Freitag, März 19, 2010

Geht alle zu Josef!




Aus dem heiligen Evangelium nach Matthäus Mt 1:16.18-21.24a

16Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.

18Mit der Geburt Jesu Christi war es so: Maria, seine Mutter, war mit Josef verlobt; noch bevor sie zusammengekommen waren, zeigte sich, dass sie ein Kind erwartete - durch das Wirken des Heiligen Geistes.

19Josef, ihr Mann, der gerecht war und sie nicht bloßstellen wollte, beschloss, sich in aller Stille von ihr zu trennen.

20Während er noch darüber nachdachte, erschien ihm ein Engel des Herrn im Traum und sagte: Josef, Sohn Davids, fürchte dich nicht, Maria als deine Frau zu dir zu nehmen; denn das Kind, das sie erwartet, ist vom Heiligen Geist.

21Sie wird einen Sohn gebären; ihm sollst du den Namen Jesus geben; denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen.

24aAls Josef erwachte, tat er, was der Engel des Herrn ihm befohlen hatte.



Das Evangelium erzählt uns heute über den abenteuerlichen Weg, auf dem Gott dem hl. Josef seinen Sohn und dessen Mutter Maria anvertraut. Wir können sagen, dass Gott hier auf Erden einen Beschützer für seinen Sohn und dessen Mutter gesucht hat. Die Kindheitsgeschichte bei Matthäus und Lukas berichten uns sehr anschaulich, wie nötig dieser Beschützer war.

Auf seiner Suche nach diesem Beschützer hat Gott sich an das Wort der Schrift gehalten: „Geht zu Josef!“ (Gen 41:55) Dieses Wort finden wir im Buch Genesis. Dort sagt es der Pharao zu seinen Landsleuten, als sie zu ihm um Hilfe rufen, weil in Ägypten die sieben Hungerjahre angebrochen sind. Seine Leute sollen sich an Josef wenden, den Sohn Jakobs! Ihn hat er zum Verwalter über ganz Ägypten bestellt. Und Josef hat für diese Notzeit vorgesorgt, denn in den sieben Jahren des Überflusses hat er ausreichend Getreide für die Hungerjahre gesammelt. Das kann er nun verteilen.


Wie es nun aber die göttliche Fügung will lesen wir im Stammbaum Jesu bei Matthäus: „Jakob war der Vater von Josef, dem Mann Marias; von ihr wurde Jesus geboren, der der Christus (der Messias) genannt wird.“ (Mt 1:16)


Was ist dieser Josef, der Sohn Jakobs, nun für ein Mann, dass Gott bei ihm Zuflucht sucht und den ausreichenden Schutz für seinen Sohn erwartet? Wie der Pharao von Ägypten dem Josef sein Volk anvertraut so vertraut Gott dem Josef seinen Sohn an. Welche Vorzüge an Josef veranlassen ihn dazu?


Nun einmal, dass Josef auf die Stimme Gottes hören kann, die ihm ein Engel im Traum mitteilt. Dieses Hören besteht nicht nur im Vernehmen dieser Stimme sondern vor allem auch darin, dass er dieser Stimme mehr Gewicht zuteilt als seinem eigenen Entschluss – wie wir im Evangelium eben gehört haben. Josef ist nicht stur sondern flexibel im Sinne Gottes; er ist formbar nach den Plänen Gottes. Und er gehorcht nicht erst nach einigem Überlegen und Abwägen von Für und Wider sonder er gehorcht sogleich, unverzüglich. Er sieht in Gott nicht einen Konkurrenten für sein Leben sondern den, dem er sein Leben verdankt; er sieht in Gott den, der seinen Lebensweg von Anfang bis zum Ende besser kennt als er selber; darum sieht er in Gott den, dem er sich vorbehaltlos anvertrauen kann. In diesem Vertrauen ist er ein Kind Abrahams, dessen gläubiges Vertrauen Paulus in der 2. Lesung hervorhebt.


Gott hat in Josef dieses durch und durch gute Erbe Abrahams entdeckt; das hat ihn angezogen und erkennen lassen: dieser Josef ist der rechte Mann für Maria und der rechte Schutzvater für meinen Sohn.


Diese Art Gottes, bei Josef Zuflucht zu suchen und sich von ihm helfen zu lassen steht die Zeiten hindurch als lebendiges und anziehendes Vorbild da und hat die Kirche immer mehr zu diesem hl. Mann hingezogen. Immer ausdrücklicher hat sie den hl. Josef als ihren besonderen Schutzpatron erwählt.

Und ihre Hirten haben den auf Erden fortlebenden Christus, die Kirche, der Sorge des hl. Josef anvertraut.


Genau das wollen auch wir heute tun im Blick auf die Krise, in die unsere Kirche in jüngster Zeit geraten ist: Wir vertrauen uns als Kirche mit ganzer Hingabe dem Schutz und der Fürsprache des hl. Josef an. Wir sind dabei gewiss, dass unser Vertrauen von ihm nicht missbraucht wird sondern dass seine väterliche Autorität uns hinordnet auf Jesus, auf den ja sein ganzes eigenes Leben hingeordnet ist.

Durch diese Hinordnung führt er uns zum Quell göttlichen Erbarmens, der aus Jesus fließt zu unserer Reinigung und Befreiung; zu unserer Reifung und Stärkung; zu unserer Begründung in Glaube, Hoffnung und Liebe.


Hl. Josef! Lehre uns durch Dein Leben, dass auch wir uns diesem Quellwasser Gottes in Jesus öffnen und lass uns so von neuem erfahren die Vatergüte Gottes, die Menschenfreundlichkeit Jesu und die liebevolle Führung durch den Hl. Geist. Amen!

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