Montag, Dezember 24, 2007

In Ihm war das Leben


Das Evangelium Johannes 1: 1 – 18

1 Im Anfang war das Wort, und das Wort war bei Gott, und das Wort war Gott.

2 Im Anfang war es bei Gott.

3 Alles ist durch das Wort geworden, und ohne das Wort wurde nichts, was geworden ist.

4 In ihm war das Leben, und das Leben war das Licht der Menschen.

5 Und das Licht leuchtet in der Finsternis, und die Finsternis hat es nicht erfasst.

6 Es trat ein Mensch auf, der von Gott gesandt war; sein Name war Johannes.

7 Er kam als Zeuge, um Zeugnis abzulegen für das Licht, damit alle durch ihn zum Glauben kommen.

8 Er war nicht selbst das Licht, er sollte nur Zeugnis ablegen für das Licht.

9 Das wahre Licht, das jeden Menschen erleuchtet, kam in die Welt.

10 Er war in der Welt, und die Welt ist durch ihn geworden, aber die Welt erkannte ihn nicht.

11 Er kam in sein Eigentum, aber die Seinen nahmen ihn nicht auf.

12 Allen aber, die ihn aufnahmen, gab er Macht, Kinder Gottes zu werden, allen, die an seinen Namen glauben,

13 die nicht aus dem Blut, nicht aus dem Willen des Fleisches, nicht aus dem Willen des Mannes, sondern aus Gott geboren sind.

14 Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt, und wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.

15 Johannes legte Zeugnis für ihn ab und rief: Dieser war es, über den ich gesagt habe: Er, der nach mir kommt, ist mir voraus, weil er vor mir war.

16 Aus seiner Fülle haben wir alle empfangen, Gnade über Gnade.

17 Denn das Gesetz wurde durch Mose gegeben, die Gnade und die Wahrheit kamen durch Jesus Christus.

18 Niemand hat Gott je gesehen. Der Einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht.



Das Kind in der Krippe, die familiäre, warme und intime Atmosphäre, die Stille der Nacht – nachdem dies alles durch die Botschaft der Engel den Hirten bekannt wurde und in das Licht des Himmels getaucht wurde, (vgl. Lk 2:8 – 14) da ahnten wir schon: das kann es und das wird es wohl nicht gewesen sein! Und die Frage steht im Raum: Was wird aus diesem Kind wohl werden?

Nun, die Lesungen des heutigen Christtages beantworten uns diese Frage: Da wird das armselige Kindlein von heute Nacht auf einmal das Wort genannt, das bei Gott ist und das selber Gott ist und dass alles durch dieses Wort geworden ist. (vgl. Joh 1: 1 – 3)
Der Hebräerbrief legt noch ein Schäufchen nach und spricht vom Sohn, den Gott zum Erben des Alls eingesetzt und durch den er auch die Welt erschaffen hat; er ist der Abglanz seiner Herrlichkeit und das Abbild seines Wesens; er trägt das All durch sein machtvolles Wort. (vgl. Hebr 1: 2f.)
Dann ist von demselben Kind als vom Licht die Rede, das in der Finsternis leuchtet, vom wahren Licht, das in die Welt kam und jeden Menschen erleuchtet. (vgl. Joh 1:5.9)
Kurz und gut: Dieses Kind in der Krippe hat eine himmlische, eine göttliche Karriere durchgemacht.

Menschen haben – angeregt durch das Leben Jesus und durch den heiligen Geist – tief hineingeschaut und hineingehorcht in das unergründliche geheimnisvolle Wesen dieses Kindes und konnten schließlich mit Johannes im heutigen Evangelium sagen: „Wir haben seine Herrlichkeit gesehen, die Herrlichkeit des einzigen Sohnes vom Vater, voll Gnade und Wahrheit.“ (Joh1:14)
Und von dieser Herrlichkeit versuchen sie zu berichten: Johannes in seinem Evangelium und in seinen Briefen ebenso wie der Verfasser des Hebräerbriefes.

Was will uns damit gesagt sein?
In diesem Kind ist Gott, der Herr der ganzen Welt, zu uns gekommen.
Weil nun also Gott in diesem Kind zu uns gekommen ist,
muss dieses Kind jeden einzelnen von uns zuinnerst betreffen; müssen wir ihm mit aller Tieffrömmigkeit unseres Herzens begegnen;
muss es in unserem Herzen wohnen.
Dieses Kind ist eine Gabe für uns.

Weil nun aber Gott, der Herr der ganzen Welt in diesem Kind ist, muss dieses Kind seinen Platz in der Welt haben; ist es lebensnotwendig für die Welt. Dieses Kind ist eine Gabe für die ganze Welt, für alle Völker dieser Erde.
Deswegen feiern wir die Geburt dieses Kindes auch nicht nur in trauter Privatheit sondern künden dieses Ereignis aller Welt.
Deswegen hebt der Papst in seiner Weihnachtsansprache das Jesuskind aus der Krippe heraus und legt es mitten in die aktuellen Probleme unserer Zeit
Deswegen wünscht der Papst heuer in vielen Sprachen den Völkern der Welt gesegnete Weihnachten.
Deswegen dürfen wir unseren Glauben an dieses Kind nicht als Privatsache ansehen sondern müssen ihn vor unseren Mitmenschen bezeugen als eine Angelegenheit, die sehr wohl auch sie meint und betreffen will.

Unser Glaube gehört nicht uns allein sondern allen Menschen.
Dass Gott sich uns zuinnerst ganz persönlich gibt enthält den zwingenden missionarischen Impuls, dass wir ihn durch unser wörtliches und tätiges Glaubenszeugnis den Menschen um uns weitergeben – und dies so sehr, dass Gott nicht in uns ist, wenn wir nicht bereit sind unseren Glauben öffentlich zu bekennen und weiterzugeben. Wir müssen tun, was Jesus getan hat. Von ihm hören wir am Ende des Evangeliums: „Der einzige, der Gott ist und am Herzen des Vaters ruht, er hat Kunde gebracht!“ (Joh 1:18) Jesus hat Kunde gebracht – so müssen auch wir als seine Nachfolger Kunde bringen!
Dann erst ist und dann erst wird Weihnachten wenn wir es machen wie Jesus: Wenn wir die Kunde, die wir zu Weihnachten vom Kind in der Krippe, vom Herzstück des Vaters, hören, wenn wir diese Kunde zu den Menschen bringen. Erst dann, wenn wir diese Kunde bringen, wird Christus in uns geboren. In den Gedanken, Worten und Taten unseres christlich katholischen Glaubens bringen wir Jesus Christus, unsern Herrn und Gott zur Welt.
Unsere heutige Welt zeigt mit aller Dringlichkeit, dass sie diesen Gott braucht, um erlöst zu werden.
Bringen wir nach dem Vorbild Mariens Christus zu den Menschen unserer Welt. Amen!

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