Samstag, Oktober 20, 2007

Allezeit beten!


 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 18: 1 – 8

1 In jener Zeit sagte Jesus ihnen durch ein Gleichnis, dass sie allezeit beten und darin nicht nachlassen sollten:
2 In einer Stadt lebte ein Richter, der Gott nicht fürchtete und auf keinen Menschen Rücksicht nahm.
3 In der gleichen Stadt lebte auch eine Witwe, die immer wieder zu ihm kam und sagte: Verschaff mir Recht gegen meinen Feind!
4 Lange wollte er nichts davon wissen. Dann aber sagte er sich: Ich fürchte zwar Gott nicht und nehme auch auf keinen Menschen Rücksicht;
5 trotzdem will ich dieser Witwe zu ihrem Recht verhelfen, denn sie lässt mich nicht in Ruhe. Sonst kommt sie am Ende noch und schlägt mich ins Gesicht.
6 Und der Herr fügte hinzu: Bedenkt, was der ungerechte Richter sagt.
7 Sollte Gott seinen Auserwählten, die Tag und Nacht zu ihm schreien, nicht zu ihrem Recht verhelfen, sondern zögern?
8 Ich sage euch: Er wird ihnen unverzüglich ihr Recht verschaffen. Wird jedoch der Menschensohn, wenn er kommt, auf der Erde (noch) Glauben vorfinden?


Der Richter im Gleichnis fürchtet zwar Gott nicht und nimmt auf keinen Menschen Rücksicht. Dafür nimmt er auf sich selber umso mehr Rücksicht: Er will endlich Ruhe haben von einer lästigen Frau, die immer wieder zu ihm kommt und um seinen Rechtsbeistand bittet. Ja, Gott fürchtet er zwar nicht – aber diese Frau sehr wohl: sie könnte eines Tages kommen und ihm eine Ohrfeige geben!
Die Haltung dieser Frau will Jesus als Beispiel hervorheben: Ihr unablässiges, aufdringliches Bitten in einem bestimmten Anliegen sollen sich seine Jünger abschauen für ihr Beten zu Gott. Sie sollen allezeit beten, das heißt mit anderen Worten: im Beten nicht nachlassen!
Die Frau verfolgt mit ihrem beharrlichen Bitten die Befreiung von einer konkreten Not ihres alltäglichen Lebens.
Sie bittet im Richter einen Menschen, der sie nicht liebt, dem sie im Grunde egal ist. Und ihr lästiges Bitten hat Erfolg, weil auch der Richter an sich denkt und seine Ruhe haben will!

Wenn die Jünger hingegen zu Gott beten, dann ist dieser Gott einer, der sie in seiner Liebe auserwählt hat. Diese Auserwählung kommt dadurch zum Ausdruck, dass Gott ihnen seinen Sohn, den Menschensohn schickt, damit er ihnen gleichsam die übergroße Liebe Gottes bringe. Aber wird dieser Sohn Gottes Glauben finden auf Erden, wenn er kommt? Mit dieser Frage endet das Evangelium. Zugleich ist damit gesagt, worauf das unablässige Beten seiner Jünger gründet: Auf dem Glauben! Es ist also nicht die Not, die beten lehrt sondern der Glaube!

In diesem Gleichnis sagt Jesus uns, dass zum einen das konkrete Alltagsleben mit seinen kleinen und großen Bedürfnissen Inhalt unseres Betens sein möge.

Zum anderen legt uns der Herr durch den Sonntag der Weltkirche nahe, dass auch Bedürfnisse anderer Inhalt unseres Betens sein dürfen und müssen: Ich meine das Bedürfnis aller Menschen nach der Liebe Gottes! Und dass ihnen dieses Bedürfnis gestillt werde durch die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat. Auch Jesus selber hat dieses Bedürfnis und teilt es seinen Jüngern mit im Sendungsauftrag: „Darum geht zu allen Völkern und macht alle Menschen zu meinen Jüngern, tauft sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes“ (Mt 28, 19-20). Was liegt näher, als dass auch seine Jünger von diesem Bedürfnis erfüllt und getrieben werden?

Es ist die Liebe Jesu zu uns und unsere Liebe zu Jesus, die uns die Dringlichkeit dieses Auftrages erkennen und leben lässt. Es ist diese Liebe, die uns in diesem Anliegen allzeit beten lässt. Es ist die Liebe, die uns das Herz und die Augen öffnet für unseren Sendungsauftrag, das Evangelium in Tat und Wort zu verkünden, zu bezeugen, zu leben!

Diese Liebe möchte uns aufwecken für die Menschen, die von uns mit Recht die Frohbotschaft des Evangeliums erwarten können. Sie möchte uns ebenso aufwecken für die Mittel und Möglichkeiten, die wir haben, um das Evangelium zu den Menschen zu bringen. Diese Liebe möchte unsere Phantasie im Einsatz unserer Kräfte und Mittel in diesem Anliegen neu beleben.

Diese Liebe lässt uns auch großzügig die Gelegenheit wahrnehmen, für unsere Karmelmission einen finanziellen Beitrag zu leisten. Sowohl die Kollekte bei der hl. Messe als auch euer Beitrag in den rückwärtigen Opferstöcken kommt bestimmten Projekten in Indien, Sibirien und in Südamerika zugute. Um welche Projekte es sich dabei genau handelt lest bitte in den rückwärts aufliegenden Infoheftchen.

So beten wir: Gott, du willst, dass deine Kirche ein Zeichen des Heils unter den Völkern sei und das Werk Christi bis zum Ende der Zeiten fortführe. Erwecke in allen, die glauben, die wache Sorge für das Heil der Menschen, damit aus allen Völkern ein heiliges Volk wird. Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn! Amen!

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