Samstag, März 15, 2008

Wahrhaft, das war Gottes Sohn!


Das Leiden unseres Herrn Jesus Christus nach Matthäus 27: 11-54

Die Verhandlung vor Pilatus

11 Als Jesus vor dem Statthalter stand, fragte ihn dieser: Bist du der König der Juden? Jesus antwortete: Du sagst es.

12 Als aber die Hohenpriester und die Ältesten ihn anklagten, gab er keine Antwort.

13 Da sagte Pilatus zu ihm: Hörst du nicht, was sie dir alles vorwerfen?

14 Er aber antwortete ihm auf keine einzige Frage, so dass der Statthalter sehr verwundert war.

15 Jeweils zum Fest pflegte der Statthalter einen Gefangenen freizulassen, den sich das Volk auswählen konnte.

16 Damals war gerade ein berüchtigter Mann namens Barabbas im Gefängnis.

17 Pilatus fragte nun die Menge, die zusammengekommen war: Was wollt ihr? Wen soll ich freilassen, Barabbas oder Jesus, den man den Messias nennt?

18 Er wusste nämlich, dass man Jesus nur aus Neid an ihn ausgeliefert hatte.

19 Während Pilatus auf dem Richterstuhl saß, ließ ihm seine Frau sagen: Lass die Hände von diesem Mann, er ist unschuldig. Ich hatte seinetwegen heute Nacht einen schrecklichen Traum.

20 Inzwischen überredeten die Hohenpriester und die Ältesten die Menge, die Freilassung des Barabbas zu fordern, Jesus aber hinrichten zu lassen.

21 Der Statthalter fragte sie: Wen von beiden soll ich freilassen? Sie riefen: Barabbas!

22 Pilatus sagte zu ihnen: Was soll ich dann mit Jesus tun, den man den Messias nennt? Da schrieen sie alle: Ans Kreuz mit ihm!

23 Er erwiderte: Was für ein Verbrechen hat er denn begangen? Da schrieen sie noch lauter: Ans Kreuz mit ihm!

24 Als Pilatus sah, dass er nichts erreichte, sondern dass der Tumult immer größer wurde, ließ er Wasser bringen, wusch sich vor allen Leuten die Hände und sagte: Ich bin unschuldig am Blut dieses Menschen. Das ist eure Sache!

25 Da rief das ganze Volk: Sein Blut komme über uns und unsere Kinder!

26 Darauf ließ er Barabbas frei und gab den Befehl, Jesus zu geißeln und zu kreuzigen.

Die Verspottung Jesu durch die Soldaten

27 Da nahmen die Soldaten des Statthalters Jesus, führten ihn in das Prätorium, das Amtsgebäude des Statthalters, und versammelten die ganze Kohorte um ihn.

28 Sie zogen ihn aus und legten ihm einen purpurroten Mantel um.

29 Dann flochten sie einen Kranz aus Dornen; den setzten sie ihm auf und gaben ihm einen Stock in die rechte Hand. Sie fielen vor ihm auf die Knie und verhöhnten ihn, indem sie riefen: Heil dir, König der Juden!

30 Und sie spuckten ihn an, nahmen ihm den Stock wieder weg und schlugen ihm damit auf den Kopf.

31a Nachdem sie so ihren Spott mit ihm getrieben hatten, nahmen sie ihm den Mantel ab und zogen ihm seine eigenen Kleider wieder an.

Die Kreuzigung

31b Dann führten sie Jesus hinaus, um ihn zu kreuzigen.

32 Auf dem Weg trafen sie einen Mann aus Zyrene namens Simon; ihn zwangen sie, Jesus das Kreuz zu tragen.

33 So kamen sie an den Ort, der Golgota genannt wird, das heißt Schädelhöhe.

34 Und sie gaben ihm Wein zu trinken, der mit Galle vermischt war; als er aber davon gekostet hatte, wollte er ihn nicht trinken.

35 Nachdem sie ihn gekreuzigt hatten, warfen sie das Los und verteilten seine Kleider unter sich.

36 Dann setzten sie sich nieder und bewachten ihn.

37 Über seinem Kopf hatten sie eine Aufschrift angebracht, die seine Schuld angab: Das ist Jesus, der König der Juden.

38 Zusammen mit ihm wurden zwei Räuber gekreuzigt, der eine rechts von ihm, der andere links.

39 Die Leute, die vorbeikamen, verhöhnten ihn, schüttelten den Kopf

40 und riefen: Du willst den Tempel niederreißen und in drei Tagen wieder aufbauen? Wenn du Gottes Sohn bist, hilf dir selbst, und steig herab vom Kreuz!

41 Auch die Hohenpriester, die Schriftgelehrten und die Ältesten verhöhnten ihn und sagten:

42 Anderen hat er geholfen, sich selbst kann er nicht helfen. Er ist doch der König von Israel! Er soll vom Kreuz herabsteigen, dann werden wir an ihn glauben.

43 Er hat auf Gott vertraut: der soll ihn jetzt retten, wenn er an ihm Gefallen hat; er hat doch gesagt: Ich bin Gottes Sohn.

44 Ebenso beschimpften ihn die beiden Räuber, die man zusammen mit ihm gekreuzigt hatte.

Der Tod Jesu

45 Von der sechsten bis zur neunten Stunde herrschte eine Finsternis im ganzen Land.

46 Um die neunte Stunde rief Jesus laut: Eli, Eli, lema sabachtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

47 Einige von denen, die dabeistanden und es hörten, sagten: Er ruft nach Elija.

48 Sogleich lief einer von ihnen hin, tauchte einen Schwamm in Essig, steckte ihn auf einen Stock und gab Jesus zu trinken.

49 Die anderen aber sagten: Lass doch, wir wollen sehen, ob Elija kommt und ihm hilft.

50 Jesus aber schrie noch einmal laut auf. Dann hauchte er den Geist aus.

51 Da riss der Vorhang im Tempel von oben bis unten entzwei. Die Erde bebte, und die Felsen spalteten sich.

52 Die Gräber öffneten sich, und die Leiber vieler Heiligen, die entschlafen waren, wurden auferweckt.

53 Nach der Auferstehung Jesu verließen sie ihre Gräber, kamen in die Heilige Stadt und erschienen vielen.

54 Als der Hauptmann und die Männer, die mit ihm zusammen Jesus bewachten, das Erdbeben bemerkten und sahen, was geschah, erschraken sie sehr und sagten: Wahrhaftig, das war Gottes Sohn!




„Sohn Davids – so rufen die Leute Jesus beim Einzug in Jerusalem.
„König der Juden“ nennt ihn Pilatus beim Verhör.
Als „Gottes Sohn“ bekennt ihn der römische Hauptmann, als er ihn am Kreuz sterben sieht.

Freilich, die Leute im Freudentaumel beim Einzug hatten rein menschliche Vorstellungen vom Messias.
Und Pilatus wird ihn wohl leicht spöttisch als König der Juden bezeichnet haben.
Und der Hauptmann bekennt Jesus als Sohn Gottes tief beeindruckt von den Zeichen, die seinen Tod begleitet haben: Das Erdbeben und die anderen außerordentlichen Ereignissen, die deinen Tod begleiten.

Je schlimmer es mit ihm steht, je näher er seinem schrecklichen Ende kommt umso hoheitlicher die Aussage über ihn. Mit unserem menschlichen, vernünftigen Verstehen nicht nachzuvollziehen. Oder wie Paulus an die Korinther schreibt: „Wir verkündigen Christus als den Gekreuzigten: für Juden ein empörendes Ärgernis, für Heiden eine Torheit, für die Berufenen aber, Juden wie Griechen, Gottes Kraft und Gottes Weisheit.“ (1Kor 1:23f.) Der Herr erleuchte in diesen Tagen unseren Glauben, dass wir im Gekreuzigten Herrn Jesus zunehmend Gottes Kraft und Gottes Weisheit zu erkennen vermögen.

Bei seinem Einzug in Jerusalem schreien die Menschen; bei seinem Tod schreien die Steine. So geschehen in seiner äußersten Ohnmacht, seinen Geist schon ausgehaucht, machtvolle Zeichen: Das Zerreißen des Tempelvorhanges in zwei Stücke, das Erdbeben, das Spalten der Felsen, das Öffnen der Gräber.

Wenn nun aber die seelen- und vernunftlose Materie machtvoll den gekreuzigten Herrn als den Sohn Gottes bekennt – wie können wir uns dann diesem Bekenntnis verweigern? Sind wir härter als die Steine? Sind wir unbeweglicher als das Erdreich?
Ein heidnischer Hauptmann hat sich vom Zeugnis der Schöpfung sehr wohl zum Bekenntnis führen lassen, dass dieser Jesus der Sohn Gottes ist. Und wir, die wir uns eh und je als Christen und als seine Jünger bekennen, sollten nicht umso entflammter in dieses Bekenntnis einstimmen?
Möge doch auch in unserem Herzen der Vorhang von oben bis unten entzwei reißen und das Berührt werden von Jesu Leiden und Sterben in das Tiefste unseres Herzens gelangen, um dort jene Erneuerung und Erlösung zu bewirken, deretwegen unser Herr dies alles auf sich genommen hat. Lassen wir uns durch seine Wunden und seinen Tod heilen und zum neuen Leben führen, das in Christus Jesus ist, unserem Herrn. Amen!

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