Dienstag, August 14, 2007

Den Lauf vollendet!

 
Aus dem hl. Evangelium nach Lukas 1:39 – 56

39 Nach einigen Tagen machte sich Maria auf den Weg und eilte in eine Stadt im Bergland von Judäa.
40 Sie ging in das Haus des Zacharias und begrüßte Elisabet. 41 Als Elisabet den Gruß Marias hörte, hüpfte das Kind in ihrem Leib. Da wurde Elisabet vom Heiligen Geist erfüllt
42 und rief mit lauter Stimme: Gesegnet bist du mehr als alle anderen Frauen, und gesegnet ist die Frucht deines Leibes.
43 Wer bin ich, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? 44 In dem Augenblick, als ich deinen Gruß hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leib.
45 Selig ist die, die geglaubt hat, dass sich erfüllt, was der Herr ihr sagen ließ.
46 Da sagte Maria: Meine Seele preist die Größe des Herrn,
47 und mein Geist jubelt über Gott, meinen Retter.
48 Denn auf die Niedrigkeit seiner Magd hat er geschaut. Siehe, von nun an preisen mich selig alle Geschlechter.
49 Denn der Mächtige hat Großes an mir getan, und sein Name ist heilig.
50 Er erbarmt sich von Geschlecht zu Geschlecht über alle, die ihn fürchten.
51 Er vollbringt mit seinem Arm machtvolle Taten: Er zerstreut, die im Herzen voll Hochmut sind;
52 er stürzt die Mächtigen vom Thron und erhöht die Niedrigen.
53 Die Hungernden beschenkt er mit seinen Gaben und lässt die Reichen leer ausgehen.
54 Er nimmt sich seines Knechtes Israel an und denkt an sein Erbarmen,
55 das er unsern Vätern verheißen hat, Abraham und seinen Nachkommen auf ewig.
56 Und Maria blieb etwa drei Monate bei ihr; dann kehrte sie nach Hause zurück.




Nachdem Maria im Kreis der Jünger verstorben war schwang sich ihr Leichnam in strahlender Lichtaura, von Engeln unterstützt, himmelwärts. Die Apostel umstanden das leere Grab und schauten der empor Schwebenden nach. Thomas, der wie schon bei Jesus zu spät gekommene Zweifler, erhielt Marias Gürtel zur Bestätigung. Marias Kleider aber blieben zur Stärkung der Gläubigen im Sarkophag, in dem Blüten und Kräuter wuchsen. – So berichtet die Legende.

Das Gedeihen der Blüten und Kräuter ist als Applaus zu verstehen, dass in Maria ein Mensch mit Leib und Seele den guten Kampf gekämpft, den Lauf vollendet und die Treue gehalten hat. Nun wird ihr unter dem jubelnden Klatschen der Schöpfung die Siegeskrone der Gerechtigkeit aufs Haupt gesetzt (vgl. 2 Tim 4:7f.) In diese Anerkennung stimmen mit der zweiten Lesung auch die Gestirne des Alls ein, da Maria von der Sonne umkleidet wird, der Mond sich ihr zu Füßen legt und Sterne ihr Haupt zieren. (vgl. Offb 12:1).
Wie wir die Siegerin eines Wettkampfes belohnen mit einem Pokal und einer Plakette und auf jeden Fall mit viel Geld und viel Ehre so ehren die Geschöpfe Mariens Aufnahme in die himmlische Herrlichkeit Gottes.

Doch kehren wir auf unsere Erde zurück wo wir uns doch noch heimischer fühlen und bewundern wir etwas ausführlicher das Bravo der Schöpfung Gott gegenüber.
Bauernregeln singen uns ein lebendiges Lied davon:
"Zu Mariä Himmelfahrt, das wisse, / gibt's die ersten guten Nüsse!"
"Mariä Himmelfahrt Sonnenschein / bringt meistens uns viel guten Wein."
"Wer Rüben will, recht gut und zart, / sä' sie an Maria Himmelfahrt."
"Hat Maria gut Wetter, wenn sie zum Himmel fährt, sie schöne Tage beschert."
"Leuchten vor Maria Himmelfahrt die Sterne, / dann hält sich das Wetter gerne."
"Wie das Wetter am Himmelfahrtstag, / so es noch zwei Wochen bleiben mag." Oder noch besser:
"Wie das Wetter am Maria Himmelfahrtstag, / so der ganze Herbst sein mag.“

Wir hören es: Die Nüsse, der Wein, die Rüben, die Kräuter, das Wetter, Sonne und Sterne – sie alle wissen der Mutter Jesu am heutigen Tag ein Lied zu singen anlässlich ihrer Heimkehr in den Himmel!
Und da sollten wir nachstehen und uns nicht auch von ganzem Herzen freuen darüber, was heute Gott Großes an der Mutter seines Sohnes getan hat? Zumal sie doch auch unsere Mutter ist. Was wären wir doch für undankbare Kinder, wenn wir nicht bestrebt wären, den Lobpreis der Schöpfung zu übertreffen und wir unsere kindliche Anhänglichkeit dadurch erweisen, dass wir Gott immer wieder danken, dass er uns in ihr eine so gute Mutter geschenkt hat. Denn nach LG 62: „Hat sie nach ihrer Aufnahme in den Himmel ihre Heil bringende Mutterschaft nicht niedergelegt, sondern fährt durch ihre vielfältige Fürbitte fort, uns die Gaben des ewigen Heiles zu vermitteln. In ihrer mütterlichen Liebe sorgt sie für die noch pilgernden und gefährdeten Geschwister ihres Sohnes, bis sie zur seligen Heimat geleitet werden.“

Sie ist gewiss zuerst deshalb gerne in den Himmel gegangen, damit sie ihrem lieben Sohn ganz nahe sein kann; aber gleich danach hat sie ihre himmlische Heimat mit Freuden aufgesucht, damit sie uns, ihren Kindern hier auf Erden, möglichst nahe sein und möglichst viel Gutes tun kann.

So fügen wir uns ein in den Chor der irdischen und himmlischen Schöpfung; und tun wir es in der Gewissheit, dass sie den Duft unseres Lobpreises dem Duft jeglicher Kräuter vorzieht und unser Bittgebet dem Lobgesang der Engel. Denn Maria ist wohl Königin geworden am heutigen Tag; dennoch ist sie vor allem unsere Mutter geblieben.
Gott sei ohne Ende gepriesen für diese unschätzbare Wohltat, die er in Maria der gesamten Menschheit erweist. Amen!

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