Freitag, August 07, 2009

Ich bin das Brot, das Leben schenkt!


Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 6: 41 – 51

41 Die Zuhörenden murrten, weil er gesagt hatte: »Ich bin das Brot, das vom Himmel gekommen ist«.

42 Sie sagten: »Wir kennen doch seinen Vater und seine Mutter! Er ist doch Jesus, der Sohn Josefs! Wie kann er behaupten: ‘Ich komme vom Himmel’«?

43 Jesus sagte zu ihnen: »Was murrt ihr?

44 Nur die können zu mir kommen, die der Vater, der mich gesandt hat, zu mir führt. Und ich werde alle, die zu mir kommen, am letzten Tag vom Tod auferwecken.

45 In den Schriften der Propheten heißt es: ‘Alle werden von Gott unterwiesen sein.’ Wer den Vater hört und von ihm lernt, kommt zu mir.

46 Nicht, dass je ein Mensch den Vater gesehen hätte. Nur der Eine, der von Gott gekommen ist, hat den Vater gesehen.

47 Amen, ich versichere euch: Wer sich an mich hält, hat das ewige Leben.

48 Ich bin das Brot, das Leben schenkt.

49 Eure Vorfahren aßen das Manna in der Wüste und sind trotzdem gestorben.

50 Hier aber ist das Brot, das vom Himmel herabkommt, damit, wer davon isst, nicht stirbt.

51 Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel gekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird ewig leben. Das Brot, das ich geben werde, ist mein Leib. Ich gebe ihn hin, damit die Menschen zum Leben gelangen können«.





„Ich bin das lebendige Brot, das vom Himmel herabgekommen ist. Wer von diesem Brot isst, wird in Ewigkeit leben.
Das Brot, das ich geben werde, ist mein Fleisch, ich gebe es hin für das Leben der Welt.“ (Joh 6:51)

Die Herkunft dieses Brotes vom Himmel und das ewige Leben, den sein Genuss schenkt lassen uns zurück denken an die übermäßige Brotvermehrung, bei der noch 12 Körbe übrig geblieben sind. Auf die himmlische Herkunft und das ewige Leben weisen die 12 übrig gebliebenen Körbe hin. Zugleich deutet diese Übermenge auf Jesus selber hin: Das Brot, das Jesus gibt, ist er selber. Jesus gibt sich selber in diesem Brot. Das Brot, das Jesus gibt ist mehr, als unsere körperlichen Sinne fassen können in der sichtbaren Gestalt des Brotes; es enthält den – ja es ist der, der unser menschlich sinnliches Maß übersteigt: der von Gott kommt, der Gott ist und der uns deshalb ewiges, göttliches Leben schenken kann.

In diesem Brot gibt Jesus sein Fleisch. Und dieses Geben ist ein Hingeben im Opfer, das er durch sein Sterben am Kreuz vollzieht. Wie Jesus das Brot in die Hände der hungrigen Menschen gegeben hat – gerade so hat er auch sein Fleisch in die Hände der Menschen gegeben, die ihn dann gefoltert und am Kreuz getötet haben. Auch diese Leute waren hungrig: hungrig darauf, ihn leiden und sterben zu sehen. Hungrig danach, dass er so bestraft werde für sein gesetzwidriges und gotteslästerliches Verhalten. So hat Jesus auch ihren Hunger gestillt.

Durch seine Auferstehung jedoch hat Jesus in den Menschen einen Hunger erweckt, der über dieses irdische Leben hinausreicht: den Hunger nach einem Leben, das den Tod überwindet, das stärker ist als der Tod. Es ist dies der Hunger nach einem Leben mit dem Herrn – in immerwährender Gemeinschaft mit ihm.

Soweit die Gabe Jesu: Das Brot des ewigen Lebens; das Lebensbrot als Antwort auf unseren Lebenshunger!
Doch wie kann diese Gabe uns erreichen? Wie uns erfüllen? Wie uns sättigen?

Das Evangelium sagt es deutlich: Die erhabenen Worte des Herrn werden von den Leuten mit Murren quittiert: Sie stoßen sich daran, dass er vom Himmel komme – da sie ihn doch nur als Sohn ihrer Heimat kennen!

Und Jesus beeilt sich denn auch gleichsam entschuldigend festzustellen, dass es nicht selbstverständlich ist, zu ihm zu kommen in der Gestalt des Brotes. Es bedarf dazu des besonderen Beistandes seines Vaters im Himmel: er führt die Menschen zu ihm, zu Jesus! Der Führung des Vaters vertrauen wir uns an im Hören auf und im Annehmen seiner Lehre.

So wie Elia in der ersten Lesung das Brot gegessen hat, das der Engel ihm gereicht hat und der Weisung gefolgt ist, die er ihm gegeben hat. Das Brot gab ihm Kraft, den Weg zu gehen, den der Engel ihm gewiesen hat. Und dieser Weg führte ihn zur Begegnung mit Gott. Aus dieser Begegnung entfaltet sich dann sein weiterer Lebensweg.

So dürfen auch wir das Brot, das Jesus uns reicht als Stärkung erleben für die Wege, die wir im Leben zu gehen haben: dass es Wege sind und bleiben, die zu Gott hin führen. Dass es Wege sind, die wir auf seine Weisung hin gehen, nach seinem Wort und in seinem Geist.

In der zweiten Lesung wird dieser Weg näher erläutert: Er wird als Nachahmung Gottes gesehen, die wir als seine geliebten Kinder gerne vollziehen und besteht in der Liebe zueinander, weil auch Christus uns geliebt und sich für uns hingegeben hat im Zeichen des Brotes; als auch Nachahmung Christi als seine geliebten Schwestern und Brüder. Noch konkreter ist es ein Weg ohne Bitterkeit, Wut, Zorn, Geschrei, Lästerung und Böses. Es ist vielmehr ein Weg in Güte und Barmherzigkeit zueinander, immer bereit zu vergeben, weil auch Gott uns durch Christus vergeben hat! Wie gut ist doch unser Herr, dass er uns nicht nur den rechten Weg deutlich vor Augen hält sondern auch im Brot des Lebens die Kraft gibt, ihn zu gehen!

Er selber ist dieses Brot und diese Kraft jetzt und in Ewigkeit! Amen!

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