Donnerstag, Februar 07, 2008

Weg mit dir, Satan!


Das Evangelium Matthäus 4: 1- 11

1 In jener Zeit wurde Jesus vom Geist in die Wüste geführt; dort sollte er vom Teufel in Versuchung geführt werden.

2 Als er vierzig Tage und vierzig Nächte gefastet hatte, bekam er Hunger.

3 Da trat der Versucher an ihn heran und sagte: Wenn du Gottes Sohn bist, so befiehl, dass aus diesen Steinen Brot wird.

4 Er aber antwortete: In der Schrift heißt es: Der Mensch lebt nicht nur von Brot, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt.

5 Darauf nahm ihn der Teufel mit sich in die Heilige Stadt, stellte ihn oben auf den Tempel

6 und sagte zu ihm: Wenn du Gottes Sohn bist, so stürz dich hinab; denn es heißt in der Schrift: Seinen Engeln befiehlt er, dich auf ihren Händen zu tragen, damit dein Fuß nicht an einen Stein stößt.

7 Jesus antwortete ihm: In der Schrift heißt es auch: Du sollst den Herrn, deinen Gott, nicht auf die Probe stellen.

8 Wieder nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht

9 und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest.

10 Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan! Denn in der Schrift steht: Vor dem Herrn, deinem Gott, sollst du dich niederwerfen und ihm allein dienen.

11 Darauf ließ der Teufel von ihm ab, und es kamen Engel und dienten ihm.




Begehen auf eigene Gefahr! Diese Warnung ist manchmal zu lesen, wenn ein gefährlicher Weg beginnt.
Auch wir haben am vergangenen Aschermittwoch den Weg der Fastenzeit begonnen: 40 Tage bis Ostern.
Von Jesus hören wir heute, er habe 40 Tage und 40 Nächte gefastet. Und dann von seiner Versuchung durch den Teufel.
Will dieses Evangelium eine Warnung für uns sein: Achtung, jetzt beginnt ein gefährlicher Weg? Begehen auf eigene Gefahr? Selbstverständlich nur unter der Voraussetzung, dass wir Christen und somit Jünger Jesu sind.
Sollten wir uns also überhaupt auf diesen Weg einlassen? Wir könnten ihn ja auch meiden.
Worauf könnten wir uns auf diesem Weg stützen? Was kann uns Mut machen, diesen Weg zu gehen?

Schauen wir auf Jesus! Es ist zwar kein Mensch bei ihm. Dennoch ist er nicht allein. Wir hörten es ja: Vom Geist wurde Jesus in die Wüste geführt. Wir müssen also diesen Geist Jesu bitten, dass er auch uns auf diesem Weg führe, uns durch diese Zeit hindurchführe. Wir müssen am Anfang dieses Weges energisch um diesen Geist bitten. Es ist derselbe Geist, der am Ende dieser österlichen Bußzeit auf die Jünger herabkommt. Diese ganze Zeit ist so von diesem Geist umschlossen. Vertrauen wir uns ihm an und bitten wir ihn: „Komm, Tröster, der die Herzen lenkt, du Beistand, den der Vater schenkt; aus dir strömt Leben, Licht und Glut, du gibst uns Schwachen Kraft und Mut!“ (Komm, Heilger Geist GL 241/2)
Kann denn ein Weg in die Irre gehen, auf dem dieser Geist uns lenkt?
Können wir einen Kampf verlieren, in dem dieser Geist uns Beistand ist?
Sollten wir den anstehenden Herausforderungen aus dem Weg gehen, wenn dieser Geist uns Kraft und Mut gibt?

Nicht nur der Geist ist bei Jesus. Er hat noch eine andere Stütze: Das Wort Gottes! Noch ehe er seine eigene Verkündigung beginnt, nimmt er das Wort Gottes in den Mund und begegnet jedes Mal genau damit den Versuchungen des Teufels.
Das Wort Gottes ist nicht eine weitere Waffe neben dem Geist. Vielmehr gibt ihm der Geist das Wort Gottes als Waffe gegen den Teufel in die Hand. Indem Jesus vom Wort lebt, das aus Gottes Mund kommt, wird deutlich, dass er vom Geist geführt ist.
Was will uns damit anderes gesagt sein, als dass wir uns auch um dieses Wort Gottes umsehen als Lebensmittel für diesen Weg.
Auf meinen zahlreichen Besuchen in meiner früheren Pfarre bekam ich immer wieder ein so genanntes „Bschoadpackel“ mit nach Hause: einen Kuchen, einen Brotlaib, Butter, Marmelade, Obst, oder ähnliches.
Mit dem heutigen Evangelium will der Herr uns das Wort Gottes als „Bschoadpackel“ für den Weg durch die Fastenzeit mitgeben. Es ist die Überlebensration für unser Christentum auf diesem Weg der Prüfung und der Versuchung und der Läuterung.
„Dein Wort ist meinem Fuß eine Leuchte, ein Licht für meine Pfade.“ (Ps 119:105)
„Wie lieb ist mir deine Weisung; ich sinne über sie nach den ganzen Tag. Dein Gebot macht mich weiser als all meine Feinde; denn immer ist es mir nahe.“ (Ps 119:97)
Diese Psalmenworte kannte Jesus und er wusste um die Kraft des Wortes Gottes, das er auf einmalige Weise als die Worte seines geliebten Vaters im Himmel erfahren durfte.
Leben auch wir von dem Wort, das aus Gottes Mund kommt: bei jedem Gottesdienst in Lesung und Evangelium, bei der privaten Lektüre der hl. Schrift und bei vielen anderen Gelegenheiten, wo dieses Wort Gottes uns ansprechen will.

So gestützt und gestärkt durch den Geist und das Wort Gottes können auch wir nach dem Vorbild Jesu die Begegnung mit dem Versucher wagen. Wir brauchen keine Angst vor ihm zu haben. Wir können uns gar auf ein Bibelgespräch mit ihm einlassen.
Was heißt das nun: Dem Versucher begegnen? Es heißt dem in unserem Leben zu begegnen, dorthin in unserem Leben zu schauen, wo wir versucht sind, dem Herrn nicht den ersten Platz, das erste Wort einzuräumen. Es heißt dem Unchristen oder dem Antichristen in uns zu begegnen – nicht zu einem gemütlichen Plausch, sondern um ihm den Garaus zu machen so wie Jesus ja auch dem Satan den Garaus gemacht hat, indem er ihm zurief: „Weg mit dir Satan!“ (Mt 4:10)
Es geht dabei um jene Punkte in unserem Leben, wo der Böse sich anklammert, um uns in seinen Bereich zu ziehen. Diese Anhaltspunkte des Bösen in uns müssen in diesen Tagen auf das Tapet; sie müssen zur Sprache kommen. Es geht nicht an, dass wir als Christen zwei Herren dienen: Gott und dem Bösen. (vgl. Mt 6:24) Als Christen gehören wir allein dem Herrn. (vgl. Röm 14:8) Deswegen kann das Ziel unseres Weges nur sein, dass uns nichts scheidet von der Liebe Gottes in Jesus Christus, unserm Herrn! (vgl. Röm 8:38f.) Amen!

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