Freitag, Februar 04, 2011

Licht der Welt





Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus 5:13 – 16



In jener Zeit sprach Jesus zu seinen Jüngern:
13Ihr seid das Salz der Erde. Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen? Es taugt zu nichts mehr; es wird weggeworfen und von den Leuten zertreten.
14Ihr seid das Licht der Welt. Eine Stadt, die auf dem Berg liegt, kann nicht verborgen bleiben.
15Man zündet auch nicht ein Licht an und stülpt ein Gefäß darüber, sondern man stellt es auf den Leuchter; dann leuchtet es allen im Haus.
16So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.






Ich habe eben die Worte Jesu sehr betont gelesen: Ihr seid das Salz der Erde; und dann: Ihr seid das Licht der Welt!

Wen spricht Jesus hier so betont an?

Vorerst seine Jünger, die er am Ende der Seligpreisungen am letzten Sonntag bereits direkt anredet: „ Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.“ (Mt 5:11f)

Sie haben die Gemeinschaft mit Jesus gesucht und sind ihm gefolgt; sie haben seinen Auftrag erfüllt und das Reich Gottes verkündet; sie haben ihn als den Sohn Gottes und den Messias Israels bezeugt. Das alles bringt ihnen Beschimpfung, Verfolgung und Verleumdung ein.

Jesus stellt sie deshalb auf eine Stufe mit den Propheten Israels: Die haben allerdings im Namen Jahwes gepredigt und vom Volk Israel das Halten der Gebote Gottes und die Treue zu Jahwe eingefordert. Deshalb wurden sie verfolgt.

Indem Jesus seine Jünger den Propheten gleichstellt drückt er damit aus, dass er selber im Namen Gottes handelt.

Seine Jünger sind also Salz und Licht, weil sie in der Gemeinschaft mit Jesus leben und bereit sind das Leid anzunehmen, das ihnen dadurch widerfährt. Sie nehmen dieses Leiden nicht um des Leidens willen an sondern um Jesu willen. Sie blicken dabei auf den großen Lohn im Himmel – wie Paulus es tut, wenn er im Römerbrief schreibt: „ Ich bin überzeugt, dass die Leiden der gegenwärtigen Zeit nichts bedeuten im Vergleich zu der Herrlichkeit, die an uns offenbar werden soll. (Röm 8:18) Oder wie Jesus selber es mit den Worten des Hebräerbriefes getan hat: „ er hat angesichts der vor ihm liegenden Freude das Kreuz auf sich genommen, ohne auf die Schande zu achten, und sich zur Rechten von Gottes Thron gesetzt.“ (Heb 12:2). Der Blick der Jünger auf den großen Lohn im Himmel und der Blick auf Jesus gehören zusammen.

Nun nennt Jesus seine Jünger: Salz der Erde und Licht der Welt. Was sie sind, sind sie nicht für sich allein zur eigenen Erbauung. Sie sind es für die Erde; sie sind es für die Welt! Ihr Leben ist Salz und Licht! Es ist etwas, das für die Erde und die Welt erfahrbar, erlebbar, spürbar ist! Und zwar spürbar in angenehmer und unangenehmer Weise!

Salz brennt und reinigt – zugleich aber bewahrt es vor dem Verfall und gibt so Dauer und Bestand. Salz gibt Geschmack! Das bedeutet Einsatz in der Welt und für die Welt; es bedeutet Kritik an Menschenunwürdigem und Widergöttlichem; es bedeutet aber auch neuen Geschmack, neue Lust und neue Freude am Leben. Die Seligpreisungen sollen nicht zur Weltflucht verführen sondern zum Weltdienst ertüchtigen. Sie sind das Werkzeug, mit dem die Jünger Jesu hier auf Erden das Reich Gottes errichten. Sie sind der Garant, dass die Jünger Jesu nicht von der Welt sind und dennoch – oder gerade deshalb – in der Welt leben können und ein Segen für sie sind. Sie sind das Programm, das sie befähigt, sich ganz in den Weg Jesu einzufügen, der ja gekommen ist, „zu suchen und zu retten, was verloren ist“ (Lk 19:10)

Und erst das Licht: Das blendet fürs Erste, wenn das Auge zu sehr an die Dunkelheit gewöhnt ist. Doch dann tut sich dem staunenden Auge eine neue Welt auf, die es zuvor in seiner Schönheit und seinem Reichtum nicht sehen konnte.

Wir bemerken: Das Licht der Seligpreisungen ist ein Licht der innersten Verbundenheit mit dem Herrn; gerade deshalb aber drängt es nach außen und will nicht nur unser Herz und unser Leben sondern die Welt um uns erfüllen; es ist ein Licht für uns und zugleich für die Menschen an unserer Seite. Und es ist genau diese Öffentlichkeit unseres christlichen Lebens der Garant für unsere Zugehörigkeit zu Christus. Wollten wir also unseren Glauben nicht mehr öffentlich bezeugen dann haben wir Christus verloren und wir sind nicht mehr seine Jünger; wir gehören nicht m ehr zu ihm.

Christus in uns gewährleistet hingegen, dass wir unsere guten Taten ungeniert ausleben; er ist das Wasserzeichen in unseren guten Werken, an dem die Menschen unseren Vater im Himmel erkennen und ihn lobpreisen. Denn es ist die Art Jesu, mit den Augen des Vaters die Menschen anzublicken und sie so zum Lobpreis des Vaters hinzuführen. Amen!

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