen sie nur lesen!

3. Aber Gott wollte uns noch näher kommen. Und so hat er sich ein weiteres Mal ausgesprochen auf besondere und einmalige Weise: „Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Joh 1:14) Gott ist selber Mensch geworden und einer von uns in Jesus Christus.

Wir erleben im Einen Gott, der uns entgegenkommt, der unsere Nähe sucht und Freude an uns hat. Er tut dies zu unserer Befreiung, Erlösung, Heilung und Heiligung. Gott möchte sein Leben mit uns teilen um uns ganz glücklich zu machen, ganz friedfertig und ganz liebevoll.
Was machen wir mit den Initiativen Gottes, mit seinen Annäherungsversuchen? Was machen wir mit seiner Liebe zu uns? Haben wir alle unsere Antennen ausgefahren? Sind wir voll auf Empfang? Obwohl er uns seine Nähe so liebend gerne schenkt, kann sie sich in unserem Leben nur auswirken, wenn wir sie annehmen; wenn wir Gott an uns heran und in unser Herz und unser Leben hereinkommen lassen? Gott will, dass wir seine Kinder sind nur mit unserer Einwilligung. Er kann uns nicht erlösen gegen unseren Willen; ganz einfach, weil er das nicht will und weil das nur eine andere Weise von Vergewaltigung wäre.

Da Gott so sehr unsere Nähe sucht – suchen doch auch wir seine Nähe!
Da Gott so große Freude an uns hat – so haben wir doch auch Freude an ihm!
Da Gott so ganz mit uns sein möchte – so wollen wir doch auch mit ihm sein – so oft und wann immer möglich!
Weihnacht: das Fest der Nähe Gottes zu uns – werde es doch auch ein Fest unserer Nähe zu IHM! Amen!

Keine Kommentare: