Samstag, Dezember 12, 2009

Freude im Herrn!


Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Philipper 4: 4 – 7


4Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch!


5Eure Güte werde allen Menschen bekannt. Der Herr ist nahe.


6Sorgt euch um nichts, sondern bringt in jeder Lage betend und flehend eure Bitten mit Dank vor Gott!


7Und der Friede Gottes, der alles Verstehen übersteigt, wird eure Herzen und eure Gedanken in der Gemeinschaft mit Christus Jesus bewahren.




„Freut euch im Herrn zu jeder Zeit! Noch einmal sage ich: Freut euch! Denn der Herr ist nahe.“ (Phil 4:4.5)

Was ist das für eine Freude, die jederzeit möglich ist? Ist Freude nicht eine Stimmung, die kommt und wieder geht? Eine launische Regung unseres Gemütes, die auftaucht, uns glücklich macht und dann wieder verschwindet?


Die Freude, die Paulus meint, ist eine Freude im Herrn! Diese Freude kommt nicht aus uns selber. Sie kommt vom Herrn. Sie ist ein Geschenk des Herrn – das er uns jederzeit gibt, da er uns ja jederzeit nahe ist!

Aber warum sind wir dann nicht immer in dieser Freude? Weil wir ihm nicht jederzeit nahe sind!


Diese Freude ist ein Geschenk, eine Gabe, die er uns reicht, sobald wir uns IHM nahen. Dann wird uns diese Freude unweigerlich ergreifen. Diese Freude ist wie die Luft, die den Herrn umgibt. Sowie wir in diesen Luftraum eindringen, indem wir uns ihm nähern, wird uns auch diese Freude unweigerlich ergreifen. Aber warum bin ich dann nicht häufiger in der Freude, da ich doch soviel bete und regelmäßig zur Messe gehe? Dann müssten doch auch die Christen viel froher sein?


Das kommt daher dass ich mit offenem Mund aber mit verschlossenem Herzen bete; und daher, dass ich zwar leiblich bei der Messe bin aber mit meinem Herzen ganz wo anders. Eigentlich täusche ich eine Gottesbegegnung zumeist nur vor und vollziehe sie nicht wirklich; deshalb hat die Freude des Herrn auch keinen Zugang zu mir, dass sie mich ergreifen und erfüllen könnte. Bei äußerer Nähe bleibe ich dem Herrn innerlich doch fern.


Freut euch im Herrn zu jederzeit meint eine herzliche und nicht eine gefühlsmäßige Freude. Sie findet nur Zugang zu mir, wenn ich dem Herrn von Herzen begegne – und dazu kann ich mich entschließen: Ich will ganz beim Herrn sein – mit Leib und Seele; mit meinen Gedanken und Gefühlen, mit allen und mit allem, was mein Leben ausmacht. So beim Herrn zu sein lässt die Dämme brechen, die bisher aufgehalten haben und die Freude des Herrn kann unser Herz und unser ganzes Leben überschwemmen und das trockene, fruchtlose Land zum Blühen und sprießen bringen.


Wie die Freude, die vom Herrn kommt, tiefer liegt als meine Gefühle so ist auch mein Entschluss, dem Herrn von Herzen zu begegnen, nicht das Ergebnis einer momentanen Laune sondern die Konsequenz meiner Entschlossenheit, ganz zum Herrn zu gehen und ganz bei ihm zu sein und zu bleiben.


Daran ändert sich auch nichts, wenn ich aus Schwachheit diesem Entschluss gelegentlich entgegen handle: dann werde ich mich erst recht diesem Herrn nahen, ihm meine Schuld bekennen und durch seine gnadenvolle Vergebung wieder ganz in seine Nähe zurückkehren. Alles – das Ungute eingeschlossen – gereicht mir in der Hinwendung zum Herrn zum Guten. Er macht wirklich alles gut!


Paulus schreibt die Einladung zur Freude im Herrn aus seiner Grundoption für den Herrn! Für ihn steht außer Frage: Ob er lebt oder stirbt – er gehört dem Herrn!


Diese Grundoption fügt sich in jeden christlichen Lebensstand. Freilich sind die Umstände verschieden und jeder muss zusehen wie diese Grundoption in seinem besonderen Lebenszusammenhang möglich ist. Die Entschiedenheit für diese Option wird aber jene Phantasie freigeben, welche die Hindernisse für die Nähe zum Herrn im Leben wahrnimmt und überwindet.


Worte der seligen Teresa von Kalkutta mögen diese Predigt zugleich beschließen, zusammenfassen und in unseren Alltag hinaus weiterführen: „Die Freude kommt aus der Erwartung, aus der Gegenwart, aus der liebenden Nähe. Hat der Christ von alledem mehr als andere Menschen? Die Frage ist, ob er Christus hat; ob er auf dem Weg ist Christus zu werden: „zu lieben, wie er liebt; zu helfen, wie er hilft; zu geben, wie er gibt; zu dienen, wie er dient, zu retten, wie er rettet. Vierundzwanzig Stunden mit ihm zu sein und ihn in seiner elendsten Verkleidung zu berühren.“ Amen!

Keine Kommentare: