Mittwoch, Juni 10, 2009

Das ist mein Leib; das ist mein Blut!


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 14: 22 – 25

22 Während des Mahls nahm er das Brot und sprach den Lobpreis; dann brach er das Brot, reichte es ihnen und sagte: Nehmt, das ist mein Leib.

23 Dann nahm er den Kelch, sprach das Dankgebet, reichte ihn den Jüngern, und sie tranken alle daraus.

24 Und er sagte zu ihnen: Das ist mein Blut, das Blut des Bundes, das für viele vergossen wird.

25 Amen, ich sage euch: Ich werde nicht mehr von der Frucht des Weinstocks trinken bis zu dem Tag, an dem ich von neuem davon trinke im Reich Gottes.



„Nehmt, das ist mein Leib! Das ist mein Blut!“ (vgl. Mk 14:22.23). So spricht Jesus über Brot und Wein. Er gibt diesen beiden Nahrungsmitteln einen Inhalt, den sie zuvor nicht hatten. Brot und Wein werden zu materiellen Gestalten, die Jesus selber enthalten. Indem Jesus so spricht und so tut, ermöglicht er, dass seine Worte: „Ich bin bei euch alle Tage bis zum Ende der Welt!“ (Mt 28:20b) in besonderer Weise Wirklichkeit werden und eine Wirklichkeit bleiben. Die Jünger sollen sich dieser Wirklichkeit so gewiss sein wie die Gestalten von Brot und Wein Gewissheit sind!

Von den Wundern Jesu her wissen wir, dass seine Worte bewirken, was sie sagen! Selbiges gilt hier: Jesus sagt von Brot und Wein, sie seien sein Leib und sein Blut – und sie sind es tatsächlich! So ist es möglich, dass wir durch Brot und Wein an Jesus erinnert werden: Dass er für uns Mensch geworden ist; dass er wie wir als Mensch gelebt hat; dass er für uns gestorben und auferstanden ist; dass er in den Himmel aufgefahren ist und nun ganz bei Gott ist; dass er schließlich wiederkommen wird in Herrlichkeit, um die Welt zu richten und uns jenen Platz zu schenken, den er beim Vater für uns bereitet hat. In all dem begegnet er uns mit seinem Leib und seinem Blut – genauso wie in den Gestalten von Brot und Wein!

Dabei gilt aber auch, was er den Menschen, die er geheilt hat, immer wieder gesagt hat: „Dein Glaube hat dir geholfen!“ (vgl. Mk 10:25 parr.) Auch uns muss der Glaube helfen, dass Jesus selber uns im Brot und Wein greifbar und erlebbar wird. Es ist der Glaube, der uns vor den schlichten Gestalten des Brotes und des Weines das Knie beugen lässt: Diese Gestalten, berührt vom Wort des Herrn, sind ihrerseits nun in der Lage unser gläubiges Herz zu berühren und es zur Freude zu führen darüber, dass Jesus den Weg über Brot und Wein gewählt hat, um uns so ganz nahe sein zu können.

Auf SEIN Wort hin erfüllt von IHM SELBER vermögen Brot und Wein uns nun auf einmalige Weise mit seiner Gegenwart zu erfüllen.

„Vehicula sacra“ sind diese Lebensmittel geworden: Sie sind im tiefsten zu dem geworden, was ihr Name sagt: Mittel zum Leben – zum Leben in Fülle! (vgl. Joh 10:10).

Der Herr in Brot und Wein will uns nie vergessen lassen, dass er unser nie vergisst. Er will uns daran erinnern, dass er sich unser ständig erinnert. So will uns unermüdlich zur Erinnerung an IHN ermutigen. Dieses Erinnern ist die Tür zum Leben in SEINER Gegenwart!

Der Herr ist in den Gestalten von Brot und Wein gegenwärtig als wahrer Gott und Mensch. Er will in diesen Gestalten verehrt werden – zum Zeichen unserer Anerkennung seiner Liebe zu uns und unserer Dankbarkeit dafür.

Er will von uns in diesen Zeichen verzehrt werden zum Zeichen dafür, dass wir es IHM erlauben, ganz in unser Leben einzutreten; es ganz mit IHM zu erfüllen; es ganz von IHM ernähren zu lassen; es ganz von IHM nach SEINEM Willen gestalten zu lassen – umgestalten, neu gestalten!

Brot und Wein von IHM gewandelt in Seinen Leib und Sein Blut ist der vorzügliche Ort für das Rendezvous mit dem Herrn, an dem Leben ausgetauscht wird: Wir geben ihm unseres und ER gibt uns Seines! Dieser Lebensaustausch ist lebensnotwendig – wie die Dialyse. Wie wichtig ist dieser Austausch gerade auch heute! Wenn wir bei der hl. Messe zur Kommunion gehen oder in Anbetung des Allerheiligsten verweilen, dann erweisen wir uns bereit für diesen Lebensaustausch.

Und wenn wir gerade heute den Herrn in der Eucharistie durch die Straßen unserer Stadt tragen, dann halten wir unseren Alltag in den Lebensstrom, der von IHM ausgeht; denn wir wissen gläubig:

Er ist Lebensbrot nicht nur für uns sondern für alle;

er ist Lebensquell nicht nur für heute sondern für jeden Tag!

Er ist Leben für Zeit und Ewigkeit! Amen!

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