Freitag, April 11, 2008

Die Stimme des guten Hirten


Das Evangelium Johannes 10: 1 – 10

1 In jener Zeit sprach Jesus:
Amen, amen, das sage ich euch: Wer in den Schafstall nicht durch die Tür hineingeht, sondern anderswo einsteigt, der ist ein Dieb und ein Räuber.

2 Wer aber durch die Tür hineingeht, ist der Hirt der Schafe.

3 Ihm öffnet der Türhüter, und die Schafe hören auf seine Stimme; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.

4 Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.

5 Einem Fremden aber werden sie nicht folgen, sondern sie werden vor ihm fliehen, weil sie die Stimme des Fremden nicht kennen.

6 Dieses Gleichnis erzählte ihnen Jesus; aber sie verstanden nicht den Sinn dessen, was er ihnen gesagt hatte.

7 Weiter sagte Jesus zu ihnen: Amen, amen, ich sage euch: Ich bin die Tür zu den Schafen.

8 Alle, die vor mir kamen, sind Diebe und Räuber; aber die Schafe haben nicht auf sie gehört.

9 Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden.

10 Der Dieb kommt nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten; ich bin gekommen, damit sie das Leben haben und es in Fülle haben.



„Die Schafe hören auf Stimme ihres Hirten; er ruft die Schafe, die ihm gehören, einzeln beim Namen und führt sie hinaus.
Wenn er alle seine Schafe hinausgetrieben hat, geht er ihnen voraus, und die Schafe folgen ihm; denn sie kennen seine Stimme.“ (Joh 10:3f)

Aus diesen Worten können wir erkennen, wie wichtig die Stimme des Hirten für die Schafe ist und wie notwendig, dass er mit seinen Schafen redet.

Schauen wir uns Beispiele an, in denen Jesus, der Hirte aller Hirten zu seinen Schafen redet und sie ruft.

1.) In der Apg 8:26-40 wird uns von Philippus erzählt, einem eben erst erwählten Diakon der Urkirche. Er wird auf eine Straße geschickt. Dort soll er sich einem begüterten Heiden anschließen, der gerade aus dem Propheten Jesaja liest aber das Gelesene nicht versteht. Philippus verkündet ihm nun ausgehend von diesem Prophetenwort das Evangelium von Jesus. An einer Wasserstelle halten sie und Philippus tauft den Heiden. Dann heißt es Apg 8:39: „Als sie aus dem Wasser stiegen, entführte der Geist des Herrn den Philippus. Der Kämmerer sah ihn nicht mehr, und er zog voll Freude weiter.“ Was ist hier geschehen? Der Neugetaufte sah den Philippus nicht mehr, weil er ganz von Jesus erfüllt war und nur mehr Augen für ihn hatte. Philippus hatte sein Werk erfüllt, indem er diesen Mann zu Jesus geführt hatte. Nun konnte er sich wieder zurücknehmen und anderswo das Evangelium verkünden. Jesus hat durch den Philippus den Heiden beim Namen und in seine Herde gerufen.

2.) Durch sein Verhalten erinnert Philippus an eine andere „Stimme,“ durch die Jesus seine Herde gerufen hat. Er erinnert an den, der sich selber die Stimme eines Rufenden in der Wüste nennt (vgl. Joh 1:23); er erinnert an Johannes den Täufer! Und auch ihm war es eine Ehre und eine Freude, Jesus Menschen zuzuführen; die Herde mit dem Hirten zusammenzuführen und vertraut zu machen. So hat er seine Jünger auf Jesus hingewiesen mit den Worten: „Seht das Lamm Gottes!“ Diese sind daraufhin Jesus gefolgt und dann bei ihm geblieben. (vgl. Joh 1:35-39) Und er hat auch die denkwürdigen Worte gesagt, als ihm erzählt wurde, welchen Zulauf Jesus hat: „Wer die Braut hat, der ist der Bräutigam; der Freund des Bräutigams aber, der dabeisteht und ihm zuhört, freut sich über die Stimme des Bräutigams. Diese meine Freude ist nun erfüllt. Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen.“ (vgl. Joh 3:23-36) Auch den Johannes zeichnet es aus, dass er bewusst Stimme ist, die auf Jesus hinweist und die zu Jesus hinführt, um dann zurückzutreten, zu verklingen und schließlich ganz zu verstummen.

Wie pervers sind doch nicht wenige, die ihren Auftrag, „Stimme des guten Hirten“ zu sein, missbrauchen und die Leute zu einer Fangemeinde um sich scharen und von sich abhängig machen – oft genug unter zu Hilfenahme fernöstlichen Gedankengutes und esoterischer Praktiken. Ein Jammer, mit ansehen zu müssen, wie diese Leute von Jesus weggeführt und von ihm fern gehalten werden. Auf diese Pseudohirten trifft das Wort Jesu zu: „Wehe euch! Ihr verschließt den Menschen das Himmelreich. Ihr selbst geht nicht hinein; aber ihr lasst auch die nicht hinein, die hineingehen wollen.“ (Mt 23:13)

3.) Dabei hat Jesus ja das allerbeste Beispiel gegeben! War er doch das Wort Gottes, das Mensch geworden ist und unter uns gewohnt hat (vgl. Joh 1:1-18) Seine Botschaft in Wort und Tat war ein einziger Hinweis, dass Gott sich wie ein guter Hirt seines Volkes angenommen hat (vgl. Lk 7:16) Was also antwortet Jesus seinen Jüngern als sie ihm frühmorgens an seinen Gebetsort nacheilen und ihn wissen lassen: „Alle suchen dich!“ Er antwortete ihnen: „Lasst uns anderswo hingehen, in die benachbarten Dörfer, damit ich auch dort predige; denn dazu bin ich gekommen.“ (vgl. Mk 1:35-38)

So können wir abschließend sagen: Gute Hirten sind jene, die „Stimme des guten Hirten Jesu“ sind. Die mit ihren Worten nicht sich selber wichtig nehmen sondern einzig das Ziel haben, ihre Zuhörer mit Jesus bekannt zu machen, sich an der so geknüpften Freundschaft erfreuen und in dieser Freude ihre Erfüllung finden. So wollen wir denn allen, die im Namen Jesu gute Hirten sein wollen, die Worte des Apostels Petrus zurufen: „Sorgt als Hirten für die euch anvertraute Herde Gottes, nicht aus Zwang, sondern freiwillig, wie Gott es will; auch nicht aus Gewinnsucht, sondern aus Neigung; seid nicht Beherrscher eurer Gemeinden, sondern Vorbilder für die Herde! Wenn dann der oberste Hirt erscheint, werdet ihr den nie verwelkenden Kranz der Herrlichkeit empfangen.“ (1Petr 5:2-4) Amen!

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