Sonntag, Dezember 07, 2008

Maria durch ein Dornwald ging!


Wie ein Leuchtturm steht das heutige Fest mitten im Advent und sein Lichtglanz überstrahlt die anderen Feste in dieser Zeit, um erst vor jenem Licht zu verblassen, das von der weihnachtlichen Krippe ausgeht; oder besser gesagt, um in das Licht von Weihnachten einzumünden, in diesem Licht seine Vollendung zu finden und ganz mit ihm zu verschmelzen.

Dabei wird die weihnachtliche Sonne durch sie entzündet, in dem sie ihr Kind gebiert und so der Welt den Heiland bringt. Das Licht Mariens kehrt zu seinem Ursprung zurück, von dem es seinen Ausgang genommen hat; denn um ihres Sohnes willen wurde Maria vom leisesten Schatten der Sünde von allem Anfang an frei gehalten.

Ehe Gott uns seinen Sohn zeigt zeigt er uns heute dessen Mutter Maria. Damit will er uns etwas sagen: wir sollen uns in dieser adventlichen Zeit vor allen anderen an ihr orientieren. Sie ist der adventliche Mensch! Wie sie sollen wir den Herrn in uns tragen – nicht als unser Privateigentum sondern um ihn zur Welt zu bringen als ein Geschenk, das Gott uns allen macht.
Wie sie sollen wir den Herrn in uns tragen – das heißt in möglichst inniger Verbundenheit mit ihm leben: im Wissen, dass ER in uns lebt; im Wissen, dass ER in uns heranreift und Gestalt annimmt; im wissen, dass ER durch uns wirken möchte.
Wie sie sollen wir in einer neuen, tiefen Achtsamkeit auf Jesus leben. Unser ganzes Tun und Lassen möge mehr und mehr verursacht, begleitet und geprägt sein von der Gewissheit, dass ER da ist und immer mehr da sein möchte, immer mehr Wirklichkeit und Gegenwart werden möchte.
Wie sie sollen wir mehr und mehr von der Erfahrung des hl. Paulus erfüllt werden, dass Christus in uns lebt und unser Leben ein Ort seiner Gegenwart ist.

In Maria lässt Gott uns heute am herrlichen Kachelofen Platz nehmen, der das ganze Haus der Kirche erwärmt. Seine Wärme kommt von der Glut her, die zu Weihnachten im Stall von Bethlehem entfacht wird. Es ist die Glut der Liebe Gottes, die immer schon unvermindert brannte – die aber im weihnachtlichen Geheimnis die Gestalt des Menschen Jesus angenommen hat.

Nehmen wir also auf der Ofenbank Platz und lassen wir uns die durchfrorenen Glieder erwärmen, lassen wir uns auftauen und zu Menschen machen, die diese Wärme weitergeben. Im Hinblick auf den Herrn etwa dadurch, dass wir in seinen Händen weich werden wie formbares Wachs, so dass er mit Leichtigkeit unserem Leben jene Form einprägen kann, die er uns von Anfang an zugedacht hat.

Unseren Mitmenschen gegenüber mögen wir werde wie köstliche Bratäpfel: vorzüglich im Geschmack, knackig in der Haut und nicht so heiß, dass sich die Leute beim Essen den Mund verbrennen.

Blicken wir also am heutigen Tag auf Maria, diesen Leuchtturm des Glaubens; stellen wir uns auf diesen Felsen unerschütterlicher Hoffnung und setzen wir uns an diesen Ofen, dessen Feuer nicht ausgeht und dessen Wärme nicht abkühlt. Eignen wir uns so gut als möglich diese Eigenschaften der Mutter Jesu an und werden auch wir in dieser Hinsicht ihre Kinder. So möge diese Zeit des Advents in uns reiche Frucht bringen indem sie uns zu einer Frucht der Liebe Gottes macht, die allen mundet, die davon essen.

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