Samstag, März 05, 2011

Auf Fels gebaut!





Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 7: 21 – 27


In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
21Nicht jeder, der zu mir sagt: Herr! Herr!, wird in das Himmelreich kommen, sondern nur, wer den Willen meines Vaters im Himmel erfüllt.
22Viele werden an jenem Tag zu mir sagen: Herr, Herr, sind wir nicht in deinem Namen als Propheten aufgetreten, und haben wir nicht mit deinem Namen Dämonen ausgetrieben und mit deinem Namen viele Wunder vollbracht?
23Dann werde ich ihnen antworten: Ich kenne euch nicht. Weg von mir, ihr Übertreter des Gesetzes!
24Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.
25Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es nicht ein; denn es war auf Fels gebaut.
26Wer aber meine Worte hört und nicht danach handelt, ist wie ein unvernünftiger Mann, der sein Haus auf Sand baute.
27Als nun ein Wolkenbruch kam und die Wassermassen heranfluteten, als die Stürme tobten und an dem Haus rüttelten, da stürzte es ein und wurde völlig zerstört.







Mit dem heutigen Evangelium beendet Jesus seine Bergpredigt. Dabei brennt ihm besonders die dringende Aufforderung auf der Zunge, seine Worte nicht nur zu hören sondern sie auch zu tun. Er möchte vermeiden, dass es seinen Zuhörern so geht, wie es Jakobus in seinem Brief dann schreiben wird: „Hört das Wort nicht nur an, sondern handelt danach; sonst betrügt ihr euch selbst. Wer das Wort nur hört, aber nicht danach handelt, ist wie ein Mensch, der sein eigenes Gesicht im Spiegel betrachtet: Er betrachtet sich, geht weg und schon hat er vergessen, wie er aussah. Wer sich aber in das vollkommene Gesetz der Freiheit vertieft und an ihm festhält, wer es nicht nur hört, um es wieder zu vergessen, sondern danach handelt, der wird durch sein Tun selig sein.“ (Jak 1:22-25)

Und Jesus sagt den Leuten auch gleich, wie dieses Tun konkret zur Seligkeit führt: Es besteht nicht in außerordentlichen und Aufsehen erregenden Taten, die im Namen Jesu getan werden: Nicht in prophetischem Auftreten, nicht im Austreiben von Dämonen, nicht im Wunderwirken. Alle, die so hervorragend gewirkt haben, müssen mit der Ablehnung Jesu rechnen – wenn, ja, wenn sie nicht vor allem anderen den Willen des himmlischen Vaters Jesu erfüllt haben.

Wo aber finden sie den Willen des Vaters im Himmel?
Im Gesetz, in den 10 Geboten, die Gott dem Moses gegeben hat. Die Erfüllung dieser Gebote bewahrt sie davor, als Übertreter des Gesetzes verurteilt zu werden. Nicht das Ausrufen seines Namens, nicht sensationelles Wirken sondern die schlichte Erfüllung der 10 Gebote ist die Identitätskarte, die sie ausweist als solche, die zu Jesus gehören.

Es ist schon bemerkenswert wie streng Jesus die Zugehörigkeit zu ihm an die Erfüllung des alttestamentlichen Gesetzes bindet. Aber wie sollte es auch anders sein? Ihm selber war es geradezu Speise, den Willen seines Vaters im Himmel zu erfüllen; wie sollten seine Jünger da von einer anderen Speise leben können?!

Wir sind hier an einem Kernpunkt, der den Alten Bund mit dem Neuen untrennbar verknüpft. Verwurzelt im Alten Bund stiftet Jesus den neuen; und wollen wir ihn kennen, müssen wir nicht nur die Schriften des neuen Bundes sondern ebenso auch die des alten Bundes kennen. In Jesus ist unser christliches Leben in den Schriften des alten Testamentes eingewurzelt.
Diese Schriften lesen heißt unser christliches Leben lesen;
diese Schriften verstehen heißt unser Christentum verstehen.

Ein erster, wichtiger Schritt auf diesem Weg ist es, uns auf die 10 Gebote zu besinnen – sollten wir sie vergessen haben – um dann ernsthaft und entschlossen unser Leben von neuem daran auszurichten. Wenn wir das tun, dann setzen wir das Wort in die Tat um, das Jesus sogleich anschließt: „Wer diese meine Worte hört und danach handelt, ist wie ein kluger Mann, der sein Haus auf Fels baute.“ (Mt 7:24) Wir bringen dadurch eine Festigkeit in unser Leben, die durch nichts zu erschüttern ist. Worin besteht diese Festigkeit? In der Teilhabe an Gott selber.
Denn durch seine Gebote sind wir mit ihm selber verbunden.
Durch seine Gebote ist Gott selber uns Stärke; er ist uns Licht; er ist uns Leben; er ist uns Freude und Friede im hl. Geist.

Ein Matrose wurde nach dem Untergang seines Schiffes auf einen Küstenfelsen gespült; an dem klammerte er sich fest bis der Sturm sich gelegt hatte. Später fragten ihn dann seine Freunde: „Na, Alfons, wie du da am Felsen gepickt bist, wirst du vor Angst ganz schön gezittert haben!“ „Ich schon,“ antwortet Alfons „aber der Fels nicht!“

Um diese Festigkeit geht es, will unser Leben nicht ins Chaos stürzen. Jesus sagt es mit dem heutigen Evangelium so: Die 10 Gebote Gottes sind das Heilmittel für die Krankheiten und Übel unseres Lebens und unserer Welt.

Womöglich komme ich mit diesen Gedanken in den Geruch, ein Fundi zu sein. Wenn dabei jedoch mit Fundament jener Grund gemeint ist, der Jesus selber in seiner Verbundenheit mit dem Vater für uns sein will, dann kann ich mir nichts schöneres und nichts wichtigeres vorstellen, als Fundamentalist zu sein – fundiert in Christus.

Wie hat doch gleich Paulus im 1. Brief an die Korinther geschrieben 3:23: Ihr aber gehört Christus und Christus gehört Gott! Amen!

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