Mittwoch, März 16, 2011

Josef, Sohn Davids! Fürchte dich nicht!





Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus 1: 16.18-21.24a


16Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.
18Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.
19Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.
20Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.
21Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.
24aAls Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.







Das Hochfest des hl. Josef führt uns zurück in die Anfänge Jesu hier auf Erden. Das Evangelium berichtet von diesen Anfängen und von der Aufgabe, die Josef dabei zu erfüllen hatte.

Eine dieser Aufgaben spricht der Engel an, als er im Traum zu ihm kommt und ihn „Sohn Davids“ nennt. Diesen Titel „Sohn Davids“ wird im Evangelium fortan Jesus tragen. Josef gibt diesen Titel gleichsam an Jesus weiter, da Jesus durch Josef in die Geschlechterfolge des König David eingebunden wird; dies geschieht dadurch, dass Josef der Mann Marias, der Mutter Jesu, ist.

Damit sind wir bei einer zweiten Aufgabe des Josef angelangt, die uns schon im Titel des heutigen Festes begegnet. Dieser Titel lautet zur Gänze: Hl. Josef, Bräutigam der Gottesmutter Maria! Es ist also die zweite Aufgabe des Josef, Bräutigam und Mann Marias zu sein. Diese Aufgabe übernimmt Josef aus Liebe; weil er Maria von Herzen gerne hat. Die Größe und Schönheit dieser Liebe des Josef zu Maria können wir daran ermessen, dass Gott in diese Liebe die Menschwerdung seines Sohnes aus der Kraft des Hl. Geistes hineinsenkt. Wie kostbar muss diese Liebe in den Augen Gottes gewesen sein, dass er ihr so Großes anvertraut. Wie fruchtbares Erdreich ist diese Liebe des Josef zu Maria, in der das Geheimnis der Menschwerdung Gottes in Jesus sich herrlich entfalten kann.

Wir kommen zur dritten Aufgabe des hl. Josef. Sie eröffnet sich dadurch, dass eine Verkündigung des Herrn auch an Josef erfolgt. Im Traum lässt ein Engel den hl. Josef das Geheimnis um die Herkunft Jesu wissen, wie er es zuvor Maria eröffnet hat. Josef wird also zum Mitwisser dieses Geheimnisses. Dieses Mitwissen muss für den hl. Josef ein großartiges Geschenk gewesen sein; wie eine Auferstehung; denn es füllt das Segel seiner Liebe mit neuem, nicht mehr erlahmendem Wind und macht ihn zu einem Mittäter an der Menschwerdung Gottes, dessen Liebe und Hingabe gewiss mit jener der Mutter Jesu um die Wette geeifert hat. Diese Liebe des hl. Josef kommt in folgendem Gebet sehr schön zum Ausdruck, das ich in der Vorbereitung auf die hl. Messe bete: O glücklicher Mann, seliger Josef, dem es geschenkt war, Gott, den viele Könige sehen wollten und nicht gesehen haben; hören wollten und nicht gehört haben, nicht nur zu sehen und zu hören sondern zu tragen, zu liebkosen, zu kleiden und zu behüten.

So ist Josef nun hinreichend ausgerüstet für die vierte, seine eigentliche Aufgabe: der Nährvater Jesu zu sein! Er soll an Vaters statt Jesus von Anfang an begleiten; und zwar ganz von Anfang an, wie Jesus im Leib seiner Mutter heranwächst. So achtet Gott darauf, dass sein Sohn ganz von Anfang an die beste Umgebung hat: Die herzliche Liebe von Vater und Mutter zueinander und zu ihm, dem werdenden Menschenkind!

Eine der ersten Pflichten, die dem Vater zustehen, wird im Evangelium bereits angedeutet: Er soll dem Kind einen Namen geben – und zwar einen bestimmten Namen; einen Namen, der zugleich Programm für das Wirken dieses Kindes ist: Jesus. Dieser Name kommt her vom hebräischen Wort für „retten“. Er bezeichnet die Aufgabe, die Jesus an seinem Volk Israel erfüllen soll: „Er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.“ (Mt 1:21b)

Wie dieses Erlöstsein von Sünden ausschauen mag – davon gibt uns die Gerechtigkeit des hl. Josef eine Vorstellung. Die Haltung der Gerechtigkeit ist für das rabbinische Judentum und für das Evangelium des Matthäus wesentlich: Sie erweist sich nicht nur in der strengen Beobachtung des Gesetzes; in diesem Falle hätte er Maria wegen Ehebruches der vom Gesetz vorgeschriebenen „gerechten“ Strafe zuführen können.
Sie erweist sich vielmehr in der Barmherzigkeit, die über die Gerechtigkeit triumphiert. Und diese Barmherzigkeit entzündet sich an jener Liebe, die zuerst das Wohl des Anderen anstrebt und darin dann auch den eigenen Frieden findet.

Diese barmherzige Gerechtigkeit des hl. Josef erweist sich dann auch darin, dass er strotz seines Entschlusses, Maria in Stille zu entlassen, offen bleibt für die „traumhafte“ Intervention Gottes durch einen Engel. Josef hat seinen Entschluss offensichtlich so gefasst, dass er dabei Gott jenen Spielraum lassen konnte, den ER für sein Wirken haben wollte. Diese Offenheit für Gott hat dann jene Offenheit zur Folge, mit der er Maria unverzüglich zur Frau und ihr werdendes Kind als seinen Ziehsohn annimmt.

Hl. Josef, deiner Sorge wurden Jesus und seine jungfräuliche Mutter Maria anvertraut. Erbitte uns jene Freiheit, in der wir Jesus und Maria hingebungsvoll dienen können! Amen!

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