Mittwoch, Februar 13, 2008

Sein Gesicht leuchtete wie die Sonne


Das Evangelium Matthäus 17: 1 – 9

1 In jener Zeit nahm Jesus Petrus, Jakobus und dessen Bruder Johannes beiseite und führte sie auf einen hohen Berg.

2 Und er wurde vor ihren Augen verwandelt; sein Gesicht leuchtete wie die Sonne, und seine Kleider wurden blendend weiß wie das Licht.

3 Da erschienen plötzlich vor ihren Augen Mose und Elija und redeten mit Jesus.

4 Und Petrus sagte zu ihm: Herr, es ist gut, dass wir hier sind. Wenn du willst, werde ich hier drei Hütten bauen, eine für dich, eine für Mose und eine für Elija.

5 Noch während er redete, warf eine leuchtende Wolke ihren Schatten auf sie, und aus der Wolke rief eine Stimme: Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Gefallen gefunden habe; auf ihn sollt ihr hören.

6 Als die Jünger das hörten, bekamen sie große Angst und warfen sich mit dem Gesicht zu Boden.

7 Da trat Jesus zu ihnen, fasste sie an und sagte: Steht auf, habt keine Angst!

8 Und als sie aufblickten, sahen sie nur noch Jesus.

9 Während sie den Berg hinab stiegen, gebot ihnen Jesus: Erzählt niemand von dem, was ihr gesehen habt, bis der Menschensohn von den Toten auferstanden ist.




Was geschieht im Evangelium mit Jesus? Was lässt sein Gesicht leuchten wie die Sonne? Was lässt sein Gewand strahlen wie das Licht? Ist er einer jener Strahlemänner wie sie uns in der Werbung begegnen? Wir wissen ja aus täglicher Erfahrung, wie uns die verschiedensten Waren mit strahlenden Gesichtern von Frauen und Männern angepriesen werden, damit wir sie kaufen. Wie werden diese Gesichter so schön, so strahlend? Diese Schönheit ist ein Ergebnis von Puder, Cremen, Salben, Sprays und Parfums. Es ist eine kosmetisch produzierte Schönheit. Es ist eine aufgetragene Schönheit, die gleichsam auf das Gesicht, auf den Körper dieser Menschen gelegt wird, damit „Unebenheiten,“ „Unregelmäßigkeiten“ zugedeckt werden. Es ist eine vorgetäuschte Schönheit.

War Jesus auch in einem Schönheitssalon, damit er so strahlen kann, wie im heutigen Evangelium? Wurde ihm auch ein Make up verpasst, das ihn so schön macht? Und will er vielleicht gar auch eine Ware anpreisen?

Nein und Ja!

Nein, denn das Evangelium sagt klar und deutlich, woher sein Leuchten kommt: Wir hören nämlich von der Stimme aus der Wolke: „Das ist mein geliebter Sohn an dem ich Gefallen gefunden habe!“ (Mt 17:5)
Das ist der Grund des Leuchtens Jesus: Dass er Gott, dem Vater gefällt!
Das ist die Ursache seiner Schönheit: Dass er in der Liebe des Vaters steht; dass er ganz erfüllt ist von dieser Liebe.
Jesu Schönheit ist keine von Außen aufgetragene, die einmal abbröckeln wird; sie ist eine in sein Herz eingetragene Schönheit, die aus seinem Innersten kommt und unvergänglich ist.

In gewisser Weise war, ja ist Jesus beständig in einem „Schönheitssalon:“ Dieser Salon ist die Liebe seines Vaters. Jesus lebt beständig in dieser Liebe, darum kann diese Liebe ihn auch beeinflussen, prägen – eben: schön machen! Im Johannesevangelium hören wir Jesus sehr oft von diesem Salon sprechen; etwa wenn er sagt: „Ich und der Vater sind eins“ (Joh 10:30); oder: Der Sohn tut, was er den Vater tun sieht (vgl. Joh 5:19f; oder: „Ich habe euch alles mitgeteilt, was ich von meinem Vater gehört habe.“ (Joh 15:15) Ja selbst noch in seiner „hässlichsten“ Stunde, nämlich als er am Kreuz in größtem Schmerz und tiefster Einsamkeit stirbt, bleibt er in diesem „schönsten“ Raum, bleibt er bei seinem Vater, indem er spricht: „Vater in deine Hände lege ich meinen Geist!“ (Lk 23:46)

Und das ist, wenn ihr so wollt, auch die Ware, die er uns anpreist: Die Liebe Gottes, seines Vaters! Das gesamte Evangelium ist eine einzige Einladung hinein in diese Liebe des Vaters! So als sagte Jesus: „Was kümmert ihr euch so sehr um die Liebe dieser Welt, die doch vergeht und euch auf vielfältige Weise schadet! So wendet euch doch dieser Liebe Gottes zu!
Lasst euch von dieser Liebe lieben,
lasst euch von dieser Liebe das Leben erneuern, ein Leben in Fülle schenken, ein Leben, das euch selbst der Tod nicht rauben kann; lasst euch von dieser Liebe schön machen – so wie ich!
Lasst euch mit einer Schönheit beschenken, wie sie die Welt nicht geben kann.
Lasst euch von dieser Liebe mit einem Licht erleuchten, im Vergleich zu dem aller Glamour dieser Welt bloß Finsternis ist!“

Wie haben wir in der Lesung gehört: „Jesus hat dem Tod die Macht genommen
und uns das Licht des unvergänglichen Lebens gebracht
durch das Evangelium.“ (2Tim1:10)

Aber wie gelangen wir in diesen Schönheitssalon der Liebe Gottes: Die Türen, die dorthinein führen sind die Orte und Gelegenheiten, bei denen uns diese Liebe ungetrübt begegnet: Bei der hl. Messe, beim Lesen und Betrachten der hl. Schrift, im Sakrament der Vergebung, beim Beten, beim Dienst am Nächsten, beim Danken und beim Lobpreisen ob der Wunder der Schöpfung, beim Leiden mit Christus ...
Treten wir die Schwellen dieser Türen aus und lassen wir die ausgetrockneten Brunnen dieser Welt, die uns das Wasser des Lebens nicht geben können.

Hören wir auf Jesus!
Leben wir von seinem Wort!
Lassen wir uns die Augen unseres Geistes von ihm reinigen und werde wir so fähig, Gottes Herrlichkeit zu erkennen und in unserem Leben wider strahlen zu lassen, indem die Menschen unsere guten Werke sehen und den Vater im Himmel preisen. (vgl. Mt 5:16) Amen!

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