Freitag, Dezember 24, 2010

Das Fleisch ist Wort geworden!






Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 1: 1 – 18


1Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.
2Im Anfang war es bei Gott.
3Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.
4In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.
5Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.
6Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.
7Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.
8Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.
9Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.
10Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.
11Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.
12Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,
13die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.
14Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.
15Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.
16Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.
17Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.
18Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.







Wir hörten eben die Botschaft von einem Wort. Sie trifft uns in einer Zeit vieler leerer und unnützer Worte. Denken wir an das, was in den Medien und im Showbusiness alles geredet, beredet und zerredet wird. Denken wir an den Smalltalk, dem keiner von uns sich völlig entziehen kann.

Zugleich denken wir an die Sprachlosigkeit der Menschen, die sich nichts mehr zu sagen haben, weil sie einander fremd geworden oder geblieben sind; oder die sich nicht mehr auskennen und wegen ihrer Ziellosigkeit oder ihrer Sinnlosigkeit verstummen und nicht mehr reden wollen; oder an jene Menschen, die von Leid und Kummer erdrückt, verstummen und nicht mehr reden können.

Ihnen allen steht das Wort gegenüber, das uns eben verkündet wurde: Es kommt ganz von Gott her! Sein Ursprung ist Gott; sein Inhalt ist Gott – aber sein Ziel sind wir, wir Menschen – vorerst, denn das Wort will uns ergreifen und prägen und mit nehmen zu Gott; dorthin wird das Wort letztlich zurückkehren – zusammen mit uns.

Im Hebräerbrief kommt dieses Wort vor im Rahmen eines Gespräches, das Gott durch die Propheten mit den Vätern Israels geführt hat. In diesem Gespräch bildet das Wort, das Gott durch seinen Sohn spricht, das Schlusswort: Mehr und Größeres als durch Christus hat Gott uns Menschen nicht mehr zu sagen. Durch Christus spricht Gott also dermaßen zu uns, dass Christus selber das Wort Gottes ist.

Das Wort Gottes hat Gestalt angenommen – es ist nicht bloßer Laut geblieben; es wurde Mensch wie wir. In einer Zeit wie der unseren, in der es in vieler Hinsicht zum aus der Haut fahren ist, in dieser unserer Zeit ist das Wort von Gott her in unsere Haut hinein gefahren!

Die Botschaft ist klar: Unsere Haut ist Gott teuer! Es ist für ihn keine arme Haut! Sie ist ihm eine unendlich teure und kostbare Haut – so kostbar, dass er damit sein Wort bekleidet und es in Jesus Christus Mensch werden lässt.

Unsere Haut ist Gott deswegen so teuer, weil sie sein Geschöpf ist und weil alles, was er geschaffen hat, gut – ja, sehr gut ist.

Durch sein Leben in unserer Mitte sagt Jesus, dass unser Menschsein nicht zum Davonlaufen ist sondern zum Annehmen, zum Ertragen, zum Erleiden und schließlich zum Erlöst werden.

Aus all dem können wir erkennen: Wir Menschen sind Gott sehr wohl der Rede wert!
Gegen jedes Verstummen beginnt er ein neues Gespräch in seinem Sohn Jesus Christus, im fleischgewordenen Wort!

Gegen jedes leere, sinnlose und oberflächliche Gerede spricht Gott das Wort, das Seiner voll ist: voll des Lebens, voll des Lichtes, voll der Wahrheit, voll der Liebe!

Weil Gott zu uns spricht ist die Stille nicht mehr tot; sie ist erfüllte Stille geworden, die uns zu Lauschenden werden lässt, zu Hoffenden, sich Öffnenden, und sich Ausstreckenden nach der Fülle diese Wortes, damit wir Gnade über Gnade empfangen können – und aus der Nacht wird Licht; aus der Leere Fülle; Schwäche wird zur Kraft und Tod wandelt sich in Leben.

Das Wort das Gott zu uns spricht ist ein Vor-Wort: Ein Wort, das einlädt zum Nachsprechen: Wir tun dies, indem wir Jesu Einladung in seine Nachfolge annehmen und auf seinen Spuren ein „anderer Christus“ hier auf Erden werden. Dadurch wird unser Leben eine Ant-Wort auf Gottes Wort an uns. Auf diese Weise tun wir , was Jesus tut, was Paulus im Hebräerbrief, Johannes im Evangelium tun und was die Hirten heute in der Nacht getan haben: sie sagen das Wort weiter, das Gott ihnen gesagt hat.

Mein Reden wird ein anderes, wenn ich weiß um das Wort, das mir geschenkt ist, wenn ich weiß um den, der mich zum Reden beauftragt, wenn ich um den weiß, an den ich meine Rede richten soll.

Das Wort ist Fleisch geworden damit das Fleisch Wort werde: Gott ist Mensch geworden, damit der Mensch Gott werde. Damit aber der Mensch nicht überheblich und stolz sondern segensvoll Gott werde ist Gott in Jesus Mensch geworden. Er allein zeigt den rechten Weg zur Gottwerdung des Menschen. Werden wir wie Jesus werden wir wie Gott. Um Jesus Christus dreht sich alles. Er ist der Angelpunkt unseres Heiles jetzt und in Ewigkeit! Amen!

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