Samstag, Juli 26, 2014

Mein Schatz


 
+ Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus 13: 44 – 46

In jener Zeit sprach Jesus zu der Menge:
44Mit dem Himmelreich ist es wie mit einem Schatz, der in einem Acker vergraben war. Ein Mann entdeckte ihn, grub ihn aber wieder ein. Und in seiner Freude verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte den Acker.
45Auch ist es mit dem Himmelreich wie mit einem Kaufmann, der schöne Perlen suchte.
46Als er eine besonders wertvolle Perle fand, verkaufte er alles, was er besaß, und kaufte sie.




Jeder Händler preist seine Ware an und will zum Erwerb anregen. Dabei bemüht er sich mit ansprechenden Worten und Bildern seine Waren möglichst gefällig zu machen.

Jesus ist auch so wie ein Händler. Bei ihm geht es nur um eine einzige Ware – um das Himmelreich! Sein ganzes Leben steht im Zeichen dieser Ware: Sein Reden und Tun, seine Zeichen und Wunder, vor allem sein Leiden, Sterben und Auferstehen wollen ausdrücken, was Himmelreich bedeutet.

Das heutige Evangelium enthält zwei einprägsame Bilder vom Himmelreich: Den Schatz im Acker und die kostbare Perle. Ausdrücklich erwähnt wird dabei die Freude, die der Schatz und gewiss auch die Perle hervorrufen. Diese Freude wird zum Motor für das folgende Handeln: für das Verkaufen von allem und dem Erwerb des Schatzes bzw. der Perle!

Dieses Gleichnis ins Leben übersetzt finden wir in der Berufung der Jünger. Dort hören wir, wie Jesus die Jünger in seine Nachfolge ruft, wie sie sogleich ihre Arbeit als Fischer sein und alles liegen lassen und Jesus nachfolgen.
Sie haben in Jesus und in der Gemeinschaft mit ihm jenen Schatz und jene Perle gefunden, die es wert waren alles andere in ihrem Leben zurückzulassen und sich ganz Jesus und der Gemeinschaft mit ihm zu widmen.
Mit Jesus ist ihnen etwas begegnet, das sie bisher noch nie erfahren haben; etwas, das ihr Leben völlig auf den Kopf gestellt hat; etwas, das eine Freude in ihr Leben gebracht hat, die sie bisher noch nie erlebt haben.
Diesen Schatz, diese Perle und die Freude daran haben sie nicht selber erzeugt; das wurde in ihr Leben hineingetragen; das wurde ihnen geschenkt.
Dieser Schatz wurde für sie erst zum Schatz dadurch, dass Jesus sie angesprochen und gerufen hat: „Folgt mir nach!“ Dadurch also, dass Jesus mit ihnen Kontakt aufgenommen hat. Damit hat Jesus ihnen eine neue Perspektive für ihr Leben eröffnet, für die sie ihr bisheriges Leben mit Freude hergegeben haben.

Im Gleichnis des Evangeliums wird nicht erzählt, was der glückliche Finder mit dem Schatz und was der Perlenkaufmann mit der kostbaren Perle gemacht hat.

Sehr wohl aber erfahren wir das gesamte Evangelium hindurch und darüber hinaus, was die Jünger mit dem Schatz gemacht haben, den sie in Jesus gefunden haben.
Oder sagen wir es besser: Wir erfahren, was der „Schatz“ Jesus mit ihnen gemacht hat: wie er sie gebildet und geformt hat; wie sie von ihm gelernt haben so sehr und so weit, dass sie schließlich selber zu einem Schatz geworden sind für viele andere. Die besondere Formungskraft dabei war der hl. Geist.

Wir kommen gerade als Christen nicht um die Frage herum, wie denn das bei uns zusammenpasst: Jesus als Schatz unseres Lebens? Ist er das? Und wenn nicht, warum? Und wenn er es nicht oder nicht mehr ist, möchten wir, dass er es erneut wird, der Schatz unseres Lebens? Sehr persönliche und sehr wesentliche Fragen für die Gestaltung unseres christlichen Lebens.

Ein Gedanke, der bei der Beantwortung dieser Fragen helfen kann. Es führt ein Weg hin zum Schatz und zur Perle; und der Weg geht weiter mit dem Schatz und mit der Perle. Schatz und Perle liegen am Weg. Offenheit, Wachsamkeit, Aufmerksamkeit helfen, dass Schatz und Perle in mein Leben einbrechen können. Schließlich liegt der Schatz in schmutzigem Erdreich verborgen. Ist nicht auch meine Erde reich durch einen Schatz in ihr? Weiters die Ahnung, dass Schönstes noch vor mir liegt. Der Mut auch, mich auf neues Leben, neue Schätze einzulassen. Sind wir Christen nicht prädestinierte Schatz- und Perlensucher?

Mit Weg, mit Unterwegs hat auch der heutige Sonntag zu tun, der Christophorus Sonntag. Da haben wir die Möglichkeit, über die MIVA mitzuhelfen, dass andere den Schatz und die kostbare Perle ihres Lebens entdecken können. Ein Zehntelcent für jeden unfallfrei gefahrenen Kilometer hilft mit, die Frohe Botschaft und lebensnotwenige Hilfe zu Menschen in den ärmsten Gegenden der Welt zu bringen. Ich lade ein zu Großzügigkeit und bedanke mich im Namen der Betroffenen. Amen!

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