Freitag, Februar 15, 2013

In des Geistes Kraft

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Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 4: 1 – 13



In jener Zeit

1verließ Jesus, erfüllt vom Heiligen Geist, die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher,

2und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt. Die ganze Zeit über aß er nichts; als aber die vierzig Tage vorüber waren, hatte er Hunger.

3Da sagte der Teufel zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl diesem Stein, zu Brot zu werden.

4Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot.

5Da führte ihn der Teufel auf einen Berg hinauf und zeigte ihm in einem einzigen Augenblick alle Reiche der Erde.

6Und er sagte zu ihm: All die Macht und Herrlichkeit dieser Reiche will ich dir geben; denn sie sind mir überlassen, und ich gebe sie, wem ich will.

7Wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest, wird dir alles gehören.

8Jesus antwortete ihm: In der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.

9Darauf führte ihn der Teufel nach Jerusalem, stellte ihn oben auf den Tempel und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich von hier hinab;

10denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich zu behüten;

11und: Sie werden dich auf ihren Händen tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

12Da antwortete ihm Jesus: Die Schrift sagt: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.

13Nach diesen Versuchungen ließ der Teufel für eine gewisse Zeit von ihm ab.







Am Abend des 11. Feber, an dem Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt angekündigt hat, schlägt um 17 Uhr 56 ein Blitz in das Kuppelkreuz des Petersdomes ein. Ich habe das spontan als ein Zeichen des Himmels verstanden und an den Hl. Geist gedacht, der in Feuerzungen auf die Jünger herabgefallen ist. Wie er damals die Jünger erfüllt und befähigt hat für Jesus Zeugnis abzulegen so wird er auch in diesen außerordentlichen Tagen die Kirche mit seinem Licht erleuchten und mit seiner Kraft stärken. Er wird die Kardinäle befähigen, einen Papst zu wählen, den die Kirche und die Welt von heute braucht, einen guten Hirtenpapst.



Was dieses Geistereignis mit dem heutigen Evangelium zu tun hat? Nun, auch da ist von einem Geistereignis die Rede: „Jesus verließ, erfüllt vom Heiligen Geist die Jordangegend. Darauf führte ihn der Geist vierzig Tage lang in der Wüste umher, und dabei wurde Jesus vom Teufel in Versuchung geführt.“ (Lk4:1.2a)



Wir sehen, dass der Hl. Geist Jesus in der Taufe nicht nur zu einer klaren Einsicht in seine Herkunft und in seine Berufung geführt hat sondern dass er auch die Kraft ist, die ihn in der Versuchung erleuchtet und stärkt.



Die Geisteskraft in Jesus erkennen wir daran, dass er keine Angst vor dem Teufel hat, der ihn in Versuchung führt. Er redet mit ihm wie mit jedem anderen auch; er steht ihm Rede und Antwort auf alle seine Anfragen. Ein besonderes Zeichen der Führung des Hl. Geistes ist, dass Jesus die Versuchungen des Teufels mit einem Wort Gottes erwidert. Jesus legt so Zeugnis ab von der Macht des Wortes Gottes. Für uns zugleich eine Einladung, in den kommenden Tagen der Buße uns von neuem auf eine Entdeckungsreise des Wortes Gottes zu machen, seine unwiderstehliche Kraft zu entdecken und aus seiner Fülle zu leben. Angebote für tägliche Impulse durch das Wort Gottes gibt es genug: Angefangen bei den Schriftlesungen des jeweiligen Tages, über Fastenkalender bis hin zu dem, was uns über die Medien wie Email, SMS und allfällige Sendungen im Fernsehen ansprechen möchte; zu achten ist dabei nur, dass wir nicht meinen, in der Vielzahl der Impulse liegt der Segen; der ist vielmehr darin zu finden, dass wir uns auf einen Impuls beschränken, der uns anspricht und dann versuchen, mit ihm den Tag zu leben. Alles andere wäre geistliche Überfütterung und führt zu spiritueller Magenverstimmung.



Bedeutsam ist auch zu bedenken, worin Jesus vom Teufel versucht wurde: es geht darum, Essen, Reichtum und Macht sowie Bewunderung von den Menschen zu haben - dies alles jedoch auf das Wort des Teufels hin. Das eigentliche Ziel in der Versuchung durch den Teufel besteht darin, Jesus von seinem Vater im Himmel zu lösen und ihn an sich, an den Teufel, zu binden. Maßstab von Jesu Handeln soll nach dem Willen des Teufels nicht mehr das Wort Gottes sondern das Wort des Teufels sein. Diese Grundabsicht des Teufels hat Jesus von Anfang an durchschaut und also von Anfang an dem Wort und Willen des Teufels das Wort und den Willen Gottes entgegen gehalten. Das Überangebot an irdisch, weltlichen Gütern sollte Jesus einlullen und betäuben und ihn blind machen sowohl für die Abhängigkeit von seinem Vater im Himmel wie auch für die Abhängigkeit vom Teufel.



Gottes Sohn zu sein bedeutet nicht ein Leben in Saus und Braus sondern ein Leben vom Wort Gottes, im Dienst an Gott und im heiligen Respekt Gott gegenüber. So hat der Teufel durch seine Versuchungen das Gegenteil erreicht von dem, was er wollte: Er hat Jesus noch tiefer in Gott verwurzelt! Dies alles geschieht in der Kraft des Hl. Geistes.



Darum wollen wir zum Wort Gottes noch ein Weiteres dazu nehmen: Den Hl. Geist! Wiewohl seine Herabkunft diese österliche Zeit mit dem Pfingstfest liturgisch beschließen wird wollen wir mit der Bitte um diesen Geist doch nicht so lange warten sondern angeregt durch das heutige  Evangelium um seine Gegenwart, sein Licht und seine Kraft schon für die kommende Bußzeit bitten.



Und wenn wir bemerken, wie sich das Wirken des Hl. Geistes bereits wohltuend in den Menschen auswirkt, die in den kommenden Tagen Papst Benedikt verabschieden werden, dann belebt das unsere Hoffnung, dass derselbe Geist sowohl in den Herzen der Kardinäle beim Konklave wirken wird wie auch in unserem Leben eine unauslöschliche Spur der Liebe, des Miteinander, des Friedens und der Freude ziehen wird. Schließen wir mit der Abwandlung einer sympathischen Werbung, die wir in letzter Zeit öfter zu sehen und zu hören bekommen: Der Hl. Geist - der hält die Spur! Amen!

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