Samstag, Mai 09, 2009

Ich bin der Weinstock ihr die Reben!


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 15: 1 – 8

1 Ich bin der wahre Weinstock, und mein Vater ist der Winzer.

2 Jede Rebe an mir, die keine Frucht bringt, schneidet er ab, und jede Rebe, die Frucht bringt, reinigt er, damit sie mehr Frucht bringt.

3 Ihr seid schon rein durch das Wort, das ich zu euch gesagt habe.

4 Bleibt in mir, dann bleibe ich in euch. Wie die Rebe aus sich keine Frucht bringen kann, sondern nur, wenn sie am Weinstock bleibt, so könnt auch ihr keine Frucht bringen, wenn ihr nicht in mir bleibt.

5 Ich bin der Weinstock, ihr seid die Reben. Wer in mir bleibt und in wem ich bleibe, der bringt reiche Frucht; denn getrennt von mir könnt ihr nichts vollbringen.

6 Wer nicht in mir bleibt, wird wie die Rebe weggeworfen, und er verdorrt. Man sammelt die Reben, wirft sie ins Feuer, und sie verbrennen.

7 Wenn ihr in mir bleibt und wenn meine Worte in euch bleiben, dann bittet um alles, was ihr wollt: Ihr werdet es erhalten.

8 Mein Vater wird dadurch verherrlicht, dass ihr reiche Frucht bringt und meine Jünger werdet.





Wir haben eben Jesus vom Weinstock, den Rebzweigen und dem Winzer reden hören. Er beschreibt mit diesem Bild, wie er sich die Gemeinschaft mit seinen Jüngern vorstellt; mehr noch: wie er diese Gemeinschaft haben möchten. Das Gleichnis vom Weinstock gibt eine Form ab, in die sich die Gemeinschaft mit seinen Jüngern hineinwandeln soll.

In den beiden Lesungen des heutigen Sonntages haben wir lebendige Beispiele aus der Urkirche, wie der Weinstock im Gemeindealltag ausschaut und wie er sich im Gemeindeleben entwickelt. Betrachten wir diese Beispiele näher und lernen wir davon für unser Verbundensein mit dem Weinstock, der Jesus auch für uns sein will.

In der 1. Lesung hängen die Rebzweige bereits am Weinstock: Sowohl Paulus als auch die Jünger in Jerusalem leben in inniger Verbundenheit mit dem Herrn Jesus. Aber die Reben müssen gereinigt werden! Was muss herausgeschnitten werden? Es ist die Angst: Die Jünger fürchteten sich vor Paulus und konnten nicht glauben, dass er ein Jünger war. Wollen also die Rebedn der Jerusalemer Gemeinde mehr Frucht bringen, müssen sie von dieser Furcht, dieser Angst, diesem Misstrauen gereinigt werden.

Wie reinigt der Winzer nun die Reben? Auf direkte Weise, indem er dem Barnabas diese Angst nimmt: Barnabas nahm sich des Paulus an und brachte ihn zu den Aposteln. Und auf indirekte Weise, indem durch das Beispiel des Barnabas auch die übrigen Jünger ihre Angst ablegen und Paulus fortan bei den Jüngern in Jerusalem ein und ausgehen konnte.

Die so gereinigten Reben vermögen mehr Frucht zu bringen im Frieden, der nun in der Gemeinde deutlich spürbar wird. sie bringen aber auch mehr Frucht im unerschrockenen Auftreten des Paulus im Namen Jesu. Zu diesem Auftreten wurde Paulus gestärkt durch den gewonnenen Frieden. Eine weitere Frucht ist die Sorge der Jünger um Paulus: sie schicken ihn nach Cäsarea sobald sie merken, dass die Hellenisten ihm nach dem Leben trachten.
Wir können zusammenfassend sagen: Die Reinigung der Reben bringt mehr Frucht im Frieden, in der Verkündigung in der Sorge umeinander.

Hören wir nun in die 2. Lesung hinein:

Die Reben bringen Frucht in der Liebe mit Wort und Zunge. Doch die Beschränkung darauf ist zu wenig; davon müssen sie befreit werden. Wie macht das der Winzer? Durch den Hinweis des Apostels auf die Liebe in Tat und Wahrheit. Dieser Hinweis ist eine Einladung zu neuen Horizonten, eine Entschränkung des Lebens vom Wort hin auf die Tat. Eine Ermutigung und Befähigung mehr Frucht zu bringen im Tun des Wortes.

Ein weiteres, von dem die Reben befreit werden müssen: von der Verurteilung des eigenen Herzens. Das entmutigt und fesselt die Kräfte. Der Winzer reinigt die Reben, indem er die Aufmerksamkeit des Herzens auf die Größe Gottes lenkt. Dies bedeutet zugleich ein Hineinführen in Seine Gegenwart. Und auch hier gleich das Mehr an Früchten im Frieden, in der Zuversicht, in der kraftvollen Bereitschaft, sein Gebot zu halten, an Jesus zu glauben und einander zu lieben und so in Gott zu bleiben und Gott bleiben zu lassen.

Wir sehen hier sehr deutlich wie durch die Reinigung der Reben ein je und je Größeres möglich wird an Gemeinschaft mit Gott und miteinander. Und auch das eine Frucht: dass diese Gemeinschaft gekennzeichnet ist durch Jesus Christus.

Auch wird in dieser Lesung die stufenweise Entfaltung sehr deutlich von der Frucht zu mehr Frucht und zu reicher Frucht. Diese Entfaltung ist nur möglich durch die Reinigung.

Danken wir, dass Jesus auch unser Weinstock ist; dass wir an ihm hängen dürfen; dass Sein Saft auch uns ganz durchströmt und dass wir durch ihn fruchtbar sein können.

Bitten wir auch unablässig um Reinigung von uns Reben, damit wir mehr Frucht bringen können und in der Vertiefung unserer Verbundenheit mit dem Herrn wir schließlich fähig werden, reiche Frucht zu bringen. Amen!

Keine Kommentare: