Samstag, Dezember 02, 2006

Hl. Johannes vom Kreuz



Novene zu Ehren des hl. Johannes vom Kreuz
5.12. – 13.12

• Begib dich in die Gegenwart Gottes.
• Lies langsam und mit Andacht die Betrachtung des jeweiligen Tages.
• Verweile 5 Minuten in der Betrachtung des Gelesenen.
• Lies noch einmal die Betrachtung.
• Bete ein Vater unser, ein Gegrüßet seist du, Maria und ein Ehre sei dem Vater.
• Bete zum Abschluss eines der beiden folgenden Gebete:

Allmächtiger Gott,
du hast dem heiligen Johannes vom Kreuz,
unserem Vater,
ein großes Verlangen geschenkt,
sich selbst zu verleugnen und Christus nachzufolgen.
Gib, dass wir im Kreuz unser Heil erkennen
und durch das Kreuz die Gnade erlangen,
deine Herrlichkeit zu schauen.
Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.

Heiliger Gott,
du hast deinem Volk
den heiligen Johannes vom Kreuz
als Lehrer des geistlichen Lebens geschenkt.
Lass uns nach dem Vorbild und der Lehre unseres Vaters
den Weg des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe gehen
und so zur Freiheit der Kinder Gottes gelangen.
Darum bitten wir durch Christus, unsern Herrn.


1. Tag: Schöpfung

Gott schuf alle Dinge mühelos und im Augenblick. In diesem Erschaffen ließ er eine Spur seines Wesens zurück – nicht nur dadurch, dass er ihnen das Sein aus dem Nichts verlieh; denn darüber hinaus begabte er sie mit unzähligen Vorzügen und Kräften, er verschönte sie durch eine bewundernswerte Ordnung, durch eine unzerstörbare wechselseitige Abhängigkeit, und das alles kraft seiner Weisheit, kraft des Wortes, seines eingeborenen Sohnes. (CB 5,1)

2. Tag: Gott in mir

Was verlangst du mehr, o Seele, und was suchst du noch draußen? In deinem Inneren besitzest du deine Schätze, deine Wonnen, deine erfüllende Sättigung und dein Reich, ihn, den du begehrst und suchst, den Geliebten. Freue dich und frohlocke in deiner inneren Sammlung mit ihm, da du ihn so nahe hast. Hier liebe, hier verehre ihn, und mach dich nicht auf, ihn draußen zu suchen. Du würdest dich doch nur zerstreuen und ermüden. Du kannst ihn nicht sicherer, nicht schneller und näher finden, nicht tiefer genießen als in dir. (CB1,8)

3. Tag: Gott im Glauben suchen

Begnüge dich niemals mit dem, was du von Gott zu begreifen glaubst, sondern mit dem Unbegreiflichen. Bleib niemals dabei stehen, das zu lieben und zu genießen, was du von Gott begreifen und empfinden magst. Liebe und genieße das, was du von ihm nicht begreifen und empfinden kannst; das heißt ihn im Glauben suchen. (CB1,12)

4. Tag: Der verborgene Gott

Da Gott unzugänglich und verborgen ist, musst du ihn immer als einen Verborgenen betrachten und ihm als eine Verborgene im Geheimen dienen. Gleiche nicht den vielen Toren, die von Gott niedrig denken, die Gott dann für entlegener und verborgener halten, wenn sie ihn nicht begreifen und mit Wonnen fühlen. Das Gegenteil trifft zu: je weniger deutlich sie ihn erfassen, desto mehr nähern sie sich ihm. (CB1,12)

5. Tag: Gott spricht durch Christus

Wenn ich dir doch schon alles in meinem Wort, das mein Sohn ist, gesagt habe und kein anderes mehr habe, was könnte ich dir dann jetzt noch antworten oder offenbaren, was mehr wäre als dieses? Richte deine Augen allein auf ihn, denn in ihm habe ich dir alles gesagt und geoffenbart, und du wirst in ihm noch viel mehr finden, als du erbittest und ersehnst. Du bittest nämlich um innere Ansprachen und Offenbarungen über Teilbereiche, doch wenn du deine Augen auf ihn richtest, wirst du es im Ganzen finden, denn er ist meine ganze Rede und Antwort, er ist meine ganze Vision und Offenbarung. Das habe ich euch schon gesagt, geantwortet, kundgetan und geoffenbart, als ich ihn euch zum Bruder, zum Gefährten und Lehrmeister, als Lösegeld und Lohn gab. (2S22, 5)

6. Tag: Nach Christus verlangen

Da der Wille seine Liebe und Zuneigung an den Begierden und Gelüsten nach allerlei Dingen zu entflammen pflegt, um sich durch sie zu erfreuen, war zu deren Überwindung und Verleugnung eine andere, heftigere Entflammung durch eine bessere Liebe vonnöten, der Liebe zu ihrem Bräutigam, damit sie Freude und Kraft in dieser finde und so Mut und Ausdauer gewinne, um allem anderen zu entsagen. (1S14,2)

7. Tag: Christus nachahmen

Habe ein gewohnheitsmäßiges Bestreben, Jesus Christus in all seinen Werken nachzuahmen, indem du mit seinem Leben übereinstimmst, das du betrachten musst, um es nachahmen zu können und sich in allem so zu verhalten, wie er es getan hätte. Um dies gut tun zu können, verzichte auf jegliches Wohlgefühl, das sich dir von den Sinnen her anbieten sollte, sofern es nicht ausschließlich zu Gottes Ehre und Verherrlichung wäre, und bleibe leer davon um der Liebe Jesu Christi willen, der in diesem Leben kein anderes Wohlgefühl hatte noch wollte, als den Willen seines Vaters zu tun, was er seine Speise und Nahrung nannte. (1S13,3+4)

8. Tag: Diskretes Bitten

Wer besonnen liebt, wird nur auf seine Bedürftigkeit hinweisen, anstatt das Erwünschte zu erbitten; so bleibt die Weise der Abhilfe dem Geliebten überlassen. So sagt Maria, die Mutter Jesu, auf der Hochzeit zu Kanaan nur dieses zu ihrem geliebten Sohn: „Sie haben keinen Wein mehr!“ (Joh 2,3) Und die Schwestern des Lazarus sandten ihm nicht die Botschaft, er möge ihren Bruder heilen, sondern nur jene: „Er, den du liebst, ist krank.“ (Joh 11,13) (CB2,8)

9. Tag: Christus – mein Reichtum und meine Herrlichkeit

Mein sind die Himmel und mein ist die Erde; mein sind die Völker, die Gerechten sind mein und mein die Sünder; die Engel sind mein, und die Muttergottes und alle Dinge sind mein, ja Gott selbst ist mein und für mich, denn Christus ist mein und ganz für mich. Was erbittest und suchst du also noch, meine Seele? Dein ist all dies, und alles ist für dich. Gib dich nicht mit etwas Geringerem ab und schiele nicht auf die Brosamen, die vom Tisch deines Vaters fallen.
Lass das alles und rühme dich deiner Herrlichkeit; verbirg dich in ihr und freue dich, und du wirst erlangen, was dein Herz erbittet. (MLL26)

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