Freitag, März 21, 2008

Jesus geht hinaus ...


Das Evangelium Johannes 18: 1 – 11

1 Jesus ging mit seinen Jüngern hinaus, auf die andere Seite des Baches Kidron. Dort war ein Garten; in den ging er mit seinen Jüngern hinein.

2 Auch Judas, der Verräter, der ihn auslieferte, kannte den Ort, weil Jesus dort oft mit seinen Jüngern zusammengekommen war.

3 Judas holte die Soldaten und die Gerichtsdiener der Hohenpriester und der Pharisäer, und sie kamen dorthin mit Fackeln, Laternen und Waffen.

4 Jesus, der alles wusste, was mit ihm geschehen sollte, ging hinaus und fragte sie: Wen sucht ihr?

5 Sie antworteten ihm: Jesus von Nazaret. Er sagte zu ihnen: Ich bin es. Auch Judas, der Verräter, stand bei ihnen.

6 Als er zu ihnen sagte: Ich bin es! wichen sie zurück und stürzten zu Boden.

7 Er fragte sie noch einmal: Wen sucht ihr?

8 Sie sagten: Jesus von Nazaret. Jesus antwortete: Ich habe euch gesagt, dass ich es bin. Wenn ihr mich sucht, dann lasst diese gehen!

9 So sollte sich das Wort erfüllen, das er gesagt hatte: Ich habe keinen von denen verloren, die du mir gegeben hast.

10 Simon Petrus aber, der ein Schwert bei sich hatte, zog es, schlug nach dem Diener des Hohenpriesters und hieb ihm das rechte Ohr ab; der Diener hieß Malchus.

11 Da sagte Jesus zu Petrus: Steck das Schwert in die Scheide! Der Kelch, den mir der Vater gegeben hat – soll ich ihn nicht trinken?



In der Passion des Johannes haben wir Jesus auf seinem Leidensweg begleitet. Wir sind einem leidensstarken, kreuzesmutigen Herrn begegnet, der wusste, was auf ihn zukommt und was er auf sich nimmt.

Im Garten „wusste Jesus alles, was mit ihm geschehen sollte.“ (Joh 18:4) So wartet er nicht, bis seine Gegner zu ihm kommen; er geht hinaus – ihnen entgegen – gefasst und entschlossen. Er begibt sich in ihre Hände. Die Initiative geht von IHM aus. ER ist der Herr!

„Ich bin es!“ (Joh 18:5ff.) Sagt er zu ihnen und die Wucht dieser Worte lässt sie zurückweichen und wirft sie zu Boden. Hier spricht nicht nur Jesus von Nazaret; vielmehr spricht hier derjenige, der sich dem Mose im brennenden Dornbusch gezeigt hat als der „Ich bin da!“ (vgl. Ex 3:14) Wie damals der Allmächtige aus seiner Verborgenheit herausgetreten ist aus Mitleid mit seinem gequälten Volk Israel und um es zu befreien aus der Knechtschaft Ägyptens so tritt nunmehr derselbe Gott in diesem Jesus von Nazaret hinaus seinen Widersachern entgegen um nunmehr sein gequältes Volk aus der viel heftigeren Gefangenschaft der Sünde und des Todes zu befreien.

Dieser Jesus geht bereits im Anfang hinaus als das Wort, das bei Gott war und das selber Gott war; das Wort, das Fleisch geworden ist und unter uns gewohnt hat. (vgl. Joh 1:1-14)

Er geht hinaus wie der barmherzige Vater, der seinem Sohn entgegenläuft welcher aus Ferne und Verlorenheit zu ihm zurückkehrt. (vgl. Lk 15:20)

Er geht hinaus wie der Hirte, der sein verlorenes Schaf sucht bis er es findet (vgl. Lk 15:4) und der so sein Leben hingibt. (vgl. Joh 10:11)

Er geht hinaus wie er dann gleich anschließend hinausgehen wird vor die Tore der Stadt auf die Schädelhöhe (Joh 19:17) und trägt dabei selber sein Kreuz – getreu seinem Auftrag an seine Jünger, täglich ihr Kreuz auf sich zu nehmen und ihm zu folgen. (vgl. Lk 9:23)

Am Kreuz geht er hinaus aus seinem Leiden, sieht das Leiden seiner Mutter unterm Kreuz und sorgt für sie. In besonderer Weise erleben wir ihr gegenüber Jesu Hinausgehen in seiner heilvollen Dimension als ein Eingehen in den anderen Menschen zu dessen Heil. Was Wunder, dass gerade Maria Jesu getreueste Nachfolgerin wird – eine, die über die Zeiten hinweg unablässig heraustritt hinein in das Leben vieler Menschen zu deren Heil und Segen. Deswegen gibt er seine Mutter uns zur Mutter. (vgl. Joh 19: 25-27)

Am Kreuz geht er hinaus aus dem Bereich dieses Lebens und hinein in den Tod.

Schließlich geht er aber auch hinaus aus dem Schattenreich des Todes hinein in das immerwährende Leben beim Vater und als der Lebende und Auferstandene wird seinen Freunden entgegengehen.

Im Hinausgehen wird er der Eingehende in das Leben der Menschen, der Entgegenkommende. Freunden und Feinden gleichermaßen geht er entgegen und bezeugt so die Liebe seines „Vaters im Himmel, der seine Sonne aufgehen lässt über Bösen und Guten und der es regnen lässt über Gerechte und Ungerechte.“ (Mt 5:45)
Jesus stirbt für alle, denn „Gott hat alle in den Ungehorsam eingeschlossen um sich aller zu erbarmen.“ (Röm 11:32)

Lassen wir den Bericht der Johannespassion wie süßen Honig träufeln in den bitteren Schmerz und in die Not unserer Tage; lassen wir sie Kraftquelle sein, aus der wir begierig trinken in unserer Schwachheit; lassen wir sie Licht sein in der undurchdringlichen Finsternis unseres Lebens.
Jesus geht hinaus! Es ist ein Gehen zu uns! Es ist ein Gehen für uns! Gehen wir mit! Gehen wir ihm entgegen! Folgen wir ihm nach. Lassen wir IHN sein, was er so sehr für uns sein möchte: Weg, Wahrheit und Leben! (vgl. Joh 14:6) Amen!

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