Sonntag, April 08, 2012

Österliches Update


 Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 20: 1 – 18

1Am ersten Tag der Woche kam Maria von Magdala frühmorgens, als es noch dunkel war, zum Grab und sah, dass der Stein vom Grab weggenommen war.
2Da lief sie schnell zu Simon Petrus und dem Jünger, den Jesus liebte, und sagte zu ihnen: Man hat den Herrn aus dem Grab weggenommen, und wir wissen nicht, wohin man ihn gelegt hat.
3Da gingen Petrus und der andere Jünger hinaus und kamen zum Grab;
4sie liefen beide zusammen dorthin, aber weil der andere Jünger schneller war als Petrus, kam er als Erster ans Grab.
5Er beugte sich vor und sah die Leinenbinden liegen, ging aber nicht hinein.
6Da kam auch Simon Petrus, der ihm gefolgt war, und ging in das Grab hinein. Er sah die Leinenbinden liegen
7und das Schweißtuch, das auf dem Kopf Jesu gelegen hatte; es lag aber nicht bei den Leinenbinden, sondern zusammengebunden daneben an einer besonderen Stelle.
8Da ging auch der andere Jünger, der zuerst an das Grab gekommen war, hinein; er sah und glaubte.
9Denn sie wussten noch nicht aus der Schrift, dass er von den Toten auferstehen musste.
10Dann kehrten die Jünger wieder nach Hause zurück.
11Maria aber stand draußen vor dem Grab und weinte. Während sie weinte, beugte sie sich in die Grabkammer hinein.
12Da sah sie zwei Engel in weißen Gewändern sitzen, den einen dort, wo der Kopf, den anderen dort, wo die Füße des Leichnams Jesu gelegen hatten.
13Die Engel sagten zu ihr: Frau, warum weinst du? Sie antwortete ihnen: Man hat meinen Herrn weggenommen, und ich weiß nicht, wohin man ihn gelegt hat.
14Als sie das gesagt hatte, wandte sie sich um und sah Jesus dastehen, wusste aber nicht, dass es Jesus war.
15Jesus sagte zu ihr: Frau, warum weinst du? Wen suchst du? Sie meinte, es sei der Gärtner, und sagte zu ihm: Herr, wenn du ihn weggebracht hast, sag mir, wohin du ihn gelegt hast. Dann will ich ihn holen.
16Jesus sagte zu ihr: Maria! Da wandte sie sich ihm zu und sagte auf hebräisch zu ihm: Rabbuni!, das heißt: Meister.
17Jesus sagte zu ihr: Halte mich nicht fest; denn ich bin noch nicht zum Vater hinaufgegangen. Geh aber zu meinen Brüdern, und sag ihnen: Ich gehe hinauf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.
18Maria von Magdala ging zu den Jüngern und verkündete ihnen: Ich habe den Herrn gesehen. Und sie richtete aus, was er ihr gesagt hatte.





Nach der erfreulich ausgiebigen Osternachtfeier und der geselligen Osteragape war ich noch munter genug, mich vor meinen Computer zu setzen, um einige Gedanken für die Predigt zu sammeln.

Nachdem ich den Rechner gestartet hatte kam die Meldung: Neue Software zu installieren! Nichts dagegen, war mein erster Gedanke. Und der Zweite Gedanke dann: Das erinnert mich an das Geschehen der Osternacht!

Da geht es ja auch um eine neue Software. Allerdings müssen wir da vom bereich des Rechnerischen und Mechanischen uns erheben in die Sphäre des Göttlichen und des Geistgewirkten. Aber Jesus – völlig ausgebrannt, total am Ende, vernichtet und mausetot – ihm wurde in der heiligsten Nacht aller Nächte eine neue Lebenssoftware gegeben. Das Besondere und Einmalige dieses Lebensprogrammes ist, dass sie kein weiteres Update mehr braucht und dass es keinen Virus mehr gibt, der sie knacken, lahmlegen oder ausschalten könnte. Insbesondere der Todesvirus hat keine Chance mehr.

Da sich dieses göttliche, unzerstörbare Betriebssystem vor keinem Virus mehr fürchten muss, kann es seinerseits zum Angriff übergehen, so dass den Bösen Viren nun vor Schrecken erstarren, da ihr Ende absehbar und unausweichlich ist. Bereits die Heiden des untergehenden römischen Reiches haben das Christentum mit einer Epidemie verglichen, die immer mehr um sich greift und nicht mehr auszurotten ist.

Dieser Christenvirus, oder nennen wir ihn besser: Christusvirus hat nicht von seiner aggressiven und destruktiven Macht gegen das Böse und Üble im Menschen und in der Welt eingebüsst. In jeden Christen wird er in der Taufe eingepflanzt und ruht seitdem als potentielle Macht in den Christen.

Es ist nur wichtig, dass sich die Christen bewusst machen, dass sie diesen Virus in sich tragen, dass sie mit anderen Worten das neueste Update in ihrem Lebensprogramm tragen und eigentlich nur lernen müssten mit diesem Programm zu arbeiten.

Der beste Lehrer dafür ist natürlich der, durch den dieser ewige Lebensvirus in die Welt gekommen ist: Jesus Christus! In seiner Nachfolge dann Maria, seine Mutter, die Apostel und zahllose Menschen, die wir Heilige nennen. Sie sind Experten im Umgang mit diesem göttlich stabilen Lebensprogramm.

Schauen wir nur, wie dieses Update in den Protagonisten des heutigen Evangeliums wirkt, wie dieser Lebensvirus sie ergreift – auch wenn sie es vorerst noch gar nicht richtig begreifen, was da in ihnen abläuft.

Maria Magdalena etwa: Sie geht frühmorgens, als es noch dunkel war zum Grab! Sie wird allein schon weil sie traurig war  und auch wegen der Dunkelheit, dass sie nicht hinfällt, bedachtsam vor sich hingegangen sein: Wie sie nun den Stein vom Grab weggerollt sieht, beginnt sie schnell zu laufen und eilt zu den Jüngern;

Und die Jünger geben uns das nächste Beispiel von der Ansteckung mit diesem Virus: Auch sie – vor Kummer und Angst zurückgezogen in einen Winkel – haben es auf einmal eilig und sie laufen zum Grab.

Wieder Maria: Der neue Virus in ihr treibt sie erneut zurück zum Grab, wo sie den Leichnam des Herrn zuletzt gesehen hat. Dieser Virus lässt sie weinen, die zwei Engel sehen und mit ihnen sprechen; auch mit Jesus redet sie und wie Jesus sie bei ihrem Namen ruft, erkennt sie ihn. Sie weiß instinktiv: Bei Jesus ist sie am Ursprung ihres Virus und will sich dort festhalten. Aber Jesus hat in der Kraft des hl. Geistes bereits in ihr Inneres upgedatet; in diesem Update ist er selber in ihr drinnen. Deswegen kann sie ihn ruhig loslassen, zu seinen Jünger eilen und ihnen sagen, dass er lebt.

Was Paulus mit dem neuen Sauerteig meint, meine ich mit dem Neuen Update. Na, habt ihr euer Lebensprogramm schon neu gestartet? Ich bin gewiss, auch ihr werdet die Meldung lesen: Neues Update zum Herunterladen! Amen!

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