Sonntag, August 16, 2009

Wer dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 6: 51 – 58

51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, (ich gebe es hin) für das Leben der Welt.

52 Da stritten sich die Juden und sagten: Wie kann er uns sein Fleisch zu essen geben?

53 Jesus sagte zu ihnen: Amen, amen, das sage ich euch: Wenn ihr das Fleisch des Menschensohnes nicht esst und sein Blut nicht trinkt, habt ihr das Leben nicht in euch.

54 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, hat das ewige Leben, und ich werde ihn auferwecken am Letzten Tag.

55 Denn mein Fleisch ist wirklich eine Speise, und mein Blut ist wirklich ein Trank.

56 Wer mein Fleisch isst und mein Blut trinkt, der bleibt in mir, und ich bleibe in ihm.

57 Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.

58 Dies ist das Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Mit ihm ist es nicht wie mit dem Brot, das die Väter gegessen haben; sie sind gestorben. Wer aber dieses Brot isst, wird leben in Ewigkeit.




Immer tiefer enthüllt Jesus, was er mit dem Brot in seinen Händen austeilt. Immer klarer spricht er den Mehrwert des Brotes aus, das er verteilt. Und es wird der eigentliche Sinn des unsinnigen Übermaßes deutlich, als bei der wunderbaren Vermehrung aus 5 Broten und zwei Fischen nicht nur die 5000 Leute satt wurden sondern außerdem 12 Körbe an Resten übriggeblieben sind: Die äußere Übermenge an verbleibenden Brotresten weist auf den inneren Reichtum, den das Brot enthält, das Jesus austeilt mit den Worten: „Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch!“

So überdeutlich wie das Wunder der Brotvermehrung zu Beginn seiner Rede sind jetzt seine Worte, mit denen er diese Rede beschließt.

Was drängt ihn zu einer derartigen Klarheit, die sowohl bei den zuhörenden Juden wie auch bei seinen Jüngern Unverständnis und Widerstand hervorruft?

Es ist der Geist der Hingabe, der ihn dazu drängt. In dieser Hingabe kommt seine Sorge um das Leben der Welt zum Ausdruck: Ihm ist die Welt nicht gleichgültig und nicht, wie sie lebt. Und eben dieses Leben soll ein glückliches, erfülltes Leben sein – Jesus nennt es ein Leben in Ewigkeit. Dabei hat Jesus nicht die Menschheit im Allgemeinen vor Augen sondern die Leute, die ihn gerade umgeben: seine Jünger und die übrigen Zuhörer. Deswegen spricht er sie direkt an: wenn ihr nicht esst, wenn ihr nicht trinkt ... habt ihr das Leben nicht in euch.

Wir wissen aus eigener Erfahrung: Je überzeugter und entschlossener wir sind desto deutlicher werden die Worte, die wir sprechen und desto gewisser die Taten, die den Worten folgen. Die klaren Worte Jesu haben wir eben gehört und die daraus erfolgenden Taten erleben wir in seinem Leiden und Sterben. Jesus möchte uns zum einen aufstacheln, das Leben unserer Welt zutiefst ernst zu nehmen und unsere Lebenshingabe dafür zu erneuern.
Wie geht Jesus mit dieser Lebensfülle im Brot um? Ganz einfach – er verschenkt es! Was sollte er anderes auch tun? ER macht es nicht wie manche Superreichen mit einem unschätzbar wertvollen Gemälde: Sie sperren es ein und ergötzen sich allein daran.

Nein, so macht es Jesus gewiss nicht. Will er doch, dass sein Leben in die Welt einfließt und so die Welt rette! Das ist sein Herzenswunsch, das seine Berufung; dazu ist er in diese Welt gekommen. Da es unbezahlbar ist, schenkt er es einfach her – im Übermaß, wie wir gehört haben.

Es ist aber nicht allein die Unbezahlbarkeit. Leben vermehrt sich durch Mitteilung. Es ist ein inneres Gesetz des Lebens, sich auszuteilen und sich so zu vermehren. Jesus offenbart dieses innere Gesetz als ein Gesetz der Liebe. Dieses Austeilen aus Liebe hat mit Sendung zu tun – ein anderes Wort dafür ist Mission.

Darum hören wir Jesus heute sagen: „Wie mich der lebendige Vater gesandt hat und wie ich durch den Vater lebe, so wird jeder, der mich isst, durch mich leben.“ Da haben wir alles beisammen: Den lebendige Vater, die Sendung, das Essen und das Leben.

Es ist wie beim Strom, der vom Generator ausgeht durch die Leitungen fließt, um schließlich Licht zu werden.

Gerade so ist es mit dem ewigen, wahren Leben: Es geht von Gott aus, fließt durch die Hände Jesu und die seiner Jünger und wird in der Sättigung zu neuem Leben bei denen, die dieses Jesusbrot essen – in gläubigem Heißhunger.

Und schließlich diese unglaubliche Einfachheit: etwas vom allerelementarsten unseres Lebens – das Essen verhilft uns zu jener Lebensfülle, die Jesus uns schenken möchte und die darin besteht, dass wir durch dieses Essen ineinander sind: Jesus in uns und wir in Jesus.

Ein Prozess gegenseitiger Durchwandlung – Jesus wird wir und wir werden Jesus.

Die Leute damals wollten dies mit dem Hirn verstehen – und sind gescheitert. Wie kann man mit dem Kopf begreifen was von Herzen kommt!?

Machen wir’s klüger und suchen wir gleich mit dem Herzen zu begreifen; das Verstehen kommt dann schon.

Und vergessen wir den gläubigen Heißhunger nach diesem Brot des Lebens nicht, den der Herr immer mächtiger in uns entfache! Amen!

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