Samstag, Dezember 31, 2011

Stern der Mutter

 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 2:16 – 21

16So eilten die Hirten hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.
17Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.
18Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.
19Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.
20Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.
21Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.




Wir sind immer bemüht, die Neuanfänge unseres Lebens unter einen guten Stern zu stellen. Gott kommt uns in diesem Bemühen entgegen, indem er den Anfang dieses neuen Jahres unter einen guten Stern stellt; es ist
der Stern der Mutter,
der Stern der Familie und
der Stern des Friedens.

Am heutigen Tag feiert die Kirche nämlich das Hochfest der Gottesmutter Maria; sie feiert die Gottesmutterschaft Mariens, ihren Muttertag. Ihr Muttersein wird ganz natürlich geschildert: Sie bringt ein Kind zur Welt, wickelt es in Windeln und legt es in eine Krippe; und sie bewahrt alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach. In diesen Worten kommt das Wesentliche der Mutter zum Ausdruck: Leben schenken und dieses Leben beschützen und bewahren – Haltungen der Hände und des Herzens.
Die Mutterschaft Mariens erstreckt sich aber nicht ausschließlich auf ihren Sohn Jesus; sie ist auch unsere Mutter. Darum schenkt Gott ihrem mütterlichen Sorgen nicht nur seinen Sohn; auch uns vertraut er ihr an; auch uns stellt er unter den Stern dieser Mutter:
Gott schenkt Maria auch unser Leben, damit sie es beschützt und bewahrt. Darum feiern wir heute auch, dass Maria Mutter für uns ist. Das gibt uns Geborgenheit und Zuversicht für das kommende Jahr.
Das führt uns aber auch weiter zur Mutter in uns. Maria, die Mutter für uns will die Mutter in uns wecken; die Mutter in uns geht jeden an – Frauen und Männer gleichermaßen. Die Mutter in uns, das ist Sorge in uns um das Leben;
Es ist die Achtung vor dem Leben; es ist der Wunsch, Leben zu zeugen und es zu behüten. Es sind alle Regungen der Zartheit und der Zärtlichkeit, die – damit verbunden – in uns leben.
Diese Mutter in uns steht auch den Männer an; sie macht nicht weibisch sondern ist ein wesentliches Element der Männlichkeit – hat sie doch mit Kraft und Stärke zu tun.
Der Stern der Mutter, unter dem dieser Jahresanfang steht, ist ein Stern warmer und herzlicher Menschlichkeit.

Es steht auch der Stern der Familie über diesem Neujahrbeginn: Im Evangelium hörten wir ja, dass die Hirten Maria und Josef und das Kind fanden, das in der Krippe lag. Wahre Mutterschaft führt zur Familie und fördert die Familie. Er will uns den Weg leuchten zur Familie, als einem gemeinsamen Lebensraum, als einem Brunnen, aus dem alle Mitglieder schöpfen können, was für ihr Leben notwendig ist. Dieser Stern der Familie will jeder ungesunden Vereinsamung, jeder unnatürlichen Vereinzelung wehren. Er will jeden von uns erleuchten, damit wir zu einem ausgewogenen Verhältnis von Alleinsein und Beisammensein finden; beides darf ja nicht gegeneinander stehen sondern muss füreinander da sein, sich gegenseitig stützen und ergänzen. Familie ist jener harmonische Raum, in dem beides Platz hat. Die Familie darf kein Instrument heimlicher Unterdrückung sein sondern ein gemeinsamer Weg in die Freiheit voneinander und füreinander.

So führt der Stern der Mutter und der Stern der Familie unweigerlich zum Stern des Friedens. Im Frieden erreicht die Mutter und die Familie eines ihrer wichtigsten Ziele; darum ist der 1. Jänner immer auch der Weltgebetstag für den Frieden. Und ihr müsst nur einmal beobachten: Wo Krieg herrscht, da hat die Mutter und die Familie nichts mehr zu melden. Wo die Mutter und die Familie nicht mehr da sind, da fallen die Menschen übereinander her und werden schlimmer noch als die Tiere; darum ist die Mutter und die Familie für den Frieden so wichtig; sie sind Säulen und Fundament für den Frieden.

Das Evangelium ist eine sehr einfache und sehr eindrückliche Einladung an uns, dieses neue Jahr unter den Stern der Mutter, unter den Stern der Familie und unter den Stern des Friedens zu stellen, dann stehen wir im Herrn und sind bestens gestellt für alles, was kommen mag! - Amen!

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