Donnerstag, September 20, 2007

...damit ihr aufgenommen werdet!


Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 16: 1 – 13

1 sagte Jesus zu den Jüngern: Ein reicher Mann hatte einen Verwalter. Diesen beschuldigte man bei ihm, er verschleudere sein Vermögen.
2 Darauf ließ er ihn rufen und sagte zu ihm: Was höre ich über dich? Leg Rechenschaft ab über deine Verwaltung! Du kannst nicht länger mein Verwalter sein.
3 Da überlegte der Verwalter: Mein Herr entzieht mir die Verwaltung. Was soll ich jetzt tun? Zu schwerer Arbeit tauge ich nicht, und zu betteln schäme ich mich.
4 Doch - ich weiß, was ich tun muss, damit mich die Leute in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich als Verwalter abgesetzt bin.
5 Und er ließ die Schuldner seines Herrn, einen nach dem andern, zu sich kommen und fragte den ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig?
6 Er antwortete: Hundert Fass Öl. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich gleich hin, und schreib „fünfzig.“
7 Dann fragte er einen andern: Wie viel bist du schuldig? Der antwortete: Hundert Sack Weizen. Da sagte er zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, und schreib „achtzig.“
8 Und der Herr lobte die Klugheit des unehrlichen Verwalters und sagte: Die Kinder dieser Welt sind im Umgang mit ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichtes.
9 Ich sage euch: Macht euch Freunde mit Hilfe des ungerechten Mammons, damit ihr in die ewigen Wohnungen aufgenommen werdet, wenn es (mit euch) zu Ende geht.
10 Wer in den kleinsten Dingen zuverlässig ist, der ist es auch in den großen, und wer bei den kleinsten Dingen unrecht tut, der tut es auch bei den großen.
11 Wenn ihr im Umgang mit dem ungerechten Reichtum nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann das wahre Gut anvertrauen?
12 Und wenn ihr im Umgang mit dem fremden Gut nicht zuverlässig gewesen seid, wer wird euch dann euer (wahres) Eigentum geben?
13 Kein Sklave kann zwei Herren dienen; er wird entweder den einen hassen und den andern lieben, oder er wird zu dem einen halten und den andern verachten. Ihr könnt nicht beiden dienen, Gott und dem Mammon.



Jesus lobt beim unehrlichen Verwalter nicht sein kriminelles Verhalten sondern er lobt ausdrücklich seine Klugheit (vgl. Lk 16:8), die darin besteht, dass er unverzüglich zur Sicherung seines Wohlstandes jene Mittel einsetzt, die ihm zur Verfügung stehen.

Jesus möchte von seinen Jüngern und von uns, dass wir auch so klug sind, wie der Verwalter im Evangelium: Auch wir sollen unverzüglich jene Mittel verwenden, die uns zur Verfügung stehen, um unsere Lebensfülle zu erhalten. Damit ist nicht materieller Reichtum gemeint; vor so einem Missverständnis warnt die erste Lesung sehr eindringlich. (vgl. Am 8:4 – 7)

Was Jesus mit Lebensfülle meint, drückt Paulus in der zweiten Lesung so aus: „Wir sollen ruhig und ungestört in aller Frömmigkeit und Rechtschaffenheit leben; das ist recht und gefällt Gott, unserem Retter;“ (1Tim2:2f) mit dieser Lebensfülle helfen wir mit, „dass alle Menschen gerettet werden und zur Erkenntnis der Wahrheit gelangen.“ (1Tim 2:4) Es ist das jene Lebensfülle, die Jesus uns wünscht, wenn er sagt: Sie sollen „das Leben haben und es in Fülle haben!“ (Joh 10:10)

Welche sind nun jene Mittel, die wir zur Sicherung dieser Lebensfülle zur Verfügung haben? Dieser und jeder Gottesdienst, das Gebet, die Beichte, sämtliche Sakramente, heilige Zeichen, die Werke der Liebe zu Gott, den Mitmenschen und zur Schöpfung.

Apropos Schöpfung: Alles in ihr ist Mittel auf Gott hin; die gesamte Schöpfung ist wie ein herrlicher Vorhang vor dem Antlitz Gottes. Die Schöpfung verhüllt uns Gott und zugleich weist sie uns auf ihn hin. Die ganze Schöpfung von A bis Z will uns zu dem eigentlichen Mittel für die Erhaltung unserer Lebensfülle hinführen – zu Gott selber: Seine Nähe, seine Anwesenheit, sein Für-uns-da-Sein sind der eigentliche Nährboden unserer Lebensfülle. Die Mittel der Kirche und unseres Glaubens wollen uns helfen, die Mutterbrust Gottes mit Gewissheit zu finden.

Und welches Kind, das Hunger hat, ergreift denn nicht die Brust seiner Mutter, um daraus seinen Hunger und seinen Durst zu stillen. Wir müssen wie so ein Kind werden, sonst kommen wir nicht in das Himmelreich.

Wie könntest Du heute also aus der Mutterbrust Gottes trinken: Welches Gebet, welche Tat der Liebe, welches Zeichen, welcher Gedanke könnte dir heute jene Lebensfülle vermitteln, die Gott Dir schenken möchte.

Ergreife dieses Mittel unverzüglich und entschlossen! Sei nicht wie einer, der am reich gedeckten Tisch verhungert, weil er die Überfülle an Speisen und Getränken nicht sieht, nicht davon nimmt und nicht davon isst. Sei wie der Verwalter im heutigen Evangelium, der unverzüglich alles tut, was ihm möglich ist, um sich im Wohlstand zu erhalten.
Auch wir wollen unverzüglich glauben, dass Jesus der einzige Mittler zwischen uns und Gott ist, (vgl. 1Tim 2:5) jene Brücke auf der wir gewiss dem wahren und lebendigen Gott begegnen;
Wir wollen uns unverzüglich diesem Jesus öffnen, der in dieser Feier selber zu uns gesprochen hat, dessen eigene Worte wir eben im Evangelium gehört haben; der selber unsere Speise sein will im Brot des Lebens und unser Trank im Kelch des Heiles.
Wir wollen uns unverzüglich auf die Suche machen nach einem Gedanken, einem Wort oder einer Tat der Liebe, die wir einem unserer Nächsten schenken wollen zum Zeichen dafür, dass wir uns dem Geist des Herrn geöffnet haben, der uns miteinander verbindet.
Und wir müssen jetzt handeln - das meine ich mit unverzüglich und das meint Jesus auch mit der Erzählung vom klugen Verwalter – denn im nächsten Augenblick kann es zu spät sein, da kann mir der Herr die Verwaltung bereits entzogen haben und dann habe ich die Mittel nicht mehr so wie jetzt zur Verfügung, um mir meine Lebensfülle zu erhalten.

Nützen wir also unverzüglich die Mittel und die Zeit aus, die wir noch zur Verfügung haben. Der Grund dafür, dass wir mit diesen Mitteln und der verfügbaren Zeit so nachlässig umgehen, ist der, dass wir die Lebensfülle nicht angemessen zu schätzen wissen, die der Herr uns schenken möchte. Der Herr lehre uns mit allen Kräften unseres Herzens die Lebensfülle, die „ewigen Wohnungen“ im Evangelium, (vgl. Lk 16:9) zu schätzen, die er uns hier auf Erden und dort im Himmel – auf jeden Fall aber bei sich in seiner Nähe bereiten will. Amen!

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