Samstag, Februar 14, 2009

Ich will es - werde rein!


Aus dem heiligen Evangelium nach Markus 1: 40 – 45

40
In jener Zeit kam ein Aussätziger zu Jesus und bat ihn um Hilfe; er fiel vor ihm auf die Knie und sagte: Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde.

41 Jesus hatte Mitleid mit ihm; er streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es - werde rein!

42 Im gleichen Augenblick verschwand der Aussatz, und der Mann war rein.

43 Jesus schickte ihn weg und schärfte ihm ein:

44 Nimm dich in Acht! Erzähl niemand etwas davon, sondern geh, zeig dich dem Priester und bring das Reinigungsopfer dar, das Mose angeordnet hat. Das soll für sie ein Beweis meiner Gesetzestreue sein.

45 Der Mann aber ging weg und erzählte bei jeder Gelegenheit, was geschehen war; er verbreitete die ganze Geschichte, so dass sich Jesus in keiner Stadt mehr zeigen konnte; er hielt sich nur noch außerhalb der Städte an einsamen Orten auf. Dennoch kamen die Leute von überallher zu ihm.




„Wer wagt, gewinnt!“ Eine treffende Überschrift zum Evangelium vorhin. Denken wir an die 1. Lesung: „Ein Aussätziger soll eingerissene Kleider tragen und das Kopfhaar ungepflegt lassen; er soll den Schnurrbart verhüllen und ausrufen: Unrein! Unrein! Solange das Übel besteht, bleibt er unrein; er ist unrein. Er soll abgesondert wohnen, außerhalb des Lagers soll er sich aufhalten.“ (Lev 13:45f.)

Der Aussätzige war sehr mutig, indem er die Vorschriften des Gesetzes übertritt und sich Jesus nähert. Was hat ihn denn so mutig gemacht? Er sagt es selber, wenn er Jesus anspricht: „Wenn du willst, kannst du machen, dass ich rein werde!“ (Mk 1:40) Es ist der Glaube, dass Jesus heilen kann und es ist das Vertrauen, dass er auch ihn heilen will. Dieser Glaube und dieses Vertrauen lassen ihn die Fesseln des mosaischen Gebotes abwerfen und auf Jesus zugehen. Damit drückt er aus, dass er Jesus Göttliches zutraut; denn Aussatz war für Menschen unheilbar. Nur Gott konnte davon befreien. Diese innere Einstellung unterstreicht er durch sein äußeres Verhalten: Er wirft sich vor Jesus auf die Knie – als Geste der Anbetung und der demütigen Bitte in einem!

Dieser Aussätzige glaubt nicht nur allgemein, dass Jesus heilen kann; er vertraut – und das ist bedeutsam! – dass Jesus jetzt auch ihn von seiner Krankheit befreien kann! Den Glauben, dass Jesus ganz speziell auch für mich heilend und befreiend da ist – diesen Glauben können wir vom Aussätzigen lernen. Welche Kraft besitzt dieser Glaube! Er überwindet die Angst, von den Leuten verjagt zu werden; er überwindet den nagenden Zweifel, ob Jesus ihn wohl beachten wird. Er ist beseelt vom brennenden Wunsch gesund zu werden und vom unerschütterlichen Vertrauen, dass dieser Jesus ihm dazu verhelfen wird.

Und wie sehr wurde er in seinem Vertrauen bestätigt! Denn Jesus „streckte die Hand aus, berührte ihn und sagte: Ich will es – werde rein!“ Jesus berührt den Unberührbaren und heilt den Unheilbaren! Wie großartig!
Noch einmal: Der Aussätzige zweifelt nicht am Können Jesu. In Frage steht bloß, ob Jesus sein Können auch in seinem Fall einsetzen will. Und genau das bestätigt ihm Jesus: Ich will es – werde rein! Woher kommt dieser Wille bei Jesus? Aus dem Herzen! Denn wir hören: Jesus hatte Mitleid mit ihm!

Dieses Mitleid hat Jesus Mut gemacht; denn es war auch Gesunden verboten, Aussätzige zu berühren. Sie machten sich selber dadurch unrein. Und Jesus hätte ihn nicht berühren müssen. Er hätte ihn allein durch sein Wort heilen können. Aber Jesus hat ihn berührt! Was will er mit dieser Geste ausdrücken?

Zum einen, dass er um seine göttliche Macht weiß, die sich bereits in der Predigt und in der Dämonenbefreiung in der Synagoge und in den Krankenheilungen seither erwiesen hat. Diese Macht ist heilig und deshalb auch heilend. Sie macht die Menschen gesund, die sich mit ihren Krankheiten voll vertrauen in ihren Bannkreis begeben. Sie kommt von Gott und darf sich deshalb über die für Menschen ansonsten sinnvollen Vorschriften des Mose hinwegsetzen. In Jesus ist der gekommen, der größer ist als Moses.

Zum anderen will Jesus damit andeuten, dass mit ihm eine neue Zeit angebrochen ist, in der die Menschen das ultimative Heil durch den Kontakt mit ihm erfahren – indem sie vorbehaltlos zu ihm kommen und er ihnen diese Heilsfülle schenken will.

Zum dritten die menschliche Komponente: Wie lange hat der Aussätzige jede menschliche Berührung entbehren müssen! Und jetzt die Berührung durch die Hände Jesu – durch jene Hände, aus denen er so viel erhofft und erwartet. Was wäre das auch für ein kaltes und unpersönliches Ereignis gewesen, hätte Jesus den Aussätzigen, der doch unmittelbar vor ihm steht, bloß durch sein Wort geheilt. Jesus ist einfühlsam: durch die Berührung mit der Hand rührt er an das Herz des Aussätzigen und durch sein Wort befreit er dessen Leib vom Aussatz. Seele und Leib werden ergriffen – der ganze Mensch wird heil und gesund. Jesus heilt ganz indem er ganz annimmt! Gepriesen sei er für diese Liebe in Ewigkeit! Amen!

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