Samstag, September 26, 2009

... in meinem Namen...



Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 9:38 – 48

38Da sagte Johannes zu ihm: Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.


39Jesus erwiderte: Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.


40Denn wer nicht gegen uns ist, der ist für uns.


41Wer euch auch nur einen Becher Wasser zu trinken gibt, weil ihr zu Christus gehört - amen, ich sage euch: er wird nicht um seinen Lohn kommen.


42Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.


43Wenn dich deine Hand zum Bösen verführt, dann hau sie ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Händen in die Hölle zu kommen, in das nie erlöschende Feuer.


44/45Und wenn dich dein Fuß zum Bösen verführt, dann hau ihn ab; es ist besser für dich, verstümmelt in das Leben zu gelangen, als mit zwei Füßen in die Hölle geworfen zu werden.


46/47Und wenn dich dein Auge zum Bösen verführt, dann reiß es aus; es ist besser für dich, einäugig in das Reich Gottes zu kommen, als mit zwei Augen in die Hölle geworfen zu werden,


48wo ihr Wurm nicht stirbt und das Feuer nicht erlischt.



Ein Fußballer wird beim Spielen seine Aufmerksamkeit vor allem auf den Fußball richten. Die anderen Mitspieler wird er nur beachten, insofern er ihnen den Ball weiterspielen will oder einen Pass erwartet non einem Mitspieler.


Im heutigen Evangelium geht es zwar nicht um Fußball sondern um die Nachfolge Jesu; aber auch hier um die Frage: W en muss ich dabei vor allem im Auge haben?


Johannes versucht eine Antwort auf diese Frage: „Meister, wir haben gesehen, wie jemand in deinem Namen Dämonen austrieb; und wir versuchten, ihn daran zu hindern, weil er uns nicht nachfolgt.“ (Mk 9:38) Er findet es wichtig, darauf zu achten, wie andere Jesus nachfolgen.

Jesus korrigiert ihn: „Hindert ihn nicht! Keiner, der in meinem Namen Wunder tut, kann so leicht schlecht von mir reden.“ (Mk 9:39)

Indirekt stellt er somit diesen „außerordentlichen“ Wundertäter als Vorbild hin indem er auf das Wesentliche hinweist: „In seinem Namen Wunder tun.“

Das zählt: in Jesu Namen sein. In Jesu Namen wirken. In Jesu Namen leben. Das ist das Wesen der Nachfolge Jesu.


Darum ist es auch so schlimm, von diesem Namen Jesu wegzukommen – sei es, dass man von anderen weggeführt wird; sei es, dass man selber vom Namen Jesu abkommt. Jesus setzt hier das Verführt werden zum Bösen gleich mit dem Herausfallen aus dem Leben in seinem Namen.


Entsprechend schwer setzt Jesus auch die Ahndung dieses Vergehens an: „Wer einen von diesen Kleinen, die an mich glauben, zum Bösen verführt, für den wäre es besser, wenn er mit einem Mühlstein um den Hals ins Meer geworfen würde.“ (Mk 9:42) Die Strafe, im Meer ertränkt zu werden, war bei den Juden verpönt, weil der im Meer Ertränkte eines Begräbnisses beraubt wurde.

Und entsprechend entschlossen ist im eigenen Leben vorzugehen, wenn Böses droht von Jesus zu trennen. Es gilt, sich von allem radikal zu trennen, was zum Bösen und das heißt von Jesus weg führt. Natürlich sind die Worte Jesu vom abtrennen einzelner Glieder des Leibes nicht wortwörtlich zu nehmen; ansonsten wäre die Kirche eine einzige große Invalidenanstalt.

Da Jesus ja selber vor kurzem erst gesagt hat, dass das Böse aus dem Herzen des Menschen kommt, ist klar, was Jesus mit den Worten des heutigen Evangeliums meint: Es geht ihm nicht um eine Verstümmelung des Körpers sondern darum , dass die Neigungen des Herzens zum Bösen radikal geheilt werden und das geschieht dadurch, dass sie zu dem Arzt gebracht werden, der allein sie heilen kann, zu Jesus. Und dieses Hinbringen unserer kranken Neigungen zu IHM ist bereits ein Leben in seinem Namen. Diese Hinbringen muss mit aller nur möglichen Entschlossenheit geschehen; da darf es keine Halbheiten, keine Kompromisse geben.


Jesus beantwortet also die eingangs gestellte Frage etwa mit folgenden Worten: „In meiner Nachfolge gilt es vor allem anderen auf mich zu achten und das bedeutet auf ein Leben in meinem Namen. Was die anderen und einen selber betrifft, so gilt es, alles daran zu setzen, dass ein Leben in meinem Namen gefördert und gesichert wird.“


Ein außerordentliches Beispiel für ein Leben im Namen Jesu gibt der Heilige des heutigen Tages, Vinzenz von Paul. Denn er ordnete sein Leben mehr und mehr auf das Vorbild Jesu hin, indem er zahllosen geistlich und materiell Armen seiner Zeit wirksam und nachhaltig geholfen hat.

Ein Wort von ihm mag das heutige Evangelium abschließend nacherzählen: „Kein Mensch ist im Guten stetiger und unbeirrbarer als der Milde und Gütige. Ewig wankend sind sie alle, die sich vom Zorn und von der unersättlichen Gier der Leidenschaften fortreißen lassen. Sie handeln schrullenhaft und unbeherrscht – wie Sturzbäche sind sie, deren Kraft und Ungestüm nur im Überborden besteht. So wie sie verfließen, trocknen sie aus.

Anders die Ströme, die wie gütige Menschen sind – ohne Geräusch und voller Ruhe ziehen sie dahin, ohne je zu versiegen.“

1 Kommentar:

Simon L. hat gesagt…

Sehr geehrter Herr Eck,

ich bin Redakteur und würde gern eines Ihrer Bilder abdrucken. Würden Sie mich bitte per gmail kontaktieren?

Vielen freundliche Grüße
Simon L.