Samstag, Januar 06, 2007

... ließ auch Jesus sich taufen ...



Wort Gottes aus der Apostelgeschichte 10: 34 – 38

34 Da begann Petrus zu reden und sagte: Wahrhaftig, jetzt begreife ich, dass Gott nicht auf die Person sieht,

35 sondern dass ihm in jedem Volk willkommen ist, wer ihn fürchtet und tut, was recht ist.

36 Er hat das Wort den Israeliten gesandt, indem er den Frieden verkündete durch Jesus Christus; dieser ist der Herr aller.

37 Ihr wisst, was im ganzen Land der Juden geschehen ist, angefangen in Galiläa, nach der Taufe, die Johannes verkündet hat:

38 wie Gott Jesus von Nazaret gesalbt hat mit dem Heiligen Geist und mit Kraft, wie dieser umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren; denn Gott war mit ihm.

Aus dem hl. Evangelium nach Lujas 3: 15 – 16.21 – 22

15 Das Volk war voll Erwartung, und alle überlegten im Stillen, ob Johannes nicht vielleicht selbst der Messias sei.

16 Doch Johannes gab ihnen allen zur Antwort: Ich taufe euch nur mit Wasser. Es kommt aber einer, der stärker ist als ich, und ich bin es nicht wert, ihm die Schuhe aufzuschnüren. Er wird euch mit dem Heiligen Geist und mit Feuer taufen.

21 Zusammen mit dem ganzen Volk ließ auch Jesus sich taufen. Und während er betete, öffnete sich der Himmel,

22 und der Heilige Geist kam sichtbar in Gestalt einer Taube auf ihn herab, und eine Stimme aus dem Himmel sprach: Du bist mein geliebter Sohn, an dir habe ich Gefallen gefunden.




Wenn uns jemand begegnet in einer hervorragenden Position, dann sagen wir voll Bewunderung, dass er sehr begabt ist oder das er sich sehr bemüht hat oder aber auch, dass er viel Vitamin B zu sich genommen hat.
Auch Jesus hatte und hat seine Bewunderer und zumindest in seiner Zeit nicht wenige Neider.
Was uns heute von ihm erzählt wird ist vor allem für seine Fans geschrieben – weniger für seine Neider, denn die waren für die Botschaft der heutigen Lesungen verschlossen.

Lukas will nämlich den Freunden Jesu sagen: Ihr werdet allerhand von diesem Jesus erleben und ihr werdet euch fragen: Ja, woher hat er denn das alles! Menschliches Bemühen allein kann das doch nicht erklären!?
Auf diese und ähnliche Fragen nun gibt Lukas heute Antwort in der Lesung aus der Apostelgeschichte und im Evangelium, die ja beide seiner Feder entspringen.

So sagt er also in der Lesung: Ihr wisst, was nach der Taufe Jesu im Judenland geschehen ist: wie Jesus umherzog, Gutes tat und alle heilte, die in der Gewalt des Teufels waren.
Warum konnte Jesus das tun? Weil Gott mit ihm war. Weil Gott ihn mit Heiligem Geist und mit Kraft gesalbt hat.
Und dann im Evangelium wird diese Salbung in der Geschichte von der Taufe Jesu durch Johannes beschrieben. Dabei wird deutlich, dass dies alles mit Jesus geschieht, weil Gott an ihm Gefallen gefunden hat.
Dies alles wird uns also erzählt, damit wir verstehen, woher die Kraft kommt, die von Jesus ausgeht und die alle heilte. Damit wir die Quelle kennen, aus der das Gute strömt, das Jesus getan hat.

Aber Lukas hat das nicht nur geschrieben, damit wir das Woher Jesu kennen lernen. Er hat dies alles geschrieben, damit wir unsere eigenes Woher besser kennen lernen. Denn auch wir wurden ja getauft, auch wir wurden in der Firmung mit dem Hl. Geist und mit Kraft erfüllt. Durch die heutigen Lesungen von der Taufe und Firmung Jesu sollen wir uns neu besinnen auf diese beiden Sakramente. Wir erkennen sie als die Grundlage unseres christlichen Lebens und als die Nabelschnur, durch die unser Leben mit Gott verbunden ist. Durch diese Verbindung kommt uns die Kraft des Heiligen Geistes zu, in der wir Gutes tun können. Diese Nabelschnur ist unser heißer Draht zu Gott, durch den ER uns unablässig mitteilt, dass wir seine geliebten Töchter und Söhne sind, weil wir in seinem Wohlgefallen stehen.

Es ist wichtig zu bedenken, von wem wir beschenkt werden. Das bestimmt und prägt unseren Umgang mit diesen Geschenken: Er wird bewusster, dankbarer, froher; denn der Geber wird in den Gaben lebendig. Es bewirkt eine ganz andere Lebensqualität, zu wissen, woher denn das Gute kommt, das ich habe und das ich bin und das ich in meinem Leben bewirke.
Zudem kann ich als geliebter Mensch ganz anders im Leben stehen als wenn ich mich von niemandem geliebt weiß.

Das haben wir Christen anderen voraus: Gläubig zu wissen, dass wir von Gott geliebte Kinder sind. Wir können uns nicht oft genug und nicht gründlich genug in diese Grundlage unseres christlichen Lebens vertiefen. Sie macht den Frieden, die Freude und die Lebensfülle aus, die eigentlich unser Leben kennzeichnen sollte.

So lassen wir uns denn von Jesus ermutigen, einfach so wie er Gutes zu tun – im Wissen, dass Gott uns dieses Gute schon im Übermaß geschenkt hat und dass es nur darauf wartet, wie eine aufgestaute Quelle sich zu ergießen in unser Leben und durch uns in das Leben anderer. Und vergessen wir nicht die Einfachheit: Von Jesus heißt es ja nicht dass er weiß Gott, welche Gebote und welche Bedingungen erfüllte – es heißt schlicht: er zog umher und tat Gutes! Die Kraft, die Gott schenkt, macht das Leben einfach und sie öffnet die Augen für jene Situationen, die seine Güte brauchen. Lassen wir uns von dieser Kraft Gottes wieder bewusst und ganz ausfüllen und leben wir in ihr die Güte, die Freiheit und die Freude eines von Gott geliebten Christenmenschen. Amen!

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