Donnerstag, Januar 01, 2009

Das Erbe der Heiligen


Aus dem Brief des Apostels Paulus an die Epheser 1:3-6.15-18

3 Gepriesen sei der Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus: Er hat uns mit allem Segen seines Geistes gesegnet durch unsere Gemeinschaft mit Christus im Himmel.

4 Denn in ihm hat er uns erwählt vor der Erschaffung der Welt, damit wir heilig und untadelig leben vor Gott;

5 er hat uns aus Liebe im Voraus dazu bestimmt, seine Söhne zu werden durch Jesus Christus und nach seinem gnädigen Willen zu ihm zu gelangen,

6 zum Lob seiner herrlichen Gnade. Er hat sie uns geschenkt in seinem geliebten Sohn;

15 Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört.

17 Der Gott Jesu Christi, unseres Herrn, der Vater der Herrlichkeit, gebe euch den Geist der Weisheit und Offenbarung, damit ihr ihn erkennt.

18 Er erleuchte die Augen eures Herzens, damit ihr versteht, zu welcher Hoffnung ihr durch ihn berufen seid, welchen Reichtum die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt



Der Apostel Paulus schreibt uns heute vom Reichtum, den die Herrlichkeit seines Erbes den Heiligen schenkt.
Diese Worte helfen uns, das Geschehen und die Gabe von Weihnachten unter einem weiteren Blickwinkel zu sehen: Mit diesem Erbe dürfen wir nämlich das Kind in der Krippe verstehen. Dieses Kind ist ein Erbe, das Gott uns gibt. Allerdings – um in dem armen Kind in der Krippe ein herrliches, ein überaus reiches Erbteil zu erkennen – dazu müssen die Augen unseres Herzens erleuchtet werden. Und diese Erleuchtung kann uns nur Gott schenken in der Kraft seines Geistes. (vgl. Eph 1:18)

Im Licht dieses Geistes erkennen wir die Hoffnung, die dieses göttliche Kind uns schenkt.
Wir erkennen zudem, wozu wir in diesem Kind bestimmt sind: nämlich Seine, Gottes, Kinder zu werden und zu Ihm zu gelangen. (vgl. Eph 1:5)
Wir erkennen, dass wir mit allem Segen seines Geistes gesegnet sind durch die Gemeinschaft, die Gott in diesem Kind mit uns Menschen gestiftet hat. (vgl. Eph 1:3)

Im göttlichen Menschenkind Jesus legt Gott offen, was er jedem von uns vor Erschaffung der Welt zugedacht hat und was er vor aller Zeit sich von uns gedacht hat: Gedanken der Liebe, Gedanken der immerwährenden Gemeinschaft mit IHM, dem lebendigen Gott.

Was macht dieses Erbe mit uns? Erschreckt es uns, dass da einer schon unser ganzes Leben in der Hand hält? Aber, was gibt es schöneres, als dass einer, der uns nur liebt, um uns weiß – von Anfang an bis über unseren Tod hinaus in die Ewigkeit? Was schenkt mehr Geborgenheit, mehr Zuversicht, mehr Hoffnung als dies?

Und was machen wir mit diesem Erbe? Was sollen wir mit ihm tun? Wir sollen, wir müssen dieses Erbe verschleudern!
Es ist keine positive Meldung, wenn einer sein Erbe verschleudert: Dann geht er undankbar, rücksichtslos und eigensüchtig mit dem Erbe seiner Väter um. Bei uns erntet er damit keine Lorbeeren! Und er selber wird in der Regel sehr bald in Armut enden!

Wie so ganz anders ist es jedoch im Reich Gottes: Da sollen und müssen wir mit dem Erbe, das Gott uns in seinem Sohn gibt, mehr als großzügig umgehen. Wir dürfen den Sohn Gottes verschleudern! Und je mehr wir das tun, umso reicher werden wir selber, umso mehr Segen wird dadurch um uns herum in dieser Welt. Und wir tun dies nicht aus Ichsucht sondern aus Jesussucht, aus Gottessucht.

Diese Verschwendungssucht ist eine Verschwendungsmacht. Johannes bezeichnet sie im Evangelium als Macht der Kinder Gottes (vgl. Joh 1:12). Diese Macht wird jedem von Gott gegeben, der das wahre Licht, seinen Sohn, aufnimmt. Dieses Licht wir dann in uns und durch uns leuchten. So sagt Jesus in der Bergpredigt: „So soll euer Licht vor den Menschen leuchten, damit sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen.“ (Mt 5:16) Eine Aufforderung, mit dem Erbe, das Gott uns in Jesus gegeben hat, zu klotzen und zu prassen.

Meine lieben Freunde, wir dürfen nicht zu jener Welt gehören, die Jesus, das Licht der Welt, nicht erkennt und ihn nicht aufnimmt. Solche Leute gibt es leider mehr als genug.
Ich denke dabei an all jene, die in diesen Tagen Krieg schüren in den Krisenregionen unserer Erde.
Ich denke an all jene, die andere sozial und finanziell bis aufs Blut ausbeuten und nicht bereit sind nach dem Gesetz des Evangeliums Jesu ihren ungerechten Mammon zu teilen und der Armut und der sozialen Ungerechtigkeit im eigenen Land und weltweit abzuhelfen.

Wir wollen vielmehr zu jenen gehören, die ihn aufnehmen, wenn er in sein Eigentum kommt – etwa in den Sternsingern, die in diesen Tagen von Haus zu Haus gehen, um durch ihr Singen, Beten und Segnen Notleidenden zu helfen. So wollen wir das Erbe, das Gott uns in seinem Sohn schenkt dankbar und staunend annehmen. Wir wollen dieses Erbe verschleudern, indem wir in vollen Zügen davon leben und unsere Mitmenschen nah und ferne davon leben lassen. Denn mit dem Erbe, das Gott gibt, verhält es sich umgekehrt zum Erbe, das Menschen hier auf Erden einander bescheren: Das Erbe, das Gott gibt, vermehrt sich in dem Maß wir es verschleudern. Amen!

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