Freitag, August 07, 2009

Wer zu mir kommt, wird nicht mehr hungern ...


Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 6: 24 – 35

24 Als die Leute sahen, dass weder Jesus noch seine Jünger dort waren, stiegen sie in die Boote, fuhren nach Kafarnaum und suchten Jesus.

25 Als sie ihn am anderen Ufer des Sees fanden, fragten sie ihn: Rabbi, wann bist du hierher gekommen?

26 Jesus antwortete ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ihr sucht mich nicht, weil ihr Zeichen gesehen habt, sondern weil ihr von den Broten gegessen habt und satt geworden seid.

27 Müht euch nicht ab für die Speise, die verdirbt, sondern für die Speise, die für das ewige Leben bleibt und die der Menschensohn euch geben wird. Denn ihn hat Gott, der Vater, mit seinem Siegel beglaubigt.

28 Da fragten sie ihn: Was müssen wir tun, um die Werke Gottes zu vollbringen?

29 Jesus antwortete ihnen: Das ist das Werk Gottes, dass ihr an den glaubt, den er gesandt hat.

30 Sie entgegneten ihm: Welches Zeichen tust du, damit wir es sehen und dir glauben? Was tust du?

31 Unsere Väter haben das Manna in der Wüste gegessen, wie es in der Schrift heißt: Brot vom Himmel gab er ihnen zu essen.

32 Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Nicht Mose hat euch das Brot vom Himmel gegeben, sondern mein Vater gibt euch das wahre Brot vom Himmel.

33 Denn das Brot, das Gott gibt, kommt vom Himmel herab und gibt der Welt das Leben.

34 Da baten sie ihn: Herr, gib uns immer dieses Brot!

35 Jesus antwortete ihnen: Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt, wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.




Wir hörten Jesus sagen: „Ich bin das Brot des Lebens; wer zu mir kommt wird nie mehr hungern, und wer an mich glaubt wird nie mehr Durst haben.“ Auf wunderbare Weise haben die fünftausend Leute im Evangelium des letzten Sonntags dies erfahren, als er aus 5 Broten und 2 Fischen alle sättigte und zum Schluss noch 12 Körbe an Resten übrig geblieben sind.

Doch Jesus wollte nicht nur für die 5 000 Leute damals Brot des Lebens sein; darum sagt er auch nicht: „Ich war das Brot des Lebens“ sondern: „Ich bin das Brot des Lebens.“ Und er wollte nicht nur den hungrigen Magen der Menschen damals füllen sondern er will das Herz der Menschen erfüllen: darum fügt er heute an: „Wer an mich glaubt, wird nie mehr Durst haben.“

Der Glaube an ihn stillt einen Durst und füllt eine Leere. Diese Leere wird in der 2. Lesung angesprochen: Paulus schreibt an die Epheser vom nichtigen Denken der Heiden und vom alten Menschen, der in Verblendung und Begierde zugrunde geht. Mit diesen Worten beschreibt Paulus den leeren und dürstenden Menschen, den Jesus zum Glauben an ihn einlädt.

Dieser Glaube lässt uns von Christus lernen. Er lässt uns auf Christus hören, so dass er uns unterrichten kann. Und was will er uns lehren? Den alten Menschen auszuziehen und den neuen Menschen anzuziehen: Dieses Umkleiden ereignet sich in der Änderung des früheren Lebens; dies geschieht in der Änderung von Geist und Sinn. So wird der neue Mensch, der nach dem Bild Gottes geschaffen ist. Er zeichnet sich aus durch wahre Gerechtigkeit und Heiligkeit.

Wir sehen: Nicht nur der Leib hungert sondern auch die Seele. Jesus speist nicht nur den Leib sondern auch die Seele. Er ist Brot in materieller und geistlicher Hinsicht. Er ist Lebensquell in jeder Hinsicht.

So großartig und umfassend die Einladung Jesu auch ist – wirksam werden und greifen kann sie erst, wenn wir darauf reagieren und zu Jesus hingehen. Jesus hat nicht im Sinn uns wie Mastgänse zu stopfen! Vergessen wir nicht, dass Jesus sagt: „Wer zu mir kommt ... wer an mich glaubt.“ Das Leben, das Jesus schenkt erwächst aus seinem Geben und unserem Nehmen. Er will geben, damit wir nehmen! So nehmen wir doch, was er geben will!

Was aber könnte uns denn bewegen, der Einladung Jesus zu folgen? Die Einsicht, dass der Reichtum, den Jesus schenken will die Antwort ist auf unsere Fragen; die Fülle für unsere Leere; das Ziel unseres Suchens;

Im Evangelium vom vergangenen Sonntag erlebten wir, wie von Jesus eine Überfülle von Leben ausgeht. Dieses überfließende Leben will uns vor allem auch dazu bewegen, unsere Bedürftigkeit anzuschauen, der Leere unseres Lebens in die Augen zu blicken – in der zunehmenden Gewissheit, dass Jesus so überreich ist, dass er auch meiner Not mehr als abhelfen kann.

Wenn Jesus sich nun bezeichnet als das Brot des Lebens dann soll dadurch unsere Aufmerksamkeit natürlich auch gerichtet werden auf das Brot, das die Mitte der hl. Messe darstellt: In diesem Brot wird durch die Wandlungsworte des Priesters Jesus selber präsent. Das „Zu Ihm kommen“ und „an Ihn glauben“ vollzieht sich deswegen besonders auch in der Verehrung dieses eucharistischen Brotes.

Das Wort Jesu im heutigen Evangelium will uns den unermesslichen Reichtum der heiligsten Eucharistie vor Augen stellen. Er will uns zugleich berühren durch die einfache Weise, die Er gewählt hat, um uns ganz nahe sein zu können; um unser Schatz im Acker und unsere kostbare Perle sein zu können. Lernen wir von dieser Einfachheit Jesu, bei ihm zu verweilen, ihn anzubeten, ihm zu danken, ihn zu essen und ihn so ganz in unser Leben einfließen zu lassen. Und gelangen wir so zur Erfahrung: O Jesus, all mein Leben bist du ohne dich nur Tod! Amen!

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