Samstag, August 15, 2009

Der Herr tut Großes an mir!


Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 1: 39 – 56

39 Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.


40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet.


41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt


42 und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.


43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt?


44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.


45 Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.


46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,

47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.

48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.


49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.


50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.


51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;


52 er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.


53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.

54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,


55 das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.


56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.




Maria singt Gott ein Lied. Mit diesem Lied dankt sie ihm für das, was er an ihr Gutes getan. Sie nennt es einfach „Groß“: Der Herr hat Großes an mir getan! Sie ist keineswegs blind für Gottes Wirken in ihrem Leben. Und sie dankt dafür, indem sie Gottes Tun als Großtaten bezeichnet und in Bildern und Gleichnissen besingt.

Dieses dankbare Verhalten Marias ist auch groß und ein gewisses Zeichen dafür, dass Gott wirklich in ihr wirkt.


Das Wirken Gottes an dieser Frau kommt heute zur Vollendung. In der Aufnahme seiner Mutter in den Himmel vollendet er den Lebensplan Gottes mit Maria.


Was Maria besingt und was wir heute an und mit Maria feiern ist zurückgebunden an ihr Muttersein für Jesus. In der ersten Lesung wird uns das eindrücklich nahe gebracht durch das große Zeichen am Himmel: Die Frau im Strahlenkleid der Sonne, den Mond zu ihren Füßen und zwölf Sterne um ihr Haupt. Das Muttersein ist ihre Urgnade, ihre Uraufgabe, deretwegen sie von Gott auserwählt und vorbereitet wurde.


Das Muttersein war für Maria die Weise, zu Jesus zu gehören. Und diese Weise hat sie von Anfang an mit Hingabe gelebt: Erinnern wir uns der Verkündigung durch den Engel, ihrer Flucht nach Ägypten, der Geschichte mit dem Knaben Jesus im Tempel, die Hochzeit zu Kana, ihre Begleitung Jesu bis hin unter das Kreuz. Dies alles bezeugt die Leidenschaft, mit der Maria ihr Muttersein für Jesus gelebt.

Und es unterstreicht dieses Engagement, wenn sie dann in der betenden Jüngergemeinde den hl. Geist erwartet. Sie hat verstanden, was Jesus ihr sterbend vom Kreuz sagen wollte, als er ihr den Lieblingsjünger als Sohn anvertraute: Jesus sagte damit, dass er in der Gemeinschaft dieser Jünger als ihr Sohn weiterlebt. Sie hat die Jüngergemeinde als Leib ihres Sohnes erkannt und liebend angenommen. Diese Jüngergemeinde wird dann den Namen „Kirche“ erhalten, so dass wir Maria mit Recht als die Mutter der Kirche verehren dürfen.
Merken wir, wie sich in der so beschriebenen Größe dieser Frau die Größe Gottes widerspiegelt? Die mütterliche Sorge Marias um ihren Sohn und um die Kirche ist ein reiner Ausfluss der mütterlichen Sorge Gottes um uns Menschen.

Wenn Jesus heute also seine Mutter in den Himmel aufnimmt, dann führt er sie zurück an den Ort, von dem sie ausgegangen ist: in das Herz Gottes, das unablässig Pläne des Heiles für uns Menschen Wirklichkeit werden lässt.
Zugleich stellt Jesus sie nach Gottes Plan in eine universale Berufung: Mutter für alle Menschen zu sein! Wie auch sollte die Mutter des Herrn der Welt nicht auch Mutter sein für diese Welt und für alle, die sie bewohnen?

Zuletzt zeigt Jesus, was unter Himmelfahrt eigentlich zu verstehen ist: ein ganz bei Gott sein; ein ganz zu Jesus gehören. Und es besteht nun kein Zweifel, dass Maria in diesem Himmel bereits zeitlebens gelebt hat. Durch ihren gläubigen, alltäglichen Dienst am Herrn und seiner Kirche hat sie bereits den Himmel im Glauben vorweggenommen, in den sie nun zum Jubel der Kirche und der Engel aufgenommen wurde.


Verstehen wir die Botschaft des heutigen Tages recht! Das Große, das Jesus heute an seiner Mutter tut will uns in freudiger und dankbarer Verehrung versammeln in Dank und Lobpreis gegenüber Gott und der Mutter Jesu!


Diese Dankbarkeit erstatten wir durch diesen Gottesdienst ebenso aber dadurch, dass wir die Großtaten Gottes in unserem leben suchen und entdecken; dass wir Gott dafür danken und ihn lobpreisen; dass wir schließlich den Himmel suchen und finden in der Nähe zum Herrn!


In all dem erweisen wir uns als Kinder jener Mutter, deren Himmelfahrt wir heute feiern und die uns ein bleibendes Zeichen des Trostes und der Hoffnung ist. Maria ist Königin und Mutter – vor allem aber Mutter! Amen!

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