Donnerstag, Juni 02, 2011

Himmelfahrt in die Welt hinein





Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus 28: 16 – 20


In jener Zeit
16gingen die elf Jünger nach Galiläa auf den Berg, den Jesus ihnen genannt hatte.
17Und als sie Jesus sahen, fielen sie vor ihm nieder. Einige aber hatten Zweifel.
18Da trat Jesus auf sie zu und sagte zu ihnen: Mir ist alle Macht gegeben im Himmel und auf der Erde.
19Darum geht zu allen Völkern, und macht alle Menschen zu meinen Jüngern; tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes,
20und lehrt sie, alles zu befolgen, was ich euch geboten habe. Seid gewiss: Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt.






Zusammen mit den Jüngern haben wir in den vergangenen 40 Tagen versucht mit dem auferstandenen Herrn vertraut zu werden, die Wirklichkeit seiner Auferstehung wahrzunehmen und in unser leben dringen zu lassen; dies ist uns ebenso wie den Jüngern nur gelungen in der Begegnung mit dem lebenden Herrn selber: Er ist uns immer wieder entgegengekommen an jenen Orten und in jenen Zuständen, in denen wir uns gerade befunden haben. In diesen Tagen hat sich sein Sieg über den Tod in das Leben seiner Jünger hinein fortgesetzt, indem er sie aus der Zerstreuung herausgeholt hat in die Gemeinschaft mit ihm und miteinander; indem er sie in ihrer Ziellosigkeit ausgerichtet hat auf sich; indem er die Furcht durch seine österliche Gegenwart überwunden, ihre Trauer in Freude und ihre Angst in Frieden gewandelt hat.

Diese 40 Tage waren keine Kuschelzeit, wo es sich Jesus mit den Jüngern nach erlittenem Schmerz, Leid und Tod gemütlich eingerichtet und sich auf den österlichen Lorbeeren ausgeruht hätte. Sie waren vielmehr ausgefüllt mit Begegnungen und Gesprächen, in denen der Herr seine Jünger auf Weiteres vorbereitet: Darauf, wie ihr weiterer Weg verlaufen wird; darauf, was sie zu tun und zu reden haben, darauf, dass eine neue Kraft sie erfüllen wird und darauf, dass er sie verlassen wird und fortan durch die neue Kraft des hl. Geistes bei ihnen sein wird.

Aber wohin wird er gehen? Der Himmel in den er emporgehoben wird und die Wolke, die ihn aufnimmt bezeugen, dass er in die Welt Gottes eintritt oder mit anderen Worten: dass Gott ihn in den Himmel auf den Platz zu seiner Rechten erhoben hat. So lässt Jesus die Jünger frei, dass sie in die Welt hinausgehen können und doch kann er bei ihnen bleiben, weil in der Welt Gottes alle räumlichen und zeitlichen Schranken fallen und er fortan in der Kraft des hl. Geistes immer und überall bei seinen Jüngern sein und bleiben kann.

Es ergibt eine eigene Parallelität:
Sein Aufgenommen werden in den Himmel ist zugleich ein Hinausgehen mit den Jüngern in alle Welt;
sein Sitzen zur Rechten Gottes ist zugleich ein Bleiben bei seinen Jüngern immer und überall auf der Welt.
Sein Hingehen zum Vater ist zugleich ein Hineingehen in das Leben seiner Jünger.

Durch die Himmelfahrt wird die Verbundenheit mit den Jüngern nicht weniger sondern intensiver. Indem Jesus beim Vater im Himmel das Ziel seines Weges hier auf Erden erreicht kommt er bei seinen Jüngern an in einer immerwährenden Gemeinschaft. Die Verbundenheit mit seinem Vater festigt zugleich die Verbundenheit mit seinen Jüngern.
Sein Eintreten in die Seinsweise Gottes macht seine Daseinsweise bei den Jüngern vollkommen. Jesu Auffahrt in den Himmel bedeutet nicht; Jesus ist weg! Es heißt vielmehr: Jesus ist da – wie Gott, sein Vater im Himmel, da ist – in einem immerwährenden Jetzt in Zeit und Ort hier auf Erden. Jesus verbringt fortan seinen Himmel damit, auf Erden da zu sein.

Darum ist die Auffahrt Jesu in den Himmel kein Trauertag sondern ein Freudenfest, denn sie ist recht eigentlich eine Einfahrt Jesu in die Wirklichkeit dieser Welt auf dem Gefährt der göttlichen Daseinsweise. Ein rechtes Fest gegen die Erdenflucht. Ein Fest, das unsere Erde nötiger braucht, denn je; Es ist eine Liebeserklärung an die Erde, die vielfach im Argen liegt. Gerade wir Christen sind berufen, diese Liebeserklärung zu bezeugen, indem auch wir den Himmel darin suchen, auf Erden da zu sein – zur Freude, zum Frieden, zur Gerechtigkeit, zum Leben unserer Mitmenschen.

Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen Sohn dahingegeben hat – zum einen in den Tod am Kreuz und zum anderen in den immerwährenden Weltdienst durch seine Himmelfahrt. Die Trennung Jesu von der Welt durch sein Sterben wurde durch seine Auferstehung aufgehoben und durch die Auffahrt in den Himmel gewandelt in eine immerwährende, unlösbar Verbundenheit mit der Welt. So sehr hat Gott die Welt geliebt!

Lassen wir uns von dieser Liebe Gottes ansprechen und in den kommenden 9 Tagen öffnen, damit der Hl. Geist uns dann erfüllen und befähigen kann, österliche Menschen der Himmelfahrt zu sein, die ihrem Meister nachfolgen im liebenden, dienenden Dasein mitten im Elend und in den Nöten dieser Welt. Amen!

1 Kommentar:

Freiwirtschaftler hat gesagt…

"Nie haben die Massen nach Wahrheit gedürstet. Von den Tatsachen, die ihnen missfallen, wenden sie sich ab und ziehen es vor, den Irrtum zu vergöttern, wenn er sie zu verführen vermag. Wer sie zu täuschen versteht, wird leicht ihr Herr, wer sie aufzuklären sucht, stets ihr Opfer."

Gustave Le Bon (Psychologie der Massen)

Unverzichtbares Qualitätsmerkmal für die ganze Wahrheit in einer a priori verlogenen Welt ist, dass sie nicht erfahren werden will, denn die größte Angst ist die vor der Erkenntnis, bisher in einer Scheinwelt (Cargo-Kult) gelebt zu haben. Das gilt insbesondere für alle "Planer, Lenker und Leiter", die ihre planwirtschaftlichen Wunsch- oder Wahnvorstellungen an ein ebenso naives Publikum verkaufen müssen und sich deshalb noch nie auf wissenschaftlicher Grundlage mit der Zukunft beschäftigen konnten:

"Die Zukunft vorherzusagen, ist unmöglich, und alle derartigen Versuche wirken - wenn sie ins Detail gehen - schon wenige Jahre später lächerlich. Dieses Buch hat ein realistischeres, zugleich aber auch anspruchsvolleres Ziel. Es versucht nicht, die Zukunft zu beschreiben, sondern die Grenzen abzustecken, innerhalb derer mögliche Zukunftsentwicklungen liegen müssen."

Arthur C. Clarke (Profile der Zukunft)

Kein berufsmäßiger Wichtigtuer hat aus dem Standardwerk der Futuristik etwas gelernt. Die ganze Wahrheit bleibt strikt denen vorbehalten, die nach ihr suchen, ohne sich damit wichtig machen zu wollen, denn vor der Zukunft liegt eine Grenze, welche vorgegeben wird von der Zinsumverteilung, die sich im globalen Maßstab zuletzt durch den 2. Weltkrieg entladen hat. Der 3. Weltkrieg wäre in den 1980er Jahren fällig gewesen und wurde nur durch die atomare Abschreckung bis in die Gegenwart verhindert. Auf der anderen Seite ist durch das Ausbleiben dieser überfälligen Sachkapitalzerstörung die "Zinsfeder" heute bis zum Zerreißen gespannt, sodass genau drei mögliche Szenarien unmittelbar bevorstehen:

Das Ende mit Schrecken (finaler Atomkrieg)
Der Schrecken ohne Ende (globale Liquiditätsfalle)
Die Natürliche Wirtschaftsordnung (echte Soziale Marktwirtschaft)

"Genau drei Möglichkeiten" heißt: eine vierte gibt es nicht. Über die erste Möglichkeit gibt es nichts zu sagen, die zweite ist das Lieblingsthema aller Crash-Phantasten und die dritte ist wahrscheinlich. Der Crash-Phantast, der "zur Sicherheit" noch ein paar Goldklötzchen bunkert, weiß nicht, was es bedeutet, wenn in einer globalisierten Zinsgeld-Ökonomie mit über 6.500.000.000 Menschen der Geldkreislauf - und damit die Arbeitsteilung - mitgekoppelt zusammenbricht. Die Heilige Schrift bezeichnet dieses Ereignis als Armageddon.

Für die dritte Möglichkeit muss ein elementarer Erkenntnisprozesses durchlaufen werden, dessen am Ende über die Maßen bewusstseinserweiternde, aber anfangs ebenso Angst einflößende Wirkung vorab erahnen kann, wer die phantastischen Bilder kennt, mit denen Stanley Kubrick im Schlusskapitel von "2001" die Auferstehung des Kulturmenschen dargestellt hat - und bitte bedenken Sie das Vorwort von Arthur C. Clarke:

"...this is only a work of fiction. The truth, as always, will be far stranger."

Herzlich Willkommen im 21. Jahrhundert:

http://www.deweles.de/willkommen.html