Montag, Dezember 31, 2007

Und sie fanden Maria und Josef und das Kind


Das Evangelium Lukas 2: 16 – 21

16 So eilten sie hin und fanden Maria und Josef und das Kind, das in der Krippe lag.

17 Als sie es sahen, erzählten sie, was ihnen über dieses Kind gesagt worden war.

18 Und alle, die es hörten, staunten über die Worte der Hirten.

19 Maria aber bewahrte alles, was geschehen war, in ihrem Herzen und dachte darüber nach.

20 Die Hirten kehrten zurück, rühmten Gott und priesen ihn für das, was sie gehört und gesehen hatten; denn alles war so gewesen, wie es ihnen gesagt worden war.

21 Als acht Tage vorüber waren und das Kind beschnitten werden sollte, gab man ihm den Namen Jesus, den der Engel genannt hatte, noch ehe das Kind im Schoß seiner Mutter empfangen wurde.




Jedem Neubeginne liegt ein eig’ner Zauber inne! Es hat mit diesem Zauber zu tun, wenn wir einander alles Gute zum neuen Jahr wünschen! Das Neue, Unberührte eines Anfanges bewegt uns zur Hoffnung auf das Gute, das wir in jedem Neubeginn erahnen, und das sich enthüllen möge im Fortschreiten und im Entfalten des Begonnenen.

„Gutes sagen“ heißt im Lateinischen „bene dicere.“ Dies bedeutet dann vor allem „segnen.“ In der ersten Lesung hörten wir, wie Mose im Namen des Herrn Aaron und seine Söhne – also die Priester des Volkes Israel – anweist, das Volk zu segnen: Sie sollen den Leuten nicht einfach zurufen: Alles Gute!
Vielmehr sollen sie zu den Leuten sagen: „Der Herr segne dich und behüte dich. Der Herr lasse sein Angesicht über dich leuchten und sei dir gnädig. Der Herr wende sein Angesicht dir zu und schenke dir Heil. So sollen sie meinen Namen auf die Israeliten legen, und ich werde sie segnen.“ (Num 6:24-27)

Dadurch wird klar: Der eigentlich Segnende ist Gott selber; aller Segen kommt von IHM her; ER ist die Quelle allen Segens. Es geht nicht um ein unpersönliches „Alles Gute“ sondern es geht um den EINEN, der allein DER Gute schlechthin ist – es geht um Gott! (vgl. Mt 19:17) Das wollen wir sagen, wenn wir nicht nur ein „gutes“ neues Jahr wünschen, sondern ein „gesegnetes“ neues Jahr.

Dieser Gedanke ist deshalb auch wichtig, weil es zum Zauber eines Neujahrbeginnes dazu gehört, Vorsätze zu fassen. Damit diese nicht zu Pflastersteinen auf dem Weg zur Hölle sondern zu Meilensteinen auf den Weg zum Himmel werden müssen wir unsere Vorsätze mit dem Vor-Satz versehen: „So Gott will!“ Das heißt: wir beginnen nicht neu nach unserem Ermessen sondern wir lassen Gott mit uns beginnen, da er am besten weiß, was uns gut tut. Wir beginnen bei Gott und so können wir mit Gott beginnen; und dieser Anfang ist gut, weil er beim Ursprung alles Guten beginnt – bei GOTT!

Einen einzigartigen Anfang mit Gott setzt Maria, die wir heute als Gottesmutter ehren. Denn das Kind, das sie geboren hat, ist wahrer Gott! Und es wird den Namen Jesus bekommen, „denn er wird sein Volk von seinen Sünden erlösen!“ (Mt 1:21)
Was die Hirten von diesem Kind erzählen bewahrt Maria im Herzen und denkt darüber nach. (vgl. Lk 2:19) Doch werden nicht nur ihr Herz und ihre Gedanken von dem Gehörten bewegt. Sie folgt ihrem Sohn von der Hochzeit zu Kana bis unter sein Kreuz auf Golgota. Im Leben und im Sterben ist sie ihm nahe. Und sie bleibt bei ihm, indem sie mit der Jüngergemeinde auf den verheißenen Geist wartet. Sie bleibt bei ihm, indem sie Mutter der Kirche wird.
Die Bewegung aus Liebe, die Gott in der Entäußerung seines Sohnes begonnen hat, ergreift Maria ganz in ihrem Leib, in ihrem Herzen, in ihrem Geist. Sie wird und bleibt eine von der Liebe Gottes Bewegte. So wird sie eine, zu der sich durch die Jahrhunderte hin zahllose Menschen auf den Weg machen, um sich von ihr einen Neubeginn mit ihrem Sohn schenken zu lassen um selber Bewegte zu werden von Gottes Liebe. So eilen wir am Beginn dieses neuen Jahres wie die Hirten und finden Josef, Maria und das Kind, das in der Krippe liegt (vgl. Lk 2:16). Nach Anbetung des Kindes und vertrautem Zwiegespräch mit seiner Mutter und mit Josef kehren wir wieder zurück in unsere Welt Gott rühmend und preisend für das, was wir gehört und gesehen haben. (vgl. Lk 2:20)

Was so in uns angestoßen wurde möge sich fortsetzen in Impulsen der Liebe. Als Gesegnete mögen wir zum Segen werden.
Ein Gebet des Pfarrers von St. Lamberti in Münster zum Jahreswechsel anno 1983 möge in unser konkretes Leben führen:
„Herr, setze dem Überfluss Grenzen und lasse die Grenzen überflüssig werden.
Lasse die Leute kein falsches Geld machen, aber auch das Geld keine falschen Leute.
Nimm den Ehefrauen das letzte Wort und erinnere die Ehemänner an ihr erstes.
Schenke unseren Freunden mehr Wahrheit und der Wahrheit mehr Freunde.
Bessere solche Beamten, Geschäfts- und Arbeitsleute, die wohl tätig, aber nicht wohltätig sind.
Herr, sorge dafür, dass wir alle in den Himmel kommen – aber lass zuerst den Himmel zu uns kommen! Amen!

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