Freitag, Mai 04, 2007

Die Wohnung Gottes unter den Menschen!



Wort Gottes aus der Offenbarung 21:1-5

1 Dann sah ich einen neuen Himmel und eine neue Erde; denn der erste Himmel und die erste Erde sind vergangen, auch das Meer ist nicht mehr.
2 Ich sah die heilige Stadt, das neue Jerusalem, von Gott her aus dem Himmel herabkommen; sie war bereit wie eine Braut, die sich für ihren Mann geschmückt hat.
3 Da hörte ich eine laute Stimme vom Thron her rufen: Seht, die Wohnung Gottes unter den Menschen! Er wird in ihrer Mitte wohnen, und sie werden sein Volk sein; und er, Gott, wird bei ihnen sein.
4 Er wird alle Tränen von ihren Augen abwischen: Der Tod wird nicht mehr sein, keine Trauer, keine Klage, keine Mühsal. Denn was früher war, ist vergangen.
5 Er, der auf dem Thron saß, sprach: Seht, ich mache alles neu.



Vom neuen Himmel und der neuen Erde hat uns die 2. Lesung vorgeschwärmt. Damit trifft sie einen aktuellen Trend: Das Interesse an Neuem: Neuigkeiten in den Medien, in der Mode, in der Technologie, im Showbusiness, halten die Neugierde von uns Menschen wach – und das Bestreben, wissen und haben zu wollen. Wir möchten möglichst auf dem neuesten Stand sein. Bescheidenheit und Zufriedenheit stehen da auf verlorenem Posten.
Allerdings ist von derartigen Neuigkeiten im neuen Himmel und in der neuen Erde nichts zu finden. Was aber ist dann das Neue? Dass Gott unter den Menschen wohnen wird; dass sie sein Volk und er ihr Gott sein wird; Dass er die Tränen von den Augen wischen wird; dass der Tod nicht mehr sein wird und damit auch keine Trauer mehr, keine Klage und keine Mühsal. (vgl. Offb 21:3f)
Diese Neuigkeiten meinen
nicht Befriedigung sondern Frieden;
nicht Sattheit sondern Trost;
nicht ein Nebeneinander sondern ein Miteinander;
nicht Singlegemeinschaft sondern Liebesgemeinschaft;
nicht Unterhaltung sondern Freude;
nicht den Bauch sondern das Herz.
Dieses Neue im neuen Himmel und in der neuen Erde berührt jedes Herz, das möchte eigentlich jeder, und das sucht im Grunde ja auch jeder auf der Jagd nach den Neuigkeiten dieser Welt. Die Sache ist nur: sie erreichen das Herz nicht, weil sie gar nicht abzielen auf das Herz. Und sie können das Herz gar nicht meinen, weil sie selber kein Herz haben; sie sind recht eigentlich herzlos! Deshalb auch die Unruhe, die uns nicht zu neuem Leben sondern in den Tod führt.

Unser Herz kann nur erreichen und berühren, was von Herzen kommt und was von jenem neuen Gebot getragen ist, das Jesus uns allen im Evangelium gibt: „Liebt einander! Wie ich euch geliebt habe, so sollt auch ihr einander lieben!“ (Joh 13:34)

„... wie ich euch geliebt habe!“ Die Evangelien erzählen uns, wie Jesus uns geliebt hat: Durch seine Worte, durch seine Wunder und Zeichen und schließlich durch sein Leiden, Sterben und Auferstehen. Diese Liebesspur Jesus hat sich unauslöschlich eingegraben in seine Kirche, in die Herzen seiner Jünger und seiner Heiligen, in die Geschichte dieser Welt. Diese Liebesspur ist wie die leuchtenden Sterne am dunklen Himmel und lassen den neuen Himmel und die neue Erde als eine Wirklichkeit erkennen, die im Anbrechen und im Kommen ist.

Auch wir können an diesem Kommen mitwirken, indem wir unser Leben durch das neue Liebesgebot Jesu gestalten und lieben, wie er geliebt hat.
Zu diesem Lieben wie Jesus geliebt hat gehört zu allererst dazu, dass wir uns das Lieben Jesu immer wieder vor Augen führen, indem wir regelmäßig die Evangelien lesen.
Als nächstes kommt dann, dass wir das Gelesene in Zeiten des Gebetes in den Grund unseres Herzens fallen lassen, damit wir es uns dort zu Eigen machen können
und dies führt schließlich dazu, dass wir aufmerksam werden auf die Gelegenheiten, in denen wir dieses Lieben Jesu im Umgang mit unserem Vater im Himmel und mit unseren Mitmenschen in die Tat umsetzen können.
Dieses neue Gebot Jesu lehrt uns das neue Lieben Jesu und ist der neue Weg zum neuen Himmel und zur neuen Erde.
Dieses Lieben Jesu macht uns zu neuen Menschen, zu den Bewohnern des neuen Jerusalem.

Diese neuen Menschen zeichnet ein neues Sehen aus. Sie können die Welt und die Menschen mit neuen Augen sehen und erkennen,
was wirklich frei macht,
was wirklich der Gerechtigkeit und dem Frieden dient,
was den Menschen wahrhaft zum Menschen macht nach dem Herzen Gottes.
Angesichts dieser Neuheit der Kinder Gottes schauen sämtliche Neuigkeiten dieser Welt auf einmal ganz fürchterlich alt aus, denn wie eine dämonische Fratze tritt ihr eigentliches Bestreben hervor, den Menschen abhängig zu machen, ihn zu unterdrücken, ihn herzlos und hektisch werden zu lassen bloß auf sich selber bedacht – Gott, Menschen und Schöpfung dabei vergessend, missachtend und zerstörend.

Unsere einzige Antwort darauf kann nur die definitive Hinwendung zu dem sein, der uns in der Lesung zuruft: „Seht, ich mache alles neu!“ (Offb 5:1a) Amen!

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