Dienstag, Dezember 23, 2014

Jesus, der Retter, ist da

 
+ Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 2:1 – 14

1In jenen Tagen erließ Kaiser Augustus den Befehl, alle Bewohner des Reiches in Steuerlisten einzutragen.
2Dies geschah zum ersten Mal; damals war Quirinius Statthalter von Syrien.
3Da ging jeder in seine Stadt, um sich eintragen zu lassen.
4So zog auch Josef von der Stadt Nazaret in Galiläa hinauf nach Judäa in die Stadt Davids, die Betlehem heißt; denn er war aus dem Haus und Geschlecht Davids.
5Er wollte sich eintragen lassen mit Maria, seiner Verlobten, die ein Kind erwartete.
6Als sie dort waren, kam für Maria die Zeit ihrer Niederkunft,
7und sie gebar ihren Sohn, den Erstgeborenen. Sie wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippe, weil in der Herberge kein Platz für sie war.
8In jener Gegend lagerten Hirten auf freiem Feld und hielten Nachtwache bei ihrer Herde.
9Da trat der Engel des Herrn zu ihnen, und der Glanz des Herrn umstrahlte sie. Sie fürchteten sich sehr,
10der Engel aber sagte zu ihnen: Fürchtet euch nicht, denn ich verkünde euch eine große Freude, die dem ganzen Volk zuteil werden soll:
11Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr.
12Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.
13Und plötzlich war bei dem Engel ein großes himmlisches Heer, das Gott lobte und sprach:
14Verherrlicht ist Gott in der Höhe, und auf Erden ist Friede bei den Menschen seiner Gnade.




„Heute ist euch in der Stadt Davids der Retter geboren; er ist der Messias, der Herr. Und das soll euch als Zeichen dienen: Ihr werdet ein Kind finden, das, in Windeln gewickelt, in einer Krippe liegt.“

Wegen dieses Kindes sind wir hier zusammen gekommen: um es zu verehren, um für es zu danken, um ihm selber zu danken, um es zu bitten für so Vieles. Denn es ist unser Retter! Retter woraus? Aus den Ängsten, die uns befallen, wenn wir die Not sehen fern und nah: Krieg in Ukraine, im nahen Osten, in Teilen Afrikas; die Auseinandersetzung mit dem Islam auch hierzulande; die Wirtschaftskrise in Russland; der unberechenbare Klimawandel; die sozialen, wirtschaftlichen und politischen Probleme in unserem Land; und was uns am nächsten ist – die menschlichen Probleme im Kreis unserer Verwandten und Bekannten.

Und aus all dem will dieses Kind uns retten, das bei all seiner Lieblichkeit geradezu strotzt vor Ohnmacht und das auf freiem Felde in einem Stall geboren werden musste weil in der Herberge kein Platz war für das Kind und seine Mutter?
Es stimmt schon: Für dieses Kinde wurden keine Salutschüsse abgefeuert wie jüngst für die neugeborenen Zwillinge im Fürstentum Monaco.

Seine ihm angemessene Wertschätzung erhält es nicht durch Privilegien und andere menschliche Ehrerweise.
Die bekommt es von Gott durch den Mund der Engel: Das Kind in der Krippe ist der Retter, der Messias, der Herr! Von jener Ebene, die die menschliche übersteigt und sie umgreift; von der die menschliche abhängt; die der menschlichen zuinnerst ist.

Darum ist es für Lukas selbstverständlich, die Ereignisse um dieses Kind in den weltpolitischen Rahmen von damals zu stellen neben den Kaiser Augustus und den Statthalter Quirinius. Lukas stellt das Wirken dieser Herrscher als Rahmenhandlung für die Geburt dieses Kindes dar. Ohne es zu wissen, arbeiten sie dem Kind in die Hände. Denn sie verfügen durch die Volkszählung, dass Maria und Josef ihr Kind in Bethlehem, in der Stadt Davids zur Welt bringen und so die Verheißung des ersten Testamentes erfüllt wird, dass der Messias in der Stadt Davids geboren wird.

Die frohe Botschaft von der Geburt des Retters in diesem Kind wird von den Engeln zuerst den Hirten auf den Feldern verkündet, die dort Nachtwache bei ihren Herden halten. Menschen, die wach sind, während andere schlafen.

Ihr gehört offensichtlich auch zu diesen wachen Menschen. Euch haben auch die Engel herbeigerufen – durch die Gottesdienstordnung, die euch den Termin der Christmette anzeigt und tiefer noch durch die Sehnsucht, von diesem Kind in der Krippe berührt zu werden. Ihr habt schon Begegnung mit diesem Kind erfahren auf verschieden Weise in verschiedener Intensität. Ihr habt womöglich schon dieses Kind als Retter erfahren dürfen.

So konntet auch ihr vielleicht schon ermüdet vom Adventstress der vergangenen Tage und des heutigen Abends eure Herde, die ihr gehütet habt, zurücklassen und hierher zum göttlichen Kinde eilen.
Und hier nun dürft ihr alles loslassen und euch fallen lassen vor der Krippe dieses Kindes; ihr dürft die glückliche Erfahrung machen, dass es nichts heilsameres gibt als die Nähe Gottes – zumal im Jesuskind.

Und dann, erfüllt vom Segen dieses Kindes, mit seiner Melodie im Herzen, könnt ihr getröstet und getrost wieder heim gehen – wissend, dass dieses Kind mitgeht. Es ist nämlich zu uns gekommen um bei uns zu bleiben.

Mit diesem Kind an der Seite werdet ihr dann wieder den oben aufgezählten Nöten begegnen und dabei klar erkennen, dass diese Probleme deswegen da sind, weil dieses Kind in ihnen nicht da ist.

Ihr werdet dieses Kind in euer Leben hineinbringen und es wird sich dort als euer Heiland, Retter und Befreier erweisen können. Und ihr werdet verstehen können, was es heißt, dass Gott verherrlicht ist in der Höhe und dass auf Erden Friede ist bei den Menschen seiner Gnade. Amen!

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