Dienstag, Dezember 30, 2008

Sie fanden Maria, Josef und das Kind


Aus dem heiligen Evangelium nach Lukas 2: 16 – 21

16 So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

17 Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.

18 Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.

19 Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

20 Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.

21 Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.





Zu Beginn dieses neuen Jahres führt uns das Evangelium zusammen mit den Hirten nach Bethlehem zu Maria und Josef und dem Kind, das in der Krippe liegt. Wir fangen dieses neue Jahr an der Krippe eines neugeborenen Kindes an: von diesem Kind heißt es, in ihm ist uns der Retter geboren, er ist der Messias, der Herr!

Diese Umstände laden uns ein,
das neue Jahr mit diesem neuen Kind zu beginnen.
Neu ist dieses Kind nicht nur, weil es eben geboren wurde;
neu ist dieses Kind wegen seiner Namen: Retter, Messias, Herr!
Diese Bezeichnungen bündeln sich in jenem Namen, den das Kind dann bei der Beschneidung erhält: Jesus! Und dieser Name bedeutet Gott rettet!
Das neue Jahr mit diesem neuen Kind zu beginnen heißt also: Dieses Jahr unter dem Schutz Gottes zu beginnen; dieses Jahr ganz der Obhut Gottes anzuvertrauen. Bereits die Anfänge dieses Jahres von Gott segnen zu lassen durch das Kind Jesus.
Das neue Jahr mit dem Kind Jesus zu beginnen heißt es mit Gott zu beginnen, denn dieses Kind Jesus verehren wir gläubig als den Sohn Gottes.

Das neue Jahr wird wachsen, das Kind Jesus wird wachsen, wir werden in diesem Jahr wachsen! Indem wir dieses kommende Jahr schon in seinen Anfängen dem Segen des Herrn unterstellen drücken wir unsere Hoffnung aus,
dass wir im Guten wachsen mögen;
dass dieses kommende Jahr ein Jahr des Heiles werden möge – für uns, für unsere Angehörigen, für unser Land, für die ganze Welt!
In unserem Glauben an dieses göttliche Kind Jesus,
in unserer Hoffnung auf es,
in unserer Liebe zu ihm öffnen wir uns und ermöglichen wir es, dass dieses Wachsen nicht unberührt nebeneinander geschieht. Vielmehr wird es ein Wachsen sein ineinander: Jesus wird in uns wachsen, wir werden in Jesus wachsen, zusammen werden wir in diesem kommenden Jahr wachsen und uns im Guten entfalten, sodass wir zu einem Segen werden für die Menschen mit uns und ums uns. Wir werden lebendig erfahren was es heißt: Jesus ist der Retter, der Herr!
Darum bitten wir dieses Kind:
In diesem kommenden Jahr werden wir viel Freude erleben; so hilf uns, dass wir uns immer in dir freuen!
Wir werden zahlreiche Beziehungen zu Menschen knüpfen und pflegen; so hilf uns, dass dadurch unsere Freundschaft mit dir wächst.
Es werden Leiden über uns kommen; so hilf uns, dass wir mit dir leiden!
Wir werden Versuchungen ausgesetzt sein; so hilf uns, dass wir deiner Kraft vertrauen.
Wir werden Dunkelheiten erfahren; so hilf uns auf dein Licht zu warten. Wir werden Schuld auf uns laden; so hilf uns, dass wir uns deiner barmherzigen Liebe in die Arme werfen.
Wir werden dem Tod begegnen; so lass uns glauben, dass du ihn überwunden hast, weil du von Gott her unser ewiges Leben bist!

Nun hören wir, dass das Kind nicht allein ist. Es ist Josef bei ihm und Maria, seine Mutter!
Von ihr vernehmen wir, dass sie alles, was geschehen war, in ihrem Herzen bewahrte und darüber nachdachte. Wir sehen in ihr eine Frau, die ihre mütterlichen Pflichten nicht nur in jener äußeren Sorge erfüllt, deren neugeborene Kinder so sehr bedürfen; sie nimmt auch mit dem Herzen und dem Verstand ganz Anteil an dem, was da geschieht. Es geschieht nicht nur vor ihren Augen und unter ihren Händen etwas; es ist dies zugleich auch ein Geschehen in ihr und ein Geschehen aus ihr! Sie ist ganz in dieses Geschehen eingebunden – und sie lässt das auch zu und fördert dieses Eingebunden werden mit Herz und Sinn!
Wir können sagen, sie ist gleich von Beginn an ein Herz und eine Seele mit ihrem Sohn. Und wir wissen auch von der Begegnung mit dem Engel Gabriel, woher das kommt: Sie ist voll der Gnade und so zuinnerst verbunden mit dem, der voll Gnade und Wahrheit ist!
Maria wird also dem Wachsen ihres Sohnes an der Seite stehen; sie wird es äußerlich fördern und es innerlich begleiten – es im Herzen bewahrend und darüber nachdenkend! Was bedeutet dies alles nun für uns?
Dass wir uns auch Maria nahen, indem wir zu ihrem Sohn kommen;
und dass sie mit umso größerer Freude erfüllt wird je tiefer, je herzlicher, je umfassender wir uns mit ihrem Kind zusammenschließen.
Denn auf diese Weise tun wir genau das was sie tut: die Verbundenheit mit ihrem Sohn anstreben, vertiefen, feiern, leben!

Unser Neubeginn in diesem Jahr ist nicht nur ein neuer Start mit Jesus; es ist zugleich ein Neunanfang mit Maria, seiner Mutter.
Denn nichts wünscht sie sehnlicher, als dass wir mit ihrem Sohn leben;
nichts kann ihr Herz mehr bewegen,
nichts ihre Gedanken mehr beschäftigen!
Nichts begleitet sie mit ihrem Segen mehr als unser Zusammenleben mit Jesus.
Darum steht auch der Neubeginn dieses Jahres hier an der Krippe unter dem ganz besonderen mütterlichen Segen Mariens.
Deswegen feiert die Kirche am Neujahrstag die Gottesmutterschaft Mariens.
Darum wollen wir diesen Jahresanfang jener Frau ans Herz legen, in der Gott die Geschichte unseres Heiles neu anfangen hat lassen.
Wir wollen allen Dank, allen Lobpreis, alle Bitten, alle Sorgen, die unser Leben eben jetzt bewegen, in diese Frau hineinlegen, aus der heraus uns geboren wurde Jesus Christus, der Herr, der uns neues, unvergängliches Leben schenken wird.
Maria, wir sehen, wie du um dein Kind sorgst;
wie du es ins Herz geschlossen hast;
wie deine Gedanken um es kreisen.
Du hast dieses Kind geboren; aber es bleibt auch in dir lebendig: in deinem Herzen; in deinen Gedanken!
Du sagst uns damit, dass es nicht genügt, Jesus auf den Armen zu tragen und in den Händen zu halten; ihm die Brust zu reichen und ihn in Windeln zu wickeln.
Jesus will in unserem Herzen getragen werden und in die Windeln unserer Gedanken gewickelt werden;
er will in unseren Worten reden und in unseren Taten leben.
Durch das Beispiel, wie du mit Jesus umgehst bist du uns in besonderer Weise Mutter:
lass uns von dir lernen;
lass uns sein wie du;
lass uns wirklich deine Kinder sein,
indem wir deinem Sohn Mütter und Schwestern und Brüder werden mit unserem ganzen Leben. Amen!

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