Sonntag, März 28, 2010

Zu Beginn der Karwoche


... der kommt im Namen des Herrn!


„Durch die barmherzige Liebe unseres Gottes wird uns besuchen das aufstrahlende Licht aus der Höhe.“ (Lk 1:78) So lässt zu Beginn seines Evangeliums Lukas den Zacharias singen aus Freude darüber, dass er ihm in hohem Alter einen Sohn geschenkt hat.


Nirgends zeigt sich die lichtvolle Barmherzigkeit Gottes so deutlich wie auf dem pechschwarzen Hintergrund menschlicher Unbarmherzigkeit. Gehen wir den Leuchtspuren der göttlichen Barmherzigkeit nach, wie sie uns in Jesu Verhalten aufleuchtet.


Sie neigt sich über uns Menschen, wie die Palmzweige sich neigen, mit denen die Menschen Jesus als König zugejubelt haben, als er in Jerusalem eingezogen ist.


Die Barmherzigkeit Gottes klingt an, in der Sehnsucht, mit der Jesus sich wünschte, das Paschamahl mit seinen Jüngern zu essen – mit jenen Jüngern, von denen einer ihn verraten, ein weiterer ihn verleugnen wird und alle übrigen ihn schmählich verlassen werden.


Jesus singt das Lied der Barmherzigkeit Gottes weiter als er dann im Garten am Ölberg sich des Dieners des Hohenpriesters erbarmt, indem er ihm das abgehauene Ohr wieder anheilte – als ob es gerade nichts wichtigeres gäbe in dieser Stunde, in der es bei ihm selber um Leben und Tod ging.


Eine besonders innig berührende Strophe dieses Liedes dringt an unser Herz, wenn wir hören, wie Jesus mit dem Petrus umgeht, als dieser beim Krähen des Hahnes erkennen muss, wie feige er Jesus verleugnet hat: Es heißt da schlicht: Da wandte sich der Herr um und blickte Petrus an!


Von ferne mag dieses Lied wohl auch anklingen, wenn wir hören, dass durch das Hin- und Zurückschicken Jesu Pilatus und Herodes Freunde wurden – die zuvor doch miteinander verfeindet waren.


Göttlich stark und dennoch menschlich möglich tönt dieses Lied wie ein mächtiger Glockenschlag wenn Jesus für alle jene betet, die ihm Leid und Tod zufügen: „Vater, vergib ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“ (Lk 23:34) Wie die Erbarmungslosigkeit und Grausamkeit der Menschen ihre Höhepunkt erreicht appelliert er mit diesen Worten an das Vaterherz Gottes und rührt damit an den tiefsten Ort der Barmherzigkeit Gottes.


Und schließlich die wenigen Worte an den Verbrecher an seiner Seite: „Amen, ich sage dir! Heute noch wirst du mit mir im Paradies sein!“ (Lk 23:43) Wie zum Ausklang dieses Liedes der Barmherzigkeit Gottes zeigt Jesus sich bis zuletzt offen und empfänglich für die Gedenkbitte des Verbrechers, der neben ihm und mit ihm am Kreuz stirbt.


Lassen wir uns dieses Lied der barmherzigen Liebe Gottes zu Herzen gehen. Nehmen wir seine Melodie in unser Leben auf und lassen wir es zu, dass sein Klang unser Denken, Reden und Tun bestimmt – indem wir die Nähe dieses so sehr liebenden Herrn gerade in diesen Tagen aufsuchen und indem wir barmherziger werden zueinander. Amen!

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