Freitag, Januar 16, 2009

Wir haben den Messias gefunden!


Aus dem hl. Evangelium nach Johannes 1: 35 – 42

In jener Zeit

35 stand Johannes am Jordan, wo er taufte, und zwei seiner Jünger standen bei ihm.

36 Als Jesus vorüberging, richtete Johannes seinen Blick auf ihn und sagte: Seht, das Lamm Gottes!

37 Die beiden Jünger hörten, was er sagte, und folgten Jesus.

38 Jesus aber wandte sich um, und als er sah, dass sie ihm folgten, fragte er sie: Was wollt ihr? Sie sagten zu ihm: Rabbi - das heißt übersetzt: Meister -, wo wohnst du?

39 Er antwortete: Kommt und seht! Da gingen sie mit und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm; es war um die zehnte Stunde.

40 Andreas, der Bruder des Simon Petrus, war einer der beiden, die das Wort des Johannes gehört hatten und Jesus gefolgt waren.

41 Dieser traf zuerst seinen Bruder Simon und sagte zu ihm: Wir haben den Messias gefunden. Messias heißt übersetzt: der Gesalbte - Christus.

42 Er führte ihn zu Jesus. Jesus blickte ihn an und sagte: Du bist Simon, der Sohn des Johannes, du sollst Kephas heißen. Kephas bedeutet: Fels - Petrus.



Das Evangelium berichtet, wie die ersten Jünger zu Jesus kommen: ein herausragender Moment – in gewisser Weise der Geburtstag der Kirche; wir wollen ihn mit besonderer Aufmerksamkeit verfolgen. Warum? Das Folgende gibt Antwort!

„In jene Zeit“ – so beginnt es. Was war das für eine Zeit: es war der nächste Tag; am Tag vorher war Johannes bereits Jesus begegnet und bezeugte ihn wie heute als das Lamm Gottes. In drei Tagen wird die Hochzeit von Kana sein, die bei den Juden traditionell an einem Mittwoch stattfindet. Das heutige Evangelium ereignet sich an einem Sabbat. Der Tag, an dem Israel die Zuneigung Gottes zu seinem Volk feiert – gibt es einen schöneren Geburtstag für die Kirche, die wir in der Nachfolge Christi die Leib gewordene Liebe Gottes zu allen Menschen nennen können?

Die zwei Jünger, die bei Johannes stehen, sein Zeugnis hören und Jesus folgen sind Andreas und wahrscheinlich der Evangelist selber. Der Täufer ist glücklich, dass seine Jünger ihn verlassen um Jesus zu folgen. Sein Dienst ist ja von Anfang an auf Jesus ausgerichtet und er weiß: Jesus muss zunehmen er selber aber muss abnehmen (Joh 3:30)

Als Jesus die beiden Jünger fragt. Was sucht ihr? Zwingt er sie über die Gründe und die Absicht ihres Verhaltens nachzudenken. Suchen sie einen Führer gegen die Römer? Dann sollen sie sich besser den Zeloten anschließen. Andreas und Johannes haben an diesem Tag wohl nicht so recht mitbekommen, wie sich ihr Leben durch den Sohn Gottes ändern wird.

„Wo wohnst du?“ Das könnte auch heißen: Wenn du zu beschäftigt bist, besuchen wir dich ein andermal. Aber Jesus lädt sie ein, den Tag mit ihm zu verbringen – es ist 10 Uhr vormittags – und zweifellos erzählte er ihnen von seiner Mission, öffnete er ihnen ihr eigenes Herz, beantwortete er ihre Fragen. Beide waren so beeindruckt, dass sie ihre Brüder suchten und sie zu Jesus brachten: Andreas brachte Simon und Johannes Jakobus. Sie waren wirklich Hüter ihrer Brüder (vgl. Gen 4:9)

Wann immer Andreas im Johannesevangelium auftaucht bringt er jemanden zu Jesus: seinen Bruder; den Buben mit den Broten und den Fischen (Joh 6:8) und die Griechen, die Jesus sehen möchten (Joh 12:20f). Von Andreas sind keine Worte überliefert aber er hat großartig gepredigt durch seine Aktionen, in denen er Menschen für Jesus gewinnt.

„Wir haben den Messias gefunden!“ bezeugte Andreas seinem Bruder Simon. „Messias“ ist ein hebräisches Wort und bedeutet „gesalbt;“ dem entspricht im Griechischen „Christus.“ Für die Juden war der Messias identisch mit dem Sohn Gottes. Im Alten Testament wurden Propheten, Priester und Könige gesalbt und so für einen besonderen Dienst ausgesondert. Besonders die Könige wurden „Gesalbte Gottes“ genannt. Wenn die Juden von ihrem Messias sprechen, denken sie an den König, der kommen wird, um sie zu befreien und sein Königreich aufzurichten. Dabei musste Jesus auch seinen Jüngern klarmachen, dass das Kreuz vor der Krone kommt und dass er leiden muss ehe er in seine Herrlichkeit gelangt.

Das Gespräch des Simon mit Jesus verändert sein Leben. Er gibt ihm einen neuen Namen: „Petrus“ im Griechischen; „Kephas“ im Aramäischen – beides in der Bedeutung „Fels.“ Jesus hatte ziemlich zu arbeiten, um aus dem schwachen Simon einen Felsen zu formen – aber er schaffte es! „Du bist“ ... „du sollst heißen“ – das ist eine großartige Ermutigung für alle, die an Christus glauben: Er gibt uns wirklich die Macht zu werden – Kinder Gottes etwa (vgl. Joh 1:12) oder seine Jünger oder seine Kirche...

Es ist beachtenswert, dass Andreas und Johannes Christus vertrauten durch die Glaubenspredigt des Täufers. Petrus und Jakobus kommen zu Jesus durch den engagierten Einsatz ihrer Brüder. Später wird Jesus den Philippus persönlich gewinnen und der wird den Nathanael zu Jesus führen. Jede Erfahrung ist anders, denn Gott verwendet verschiedene Mittel, um Sünder zu ihrem Erlöser zu bringen. Wichtig ist, dass wir Jesus vertrauen und bestrebt sind, andere zu ihm zu bringen! Amen!

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