Samstag, Dezember 26, 2009

Stephanus - voll Gnade und Kraft!



Lesung aus der Apostelgeschichte

6: 8 – 10; 7: 54 – 60


8Stephanus aber, voll Gnade und Kraft, tat Wunder und große Zeichen unter dem Volk.


9Doch einige von der so genannten Synagoge der Libertiner und Zyrenäer und Alexandriner und Leute aus Zilizien und der Provinz Asien erhoben sich, um mit Stephanus zu streiten;


10aber sie konnten der Weisheit und dem Geist, mit dem er sprach, nicht widerstehen.


54Als sie das hörten, waren sie aufs äußerste über ihn empört und knirschten mit den Zähnen.


55Er aber, erfüllt vom Heiligen Geist, blickte zum Himmel empor, sah die Herrlichkeit Gottes und Jesus zur Rechten Gottes stehen


56und rief: Ich sehe den Himmel offen und den Menschensohn zur Rechten Gottes stehen.


57Da erhoben sie ein lautes Geschrei, hielten sich die Ohren zu, stürmten gemeinsam auf ihn los,


58trieben ihn zur Stadt hinaus und steinigten ihn. Die Zeugen legten ihre Kleider zu Füßen eines jungen Mannes nieder, der Saulus hieß.


59So steinigten sie Stephanus; er aber betete und rief: Herr Jesus, nimm meinen Geist auf!


60Dann sank er in die Knie und schrie laut: Herr, rechne ihnen diese Sünde nicht an! Nach diesen Worten starb er.





Der zweite Weihnachtsfeiertag ist das Fest des ersten Märtyrers um Christi willen. Das Fest der Freude über die Geburt Christ – und dann gleich darauf Betroffenheit beim festlichen Gedenken an den Tod des ersten Blutzeugen unserer Kirche.

Das scheint nicht recht zusammenzupassen und drängt, nach dem Verbindenden zu suchen.


Beide Ereignisse haben mit dem Herzen zu tun, näher hin mit dem Ausschütten des Herzens:

In der Menschwerdung Christi hat Gott sein Herz ausgeschüttet – so sehr, dass diese herzliche Liebe Mensch geworden ist im Jesuskind in der Krippe.


Auch Stephanus hat sein Herz ausgeschüttet in einer langen Rede über die Beziehung Gottes zu seinem erwählten Volk Israel und wie dieses Volk die Liebe Gottes zurückweist, die sich zuletzt in Jesus Christus und seiner Auferstehung von den Toten zurückweist.


Gott hat seine Liebe zu uns Menschen ausgeschüttet und ist als Mensch in unsere Welt eingegangen.


Stephanus hat seine Liebe zu Gott und den Menschen ausgeschüttet und ist als Blutzeuge in den Himmel eingegangen.


Dabei hat Stephanus Jesus nachgeahmt, der zuvor sein Leben hingab – auch deshalb, weil er sich ganz in die Herzensausschüttung seines Vaters einfügte und in Leben, Tod und Auferstehung vollendete, was sein Vater in der Menschwerdung begonnen hat.


Und vergessen wir dabei das eine grundlegende nicht: Wie Menschwerdung und Erlösung in der Kraft des Heiligen Geistes geschehen sind, war auch Stephanus voll des Heiligen Geistes, als er an den Tischen diente, seine Rede gehalten hat und als er dann gesteinigt wurde. Diese Geistverbundenheit kommt besonders zum Ausdruck, wenn Stephanus seinen Mördern vergibt, wie auch Jesus dies getan hat.


Für uns bedeutet dies, dass zu Weihnachten ein Weg beginnt, dessen Markenzeichen das Zeugnis für Jesus ist: Dieses Zeugnis legen wir ab in der herzlichen und tätigen Freude über sein Kommen zu uns, in der Verehrung und Anbetung des Kindes in der Krippe, im Weitergeben der weihnachtlichen Freude durch die Liebe, die wir anderen erweisen;


wir legen dieses Zeugnis aber auch ab im verbalen und aktiven Widerspruch gegen alles, was der Ehre Gottes, der Würde des Menschen – kurz und gut: was der Liebe widerspricht.


Dazu ermutige uns das liebevolle Kommen Jesu zu uns und das unerschrockene Beispiel seines ersten Märtyrers Stephanus. Amen!

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