Samstag, Juni 20, 2009

Schweig! Sei still!


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 4: 35 – 41

35 Am Abend dieses Tages sagte er zu ihnen: Wir wollen ans andere Ufer hinüberfahren.

36 Sie schickten die Leute fort und fuhren mit ihm in dem Boot, in dem er saß, weg; einige andere Boote begleiteten ihn.

37 Plötzlich erhob sich ein heftiger Wirbelsturm, und die Wellen schlugen in das Boot, so dass es sich mit Wasser zu füllen begann.

38 Er aber lag hinten im Boot auf einem Kissen und schlief. Sie weckten ihn und riefen: Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?

39 Da stand er auf, drohte dem Wind und sagte zu dem See: Schweig, sei still! Und der Wind legte sich, und es trat völlige Stille ein.

40 Er sagte zu ihnen: Warum habt ihr solche Angst? Habt ihr noch keinen Glauben?

41 Da ergriff sie große Furcht, und sie sagten zueinander: Was ist das für ein Mensch, dass ihm sogar der Wind und der See gehorchen?




Jesus hat den Tag über vom Boot aus gepredigt und in Gleichnissen zu den Menschen über das Reich Gottes gesprochen. Der Großteil seine Zuhörer stand oder saß am Ufer des Sees; seine engsten Freunde waren wohl mit ihm im Boot.

In eben diesem Boot sollen sie nun an das andere Ufer überfahren. Danach verstummt Jesus: Er liegt hinten im Boot auf einem Kissen und schläft, während seine Jünger das Boot aufs andere Ufer zusteuern.

Da erheben sich andere Stimmen: Das Heulen eines Wirbelsturms, der urplötzlich von den Bergen herunter auf den See fällt wühlt das Wasser auf. Die Situation muss sehr bedrohlich geworden sein, wenn sogar erfahrene Fischer, wie es die Jünger Jesu waren, es mit der Angst zu tun bekamen. Die Wellen sind in das Boot herein geschlagen und beginnen es mit Wasser zu füllen.

Natürlich nehmen sie zu Jesus Zuflucht! Zu wem denn sonst? Die Worte, mit denen sie ihn wecken und anschreien, klingen vorwurfsvoll: „Meister, kümmert es dich nicht, dass wir zugrunde gehen?“ (Mk 4:38) Sie haben tatsächlich bereits gefürchtet, unterzugehen und zu ertrinken. Nach ihrem erfahrenen Empfinden standen sie am Rande eines Unterganges.

Der Gegensatz ist gewaltig: Hier die angstvoll erregten Jünger und dort der schlafende Jesus, der von allem nichts mitbekommt! Ich frage mich immer wieder: Welche innere Haltung mag ihm so einen begnadeten Schlaf beschert haben? Es muss gewiss mit der Gnade zu tun haben, die in einem unendlichen Vertrauen auf die Geborgenheit in Gott besteht.

Was bedeutet dies alles für die Jünger – und im Weiteren dann für jene, die sich Jesus anschließen?

Nun, Jesus hat bloß von einer Überfahrt aufs andere Ufer gesprochen. Er hat nichts gesagt darüber, wie diese Überfahrt sich gestalten wird. Gewiss haben seine Jünger mit einer friedlichen Bootsfahrt gerechnet und nie und nimmer an so einen heftigen Sturm gedacht. Will heißen: Mit Jesus unterwegs sein kann auch stürmisch sein. Ein glattes Unternehmen ist nicht garantiert.

Garantiert ist nur das eine: Dass sie das andere Ufer erreichen werden! Mit Jesus untergehen ist ausgeschlossen. Sie werden wohlbehalten an das Ziel ihrer Fahrt kommen! Wichtig ist nur, dass Jesus im Boot ist – mag er nun schlafen oder wachen!

Es ist gewiss anzunehmen: Wenn sie ihn nicht aufgeweckt hätten, wäre der Wind und der See durch ihr bedingungsloses Vertrauen auf den umfassenden Beistand auch des schlafenden Herrn zum Schweigen gebracht worden. So müssen sie sich den Vorwurf anhören, „noch keinen Glauben zu haben.“ (Mk 4:40) Nicht kleingläubig sondern gar keinen Glauben! So als hätte der Herr im Schlaf nicht dieselbe Macht, wie wenn er wach ist.

Auf jeden Fall dürfen die Jünger eindrucksvoll die Erfahrung machen, dass ihr Leben ein Geschenk ist. Diese Erfahrung wird sie von Angst und Furcht mehr und mehr zum Vertrauen und zur Dankbarkeit führen wie es im Psalm 106: 27-31 heißt: „Sie, die wie Trunkene wankten und schwankten, am Ende waren mit all ihrer Weisheit, die dann in ihrer Bedrängnis schrieen zum Herrn, die er ihren Ängsten entriss – er machte aus dem Sturm ein Säuseln, so dass die Wogen des Meeres schwiegen – die sich freuten, dass die Wogen sich legten und er sie zum ersehnten Hafen führte: sie alle sollen dem Herrn danken für seine Huld, für sein wunderbares Tun an den Menschen.“ Amen!

1 Kommentar:

wortakzente hat gesagt…

Hallo,

ich finde keine E-Mail-Adresse, daher auf diesem Weg. Ich schreibe gerade an einer Einladung für die Kindergruppe,die ich monatlich in unserer Gemeinde leite. Thema wird die Sturmstillung sein. Darf ich das tolle Bild für diese Einladung verwenden? Sie wird nicht online sein, sondern nur ausgedruckt und verteilt.

Das wäre klasse, herzliche Grüße
Daniela