Samstag, März 21, 2009

Der überfließende Reichtum seiner Gnade


Aus dem heiligen Evangelium nach Johannes 3: 14 – 21

In jener Zeit sprach Jesus zu Nikodemus:

14 Wie Mose die Schlange in der Wüste erhöht hat, so muss der Menschensohn erhöht werden,

15 damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat.

16 Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hergab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat.

17 Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird.

18 Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.

19 Denn mit dem Gericht verhält es sich so: Das Licht kam in die Welt, und die Menschen liebten die Finsternis mehr als das Licht; denn ihre Taten waren böse.

20 Jeder, der Böses tut, hasst das Licht und kommt nicht zum Licht, damit seine Taten nicht aufgedeckt werden.

21 Wer aber die Wahrheit tut, kommt zum Licht, damit offenbar wird, dass seine Taten in Gott vollbracht sind.




Johannes erinnert zu Beginn des heutigen Evangeliums an eine Geschichte, die dem Volk Israel auf seinem Weg durch die Wüste widerfahren ist: Aufgrund seiner Auflehnung wurde das Volk von giftigen Schlangen befallen. Als Hilfe für das Volk sollte Mose eine Kupferschlange an einer Stange aufhängen. Wer gebissen wird und auf diese erhöhte Kupferschlange blickt bleibt am Leben.
Die Israeliten brauchten sonst nichts zu tun: nichts zu beten, keine Opfer zu bringen oder sonst was zu leisten – der bloße Aufblick zur Schlange genügte! Womöglich stand hinter dieser einfachen Forderung die Tatsache, dass die von Schlangen Gebissenen so geschwächt waren und nicht mehr tun konnten als eben aufzublicken.

Jesus vergleicht mit dieser Kupferschlange nun sich selber und mit ihrem Aufhängen an der Stange seine Kreuzigung. Und auch Jesus will so zum Lebenszeichen werden. Wie soll dieses Zeichen nun aber wirken auf jene, die es anschauen? Auch so ähnlich wie in der Wüstengeschichte: Durch einfachen Aufblick allerdings diesmal ausdrücklich im Glauben: „damit jeder, der an ihn glaubt, in ihm das ewige Leben hat“ (Joh 3:15) Kein Tun! Selbst der Aufblick wird reduziert auf einen Akt des Glaubens – auf den allein kommt es an! Er allein genügt, um gerettet zu werden!

Mitten in der Fastenzeit, mitten auf unserem Weg der Erneuerung, der Buße und der Umkehr, auf halben Weg hin zu Ostern werden wir auf die absolute Notwendigkeit des Glaubens für unsere Erlösung hingewiesen. Nicht um uns an der Nase herumzuführen und unser ehrliches Streben zunichte zu machen; vielmehr soll unser Mühen auf den rechten Grund gestellt werden: auf den Grund unseres Glaubens. Was wir tun und lassen geschehe nicht, weil wir uns damit was von Gott erkaufen und einhandeln wollen. Es geschehe vielmehr, weil wir glauben, dass Christus unser Erlöser ist – aus freien Stücken und aus großer Liebe zu uns; eine Liebe, die er uns schenkt. Unsere Erlösung ist nicht Ergebnis unserer Leistung sondern Geschenk aus dem überfließenden Reichtum seiner Gnade. (vgl. Eph 2:7).

Was wir also tun, tun wir aus Dankbarkeit für die erbarmende Liebe Gottes zu uns. Durch unser Tun wollen wir nicht uns selber erhöhen sondern ein Lobpreis der herrlichen und barmherzigen Liebe Gottes sein.

Der Frühling, der eben in unser Land kommt, bringt uns zahllose Beispiele in der Natur: die Schneeglöckchen, die Krokus und Himmelschlüssel, die Forsythien – sie alle beginnen um die Wette zu blühen – und geben damit Antwort auf die Wärme der Sonne, die sie hervorlockt aus dem kalten Winterboden.

Oder die Billion Dollar, mit der Amerika den Finanzmarkt überschwemmen will. Bei aller Zweischneidigkeit dieser Aktion dürfen wir doch auch darin ein Bild vom überfließenden Reichtum seiner Gnade sehen, die uns anregt, barmherzig zu sein, zu teilen, Gutes zu tun in Gedanken, Worten und Werken – nicht, um etwas zu leisten sondern aus Dankbarkeit für die Liebe Gottes zu uns und weil wir der Liebe Gottes nacheifern wollen; wir wollen mit den Worten Jesu „barmherzig sein wie es auch unser Vater ist.“ (Lk 6:36)
Durch unsere Güte wollen wir nicht zeigen, wie gut wir sind sondern wie gütig Gott ist.

Es ist beinahe so wie beim Einkaufen: Wir nehmen, was in den Regalen griffbereit daliegt. So ungefähr ist das zu verstehen, was Paulus am Ende der 2. Lesung schreibt: „Sein Geschöpfe sind wir, in Christus Jesus dazu geschaffen, in unserem Leben die guten Werke zu tun, die Gott für uns im Voraus bereitet hat.“ (Eph 2:10)

Was zögern wir: Eilen wir in den Supershop der guten Werke und holen wir uns, was dort für uns bereit liegt. Zahlen brauche wir nichts – nicht etwa, weil es so billig ist sondern weil es unbezahlbar ist, was uns dort aus Liebe geschenkt wird, um unsere Liebe zu entfachen. Amen!

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