Freitag, Oktober 29, 2010

Gern sehen, wer dieser Jesus sei!







Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 19: 1 – 10


In jener Zeit
1kam Jesus nach Jericho und ging durch die Stadt.
2Dort wohnte ein Mann namens Zachäus; er war der oberste Zollpächter und war sehr reich.
3Er wollte gern sehen, wer dieser Jesus sei, doch die Menschenmenge versperrte ihm die Sicht; denn er war klein.
4Darum lief er voraus und stieg auf einen Maulbeerfeigenbaum, um Jesus zu sehen, der dort vorbeikommen musste.
5Als Jesus an die Stelle kam, schaute er hinauf und sagte zu ihm: Zachäus, komm schnell herunter! Denn ich muss heute in deinem Haus zu Gast sein.
6Da stieg er schnell herunter und nahm Jesus freudig bei sich auf.
7Als die Leute das sahen, empörten sie sich und sagten: Er ist bei einem Sünder eingekehrt.
8Zachäus aber wandte sich an den Herrn und sagte: Herr, die Hälfte meines Vermögens will ich den Armen geben, und wenn ich von jemand zu viel gefordert habe, gebe ich ihm das Vierfache zurück.
9Da sagte Jesus zu ihm: Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.
10Denn der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.





Wer sucht, der findet! Wir kennen dieses Sprichwort und haben es gewiss oft schon praktiziert. Es stammt übrigens von Jesus. In der Bergpredigt sagt er es uns, wenn er über die Ausdauer beim Beten spricht.

Die heutige Geschichte von Zachäus lässt uns dieses Sprichwort ändern und sagen: Wer sucht, der wird gefunden!
Tatsächlich hat nämlich auch Zachäus Jesus gesucht: „Er wollte gerne sehen, wer dieser Jesus sei!“ heißt es von ihm. Er war neugierig auf Jesus. Das ist bei reichen Leuten auch heute noch so: Ihr Reichtum befreit sie von vielen alltäglichen Mühen um den Lebensunterhalt und regt sie an, nach dem Extravaganten zu suchen. Das wir bei Zachäus nicht anders gewesen sein. Ich unterstelle ihm vorerst, dass er kein weiß Gott wie spirituelles Interesse an Jesus hatte. Er hatte von diesem außergewöhnlichen Rabbi gehört und wollte ihn nun einfach einmal selber sehen. 
Und so klein seine Gestalt war so groß war seine Neugier und so groß war auch seine Phantasie und Ungeniertheit, solch einen Blick auf Jesus aus dem Geäst eines Maulbeerfeigenbaumes zu erhaschen.

Was er natürlich nicht ahnen konnte: Nicht nur er war ein neugierig Suchender! Jesus war es auch! Zachäus suchte Jesus zu sehen - viel mehr aber suchte Jesus – nicht nur, ihn zu sehen sondern viel mehr: Jesus suchte, ihm zu begegnen!

Ohne dies zu beabsichtigen, hat Zachäus durch seine Jesussuche dem suchenden Jesus die Tür geöffnet. So konnte es geschehen, dass Zachäus von Jesus gefunden werden konnte. Johannes von Kreuz hat diese Geschichte in ein kurzes Wort gefasst, in dem er schreibt: Wenn wir Gott suchen – so sucht Gott uns noch viel mehr! Genau dieses Suchen drückt Jesus am Ende des Evangeliums selber aus mit dem Wort: „Der Menschensohn ist gekommen, um zu suchen und zu retten, was verloren ist.“ (Lk 19:10)
Und verloren war Zachäus tatsächlich in verschiedener Hinsicht.
Er war verloren an sein Geld. Die Geldsucht plagte ihn. In seiner Stellung als Oberzöllner hatte er die Möglichkeit, seine Landsleute wie ein Blutegel auszusaugen, Geld zu scheffeln und so einen großen Reichtum anzuhäufen.

Verloren war er auch in seiner Einsamkeit. Denn sein Job machte ihn zum Kollaborateur der Römer. Die Steuern lieferte er nämlich in einer festgesetzten Summe den verhassten Römern ab, nachdem er vorher den überschüssigen Betrag als seinen Anteil abgezweigt hatte. Und dass der nicht zu gering ausfiel, besorgte er durch Wucherzölle. Wir können uns gut vorstellen, wie der Hass und die Verachtung der Juden auch den Zachäus getroffen und aus ihrer Gemeinschaft ausgestoßen haben. So hatte er im jüdischen Volk kein Zuhause und für die Römer war er bloß interessant wegen der Steuereinnahmen. Er saß zwischen allen Stühlen und war einsam. Sein einziger Freund war das Geld – bis zu seiner Begegnung mit Jesus.

Verloren war Zachäus in den Augen der Juden auch deshalb, weil er durch sein Verhalten in beständiger Sünde lebte und sich so aus dem verheißenen Volk ausgeschlossen hatte. Er beraubte sich der Heilsgüter, die Gott seinem Volk schenkt. In dieser Hinsicht wurden die Zöllner notorischen Sündern gleichgestellt – wie etwa den Huren.

In Jesus nun erlebte er einen Juden, der wirklich außerordentlich war: Jesus suchte nämlich seine Gemeinschaft; er verachtete ihn nicht und beschimpfte ihn nicht wegen seiner Tätigkeit. Ja, er lädt sich selber bei ihm, dem Zöllner Zachäus, ein! Damit gibt er ihm die Würde zurück, die ihm die übrigen Juden genommen haben: Dies stellt Jesus ausdrücklich mit den Worten fest: „Heute ist diesem Haus das Heil geschenkt worden, weil auch dieser Mann ein Sohn Abrahams ist.“ (Lk 19:9)

Wir sehen deutlich, wie Jesus dem Zachäus alles genommen hat, was ihn auf dem Weg zu Gott aufgehalten hat: Die Anhänglichkeit an sein Geld und das Ausgestoßensein aus dem von Gott geliebten Volk. So konnte er fortan ungehindert der Freude entgegeneilen, die Gott auch ihm verheißen hat. Dies alles hat Jesus dem Zachäus durch die Freundschaft geschenkt, die er ihm erwiesen hat.
In dieser Freude nimmt Zachäus Jesus bei sich auf. 
Diese Freude gibt er anderen Menschen weiter, indem er die Hälfte seines Vermögens den Armen gibt und das zuviel Geforderte vierfach rückerstattet.

Diese Freude möchte Zachäus auch uns weitergeben, indem durch das heutige Evangelium in uns die Neugierde geweckt wird, Jesus zu sehen! 
Mit dieser Neugierde auf Jesus beginnt offensichtlich ein Weg der Freude! Amen!

Kommentare:

daisy green hat gesagt…

Hallo Herr Eck,
ich würde Ihr Bild gerne für die Einladung zu einem Gottesdienst verwenden und versuche Sie deshalb zu erreichen - auf diesem Weg, da ich keine andere Kontaktmöglichkeit fand.
Bitte melden sie sich bei mir.
Beste Grüße
BF

daisy green hat gesagt…

Ich versuche es noch einmal,

können Sie mich bitte kontaktieren?
bmfmoeg {äd} g m x.n et