Montag, Juli 21, 2008

Und der Samen fiel ...


Das Evangelium nach Matthäus 13: 1 – 9

1 An jenem Tag verließ Jesus das Haus und setzte sich an das Ufer des Sees.

2 Da versammelte sich eine große Menschenmenge um ihn. Er stieg deshalb in ein Boot und setzte sich; die Leute aber standen am Ufer.

3 Und er sprach lange zu ihnen in Form von Gleichnissen. Er sagte: Ein Sämann ging aufs Feld, um zu säen.

4 Als er säte, fiel ein Teil der Körner auf den Weg, und die Vögel kamen und fraßen sie.

5Ein anderer Teil fiel auf felsigen Boden, wo es nur wenig Erde gab, und ging sofort auf, weil das Erdreich nicht tief war;

6 als aber die Sonne hochstieg, wurde die Saat versengt und verdorrte, weil sie keine Wurzeln hatte.

7 Wieder ein anderer Teil fiel in die Dornen, und die Dornen wuchsen und erstickten die Saat.

8 Ein anderer Teil schließlich fiel auf guten Boden und brachte Frucht, teils hundertfach, teils sechzigfach, teils dreißigfach.

9 Wer Ohren hat, der höre!



Jesus erzählt gern Geschichten. In diesen Geschichten gelingt es ihm, seine Botschaft den Menschen nahe zu bringen. Die Anschaulichkeit einer Geschichte hilft uns ihre Botschaft zu verstehen.

Mit der heutigen Geschichte will Jesus uns sagen, dass die Worte, die Gott zu uns spricht, nicht selbstverständlich bei uns ankommen. Der Weg des Wortes Gottes zu uns ist ein abenteuerlicher und gefährlicher Weg. Jesus hat sich diesen Weg zu uns von einem Sämann seiner Zeit abgeschaut. Er hat bemerkt, dass nicht jedes Samenkorn in fruchtbare Erde fällt.

Was die Worte, die Gott zu uns spricht angeht, betreffen übrigens auch die Worte, die wir einander zusprechen; auch da ist es oft alles andere als von vorn herein ausgemacht, dass unsere Worte nach unseren Vorstellungen ihr Ziel erreichen. Oft genug werde sie nicht gehört; und wenn gehört, dann falsch verstanden. So dass im schlimmsten Fall das Gegenteil von dem geschieht, was wir durch unser Wort beabsichtigten.

Doch kehren wir zum Wort Gottes an uns zurück und zu dem Weg, den es geht, bis es zu uns kommt.

Es gibt da zwei hauptsächliche Möglichkeiten: Entweder es kommt bei uns an oder es kommt nicht bei uns an. Das Ankommen bedeutet das Gelangen in den tiefen, fruchtbaren Erdboden. Dort entfaltet es sich und bringt Frucht.

Das Ankommen kann aber auch verhindert werden. Der Böse bewirkt dies; denn er ist der große Feind und Gegner Gottes, der jede Kommunikation zwischen Gott und uns Menschen auf jede nur mögliche Weise stören möchte.
Dabei ist es möglich, dass er das Wort direkt dem wegnimmt, dem es Gott zugesprochen hat. Oder er nimmt es dem Adressaten indirekt weg durch Oberflächlichkeit, mit der das Wort Gottes aufgenommen wird oder indem es die Sorgen und der trügerische Reichtum dieser Welt ersticken.

Ist es wohl erlaubt zu fragen, ob und wie das Wort Gottes bei uns ankommt?
Um Antwort auf diese Frage bekommen zu können müssen wir genau zusehen und uns fragen: Bin ich am Wort Gottes überhaupt interessiert? Ist es mir überhaupt ein Anliegen, dass Gott mit mir Kontakt aufnimmt, dass er zu mir spricht? Bin ich grundsätzlich offen und bereit, dass Gottes Wort in meinem Leben Frucht bringt? Oder habe ich da meine Vorbehalte, meine Bedingungen, meine Reserven, meine Rücksichten?

Es ist nicht zu übersehen: Was Jesus mit den Körnern auf dem Weg und den Vögeln, die sie aufpicken, mit dem felsigen Boden und den Disteln meint, sind Befindlichkeiten in meinem Leben. Was machen die mit mir? Was mache ich mit ihnen?

Wohin der Samen des Wortes Gottes fällt hängt davon ab, wozu ich mich entscheide: zu Gleichgültigkeit und Ablehnung; zu Oberflächlichkeit und Wankelmut; zu Geringschätzung.

Oder zu freudiger Annahme, zur Auseinandersetzung und zum Abenteuer mit ihm; zu neuen Wegen, die es mich weist; zu neuen Quellen, die es mir erschließt; zu neuem Leben, mit dem er mich erfüllt.

Beten wir zum Herrn immer wieder um den Mut, aufrichtig und ernst wie folgt zu sprechen: „Jesus, du hast gesagt: Nicht nur vom Brot lebt der Mensch, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

Darum bitten wir: Gott, unser Vater. Verwirrt vom Geschwätz dieser Tage, erschöpft von Arbeit und Sorgen suchen wir dich und rufen: Komm uns entgegen. Rede uns an. Gib uns ein Wort, das uns ändert und heilt, das uns nährt und befreit. Das gewähre uns durch Christus, unsern Herrn.“ – Amen!

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