Samstag, März 19, 2011

Auf IHN sollt ihr hören!





Aus dem hl. Evangelium nach Matthäus 17: 1 – 9


In jener Zeit
1nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg.
2Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht.
3Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.
4Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.
5Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.
6Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden.
7Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst!
8Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.
9Während sie den Berg hinabstiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.







So beeindruckend die Wandlung ist, die sich an Jesus vollzieht – sein Gesicht leuchtend wie die Sonne, sein Gewand blendend weiß wie das Licht – sie ist doch nur Vorspiel auf die Stimme, die aus der leuchtenden Wolke die Jünger anruft: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören!

„Auf ihn sollt ihr hören!“ Auf das Hören kommt es an, das Hören auf das Wort Gottes. Genau das wird schon in der ersten Lesung betont, wenn wir von Gott hören, wie er Abraham wegruft von seinem Land und seinem Vaterhaus in ein Land, das er ihm zeigen wird. (Gen 12:1-4a)

Das Hören auf Gottes Wort klingt auch in den beiden Gestalten mit, die zu Jesus hintreten, auf Moses und Elias. Diese beiden Männer gelten im Volk Israel als beispielhaft für das Hören auf das Wort Gottes. Und wenn wir nun Jesus in der Gemeinschaft mit diesen beiden Großen des Volkes Israel sehen, will uns das sagen, dass auch Jesus ein großer Hörender auf das Wort Gottes war; so sehr, dass er einmal von sich sagte, es sei seine Speise, den Willen dessen zu tun, der ihn gesandt hat und sein Werk zu Ende zu führen. (vgl. Joh 4:34)

Sein Hören hat allerdings eine andere Dimension als jenes von Moses und Elias: Es ist nicht das Hören eines Knechtes oder eines Dieners auf seinen Herrn sondern das Hören eines Sohnes auf seinen Vater. Das will die Stimme aus der Wolke auch sagen, wenn sie spricht: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe.“ Die Jünger sollen also auf Jesus hören, wie sie auf Moses und Elias gehört haben; vor allem aber sollen sie auf Jesus hören, weil er der geliebte Sohn Gottes ist.

Wenn Petrus für die drei ein Zelt bauen will, so erinnert das an das Bundeszelt, in das Mose eingetreten ist, um mit Gott zu sprechen und es dann mit leuchtendem Gesicht wieder zu verlassen. Aber jetzt ist nicht mehr die Zeit, Zelte zu bauen sondern zu hören auf das, was Jesus sagt und so den Willen Gottes zu erfüllen. Und tatsächlich hat die Urkirche auch kein Zelt und keinen Tempel gebaut, um dort Gott zu begegnen. Sie haben vielmehr in den Häusern der Gläubigen Gottesdienst gefeiert, indem sie dort die Worte Jesu hörten und seinen Tod und seine Auferstehung feierten. So haben die ersten Christen den Traum Gottes erfüllt, inmitten seines Volkes wohnen und ihm ganz nahe sein zu können. Auf diesem Hintergrund ist bei uns heute Hauskirche zu verstehen und zu leben. (vgl. Grilli, Langner 261)

Ich erinnere hier noch einmal an Abraham in der ersten Lesung: Das Wort Gottes hat ihn nicht angeregt, Zelte zu bauen – wie Petrus es tun wollte! Sie hat ihn angeregt, Zelte abzubrechen und sich auf den Weg zu machen, um so Wort und Willen Gottes zu erfüllen!

Heute wird in Anspielung auf die Verklärung Jesu gerne ein Lied gesungen mit dem Titel: „Schönster Herr Jesus“ (Im Gotteslob haben wir es in zwei Fassungen) Darin wird besungen, dass Jesu Schönheit alle und alles überragt und dass dieser schönste Jesus gegenwärtig ist im Wort des Evangeliums und in der Eucharistie.

Wir dürfen jedoch nicht vergessen, dass dies Schönheit von seinem Hören kommt und von seinem Gehorsam dem Wort Gottes gegenüber. Wohl dürfen wir über Jesu Schönheit staunen und uns daran erfreuen; jedoch wird diese Freude erst vollkommen werden wenn wir das tun, woher diese Schönheit kommt: wenn wir selber Hörende werde auf das Wort Jesu und so lernen, dem Willen Gottes zu gehorchen. Wenn wir von Staunenden zu Gehorchenden werden, wird unsere Freude über die Schönheit Jesu vollkommen sein. Und unser Leben wird diese Schönheit widerstrahlen.

So ist diese Zeit der Buße besonders geeignet, uns zu fragen: Welche Zelte möchte der Herr, dass wir abbrechen? Welcher Art ist das Vaterhaus, das wir verlassen sollten, weil uns der Herr eine neue Heimat, ein neues Zuhause schenken möchte?

Wir können aber auch anders fragen: Wo kann unser christliches Leben schöner werden? Wo kann sich unser christlichen Leben verklären, weil wir aufmerksamer auf Gottes heiligen Ruf hören und entschlossener und bereitwilliger seinen Willen erfüllen wollen? Wo lassen wir das Licht des unvergänglichen Lebens in uns durchbrechen? (vgl. 2 Tim 1:8b-10)

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